BERICHTE

Egerländer Therapie
(AEK- Begegnung 2008)
Richard Sulko

Datum: 17. Oktober 2008, Ort: Marktredwitz, Egerländer Kulturhaus. Zeit: 14.00 Uhr. : Der Urenkel des letzten deutschen Bürgermeisters von Karlsbad, Richard Rusy, Jakob Georg Ruderer fängt am Flügel unter der Beobachtung von seiner Oma, Renate Maschke- Rusy zu spielen: Die „Egerländer Therapie“, „AEK- Begegnung 2008“ fängt gerade an. Nach der musikalischen Einführung kommt Albert Reich, der 1. Vorsitzende und begrüßt alle anwesenden. Nach weiteren Grußworten, vorgetragen vom Regierungspräsident a. D. Dr. Wilhelm Weidinger, dem  Präsident des „Oberpfälzer Kulturbundes“, Dr. Ralf Heimrath, Vors. vom „Bund der Eghalanda Gmoin“, Peter Pawlik, Vors. des „Landschaftsrates Egerland“ in der SL und meiner Wenigkeit wird es wissenschaftlich: „Heimat- ein selbstverständlicher  Begriff?“: ein hoch interessanter Vortrag vom Prof. Dr. h.c. mult. Wilfried Heller. Die Therapie für die Besucher im gut gefüllten Saal fängt an zu wirken: ich bin kein „Vertriebener“, aber auch ich, der in seinem Heimatort lebt, kann gut die „Heimatgedanken“  verstehen. Der zweite Vortrag wird zum praktischen Beispiel, wie man „Spuren hinterlässt“. Mit konkreten Beispielen, wie auf unsere deutsche Vergangenheit aufmerksam zu machen spricht zu uns Christa Braun. Der letzte Vortrag an dem Freitag kommt vom Gernot Facius: er erzählt über die „Wandlung der Berichter-stattung über die Vertriebenen“. Man sieht, dass es auch in Deutschland nicht leicht ist. Den Abend krönt der „Hutza- Abend“. Künstler aus der Oberpfalz und dem Egerland geben ihr Bestes: „Döi vöia van Grenzbooch“, „De Dåmpfbröida“, „Fletz Musik“, Karl Huyer, Adolf Braun, Willi und Werner Harbauer, Renate und Heinrich Kolb und die „Egerland- Jugend“ aus Marktredwitz erfreuten zu Zuschauer mit mehr als zweistündigem Programm. Durchs Programm führt Dr. Ralf Heimrath. Das „Morgensingen“ am Samstagmorgen mit Adolf Braun  passt sehr gut zum nächsten Vortrag: „Die traumatischen Nachwirkungen von 1945/46 bei den Vertriebenen“, von Dr. med. Hartmut Jatzko. Spätestens nach seinem Vortrag wird nur ein wenig das tiefgehende und nicht heilende Leiden derer erklärt, die mit dem „Heimatverlust“ leben müssen. Ein Zitat aus diesem Vortrag muss ich erwähnen: „Es gibt kein höheres Übel, als den Verlust der Heimat“ (Euripides 480- 406 v. Chr.). Nach diesem hochqualifizierten Vortrag führt Helmuth Helmessen durch die Ausstellung „Bildende Kunst- Egerländer Kunsthandwerk“. Die zweite Ausstellung ist im Erdgeschoss des Egerländer Kulturhauses: „Das verschwundene Egerland“. Nun sind alle so richtig vorbereitet und deswegen können wir hinein ins Egerland fahren: Zuerst nach Maria Loreto. Dieser deutsch- tschechische Wallfahrtsort ist das beste Beispiel für die Aussöhnung und ausgezeichnete Zusammen-arbeit. Mit Vorträgen geht es im Hotel „Barbarossa“ in Eger weiter: „Egerland Gestern und heute“ von MUDr. Roman Salamanczuk und Dia- Vortrag „Bilder aus Alt- Karlsbad“ von PhDr. Stanislav Burachovic. Schön gestimmt gehen wir ins Egerer Stadttheater: Prof. Armin Rosin dirigiert  die „Westböhmische Philharmonie Marienbad“. Werken von Armin Rosin, Anton Enders, Johann Wenzel Stamitz, Widmar Hader und Franz Schubert erfreuen die vielen Zuhörer. Wir fahren durchs nächtliche Eger zurück über die nicht mehr existente Grenze nach „Rawetz“. Der Kopf ist voller Rausch von den vielen Erlebnissen und auch der „Hopfenberuhigungsmittel“ hilft nicht viel. Ich sehe immer noch die dargestellten Wege der „traumatischen Gedanken“ von heute früh und denke dabei nach: „sei doch froh, das du so einen Verlust nicht in deinem Leben miterleben musstest!“

 

  Döi Dampfbröida

Dr. Jatzko

Elfriede Bidmon bei der Lesung in Maria Loreto

Prof. Armin Rosin bekommt den "Johann-Wenzel Stamitz Preis 2008"

im Hotel Barbarossa

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