BERICHTE

Und die Litaneien schallten in der Gruft
(dt. tsch. Litaneien zur Muttergottes in Netschetin und Umgebung) 
Richard SulkoAndacht am Plachtin

Preitenstein, gräfliche Gruft, Samstag, der 12. Mai 2007, 13.03 Uhr: mit „Mutter Gottes, wir rufen zu dir!“ startete ich die erste deutsch – tschechische Maiandacht, die wir, Gläubige und Deutsche aus Netschetin und Umgebung organisierten. Warum gerade die Bayerische und nicht die Lauretanische Litanei? Ich habe die Bayerische Litaneien zum erstenmal in Maria Stock gehört und weil mir die Melodie mehr gefällt und in der Gruft eine wunderbare Akustik ist, dachte ich nicht lange nach. Weil wir unter der tschechischen Mehrheit leben, beteten wir zuerst die tschechische Version und dann die deutsche. Wenn man dazu noch je zwei Strophen von Marienliedern singt, ist die ganze Sache ganz schön anstrengend, was die Stimmbänder angeht. Was soll´s aber; wir haben für einiges der heiligen Maria zu danken und die kleine Anstrengung ist ja nichts. symetrisches Bild und schallender Gesang...

Am Plachtin, wo wir die zweite Station machten, waren dreizehn Christen versammelt. Eigentlich könnten wir dort nur die deutsche Version machen, weil die absolute Mehrheit der Besucher Deutsche waren, aber wir wollen ja unsere tschechischen Mitchristen nicht provozieren. Als ich das Schlussgebet gesungen habe merkte ich, dass bei der dritten Andacht etwas passieren muss, ansonsten bin ich bei der Muttertagsfeier, die Nachmittag beginnen sollte, stumm.

Die Muttergottes hörte scheinbar meine Bedenken: als wir zu der Kapelle im Tiergarten im Wald auf dem Weg nach Preitenstein kamen, wehte ein kalter und starker Wind. Man hatte Angst, dass die Äste auf uns fallen könnten. Deswegen wurde empfohlen, nur den tschechischen Text vorzutragen um Zeit zu sparen. Als wir pünktlich um 15.00 begonnen haben, war außer uns, „Sulkos“ sowieso kein Netschetiner dabei. Erst nach etwa 15 Minuten kam die Frau Sojslová, die die Ehre der Netschetiner „gerettet hat“.im Tiergarten: auch Gebete von kleiner Gruppe kommen an...

Wir betteten an diesem Tag also auch für alle, die keine Zeit für ein Gebet gefunden haben:

„Allmächtiger Gott, gieße deine in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes erkannt. Lass uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.“

Amen.

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