Es schallen die
Litaneien
Dt. – tsch. Maiandachten 2010
Richard Sulko
Östliches Egerland, gräfliche Gruft am Preitenstein, 8 Mai 2010: aus dem
Inneren des Sakralbaus hört man wunderschöne Töne der Bayerischen Muttergottes
Litaneien. Wenn der Besucher in die Mitte des walzförmigen Gebäudes eingeht,
kann er ein wunderschönes Kreuz sehen und einen kleinen Haufen von Gläubigen,
die mit dem örtlichen Pfarrer Frantisek Liska die Muttergottes anbeten. Das, was
jedem sofort auffällt, ist die hervorragende Akustik dieses Raumes. Diese
Andacht war an diesem sonnigen Samstag schon die zweite. Die erste Stelle, an
der wir uns versammelten, war die Muttergottes – Kapelle am Plachtin. Die
Andachten haben ihren festen Ablauf: nach einem in tschechisch gesungenem
Marienlied wird die „Lauretanische Litanei“ in Tschechisch vorgertragen. Dann
kommt die „Deutsche Litanei“, die mit einem deutschen Marienlied abgeschlossen
wird. Bevor wir dann zu der nächsten Kapelle fahren, bleibt meistens noch Zeit
für eine Tasse Kaffee, was wir auch diesmal ausnützten. Die letzte Andacht
beteten wir hoch über Netschetin, bei der Kapelle, die auf dem Weg vom „Lager“
nach Dt. Neustadl führt. Dieser Weg ist ein schmaler Weg, der mitten i Wald
verläuft. Bei den Gebeten hört man viele Vögel mitsingen. Heuer waren wir wieder
weniger, denn die Gläubigen sterben langsam weg. So leicht aufzugeben aber tun
wir nicht, denn wir haben für vieles der Muttergottes zu danken und wer soll für
die anderen Mitmenschen beten?


