Die Balthasar- Neumann- Gesellschaft Die Balthasar- Neumann- Gesellschaft ist eine
Interessengemeinschaft von juristischen Personen, deren
Ziel und Gegenstand der Tätigkeit ist, allseitig zum
Nutzen der Entfaltung und Vertiefung freundschaftlicher
Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und
Deutschland zu wirken, bei der Überwindung geschichtlich
entstandener Rechtlosigkeit und Unrecht zu helfen und
Voraussetzungen für ein gutes Zusammenleben von
Tschechen und Deutschen zu schaffen. Zur Erfüllung
dieses Zieles will die Vereinigung beisteuern durch
Unterstützung gegenseitiger Begegnungen von Tschechen
und Deutschen mit den Angehörigen der heutigen deutschen
Minderheit in der Tschechischen Republik und mit den
Angehörigen der deutschen Minderheit in der ehemaligen
Tschechoslowakischen Republik, welche nach dem Jahre 1945
gezwungen wurden die Tschechoslowakei zu verlassen, vor
allem mit den Angehörigen dieser Minderheit aus dem
Egerland, und aus diesen Begegnungen eine ständige
Quelle erneuerten gegenseitigem Vertrauens und Verstehens
zu schaffen. Für diese Zwecke errichtet und unterhält
die Vereinigung das Balthasar- Neumann- Haus als
Kulturzentrum für tschechisch- deutsche Zusammenarbeit
und Verständigung. BALTHASAR-NEUMANN-HAUS
BALTHASAR-NEUMANN
Mit 13 Jahren hat er die Lehre bei seinem Patenonkel
Balthasar Platzer als Geschütz- und Glockengießer
begonnen. Im Jahre 1711 verließ der junge Neumann seine
Vaterstadt und ging nach Würzburg, wo er in der
bekannten Gießhütte des Ignatz Kopp eine Arbeit
angenommen hat. Bald darauf hat er dort den
Ingenieurhauptmann und Architekten Andreas Müller
kennengelernt, Auf Müllers Anraten hat er Geometrie und
Feldmesserei gelernt und 1714 besuchte Neumann die
Artillerieschule, lernte Französisch, Italienisch und
Spanisch und wurde Geschützjunker und Adjutant seines
Lehrers. Um sein Studium vollbringen zu können, richtete
Neumann insgesamt drei Bittschreiben um ein Darlehn an
den Stadtrat seiner Heimatstadt Eger und immer wurde ihm
das Darlehen zugesagt. Im Jahre 1719 wurde Johann Philip
Franz Graf von Schönborn als Fürstbischof in Würzburg
ernannt und beauftragte Neumann mit den Vermessungen und
Planungen der neuen Bischofsresidenz. Die
Grundsteinlegung erfolgte im Februar 1720. 1724 starb der
Bischof und sein Nachflger, Christoph Franz von Hutten,
ließ an der Residenz nur die notwendigsten Arbeiten
ausführen. Im Jahre 1725 heiratete Neumann die Tochter
des Geheimen Hofrats Dr. Schild, 1729 kam wieder ein
Schönborn auf den Bischofsstuhl, Friedrich Karl Graf von
Schönborn, und ließ die Arbeiten an der Residenz
fortführen. In der Zwischenzeit war Neumann für andere
Auftraggeber tätig - das Deutschordensschloß in Bad
Mergentheim, Kirche und Probstei in Holzkirchen und
andere Bauten wurden geplant und begonnen. Aber seine
Hauptaufgabe blieb die Fortsetzung der Bauarbeiten an der
Residenz. Die Hofkirche im Südschloß wurde ein
Glanzstück fränkisch-barocker Baukunst, das Treppenhaus
im Kaiserpavillon mit einer stützenlosen Überwölbung
von 600 m2 Raum wurde eine besondere künstlerische und
technische Leistung Neumanns. Der Kurfürst von Trier
übertrug ihm für mehr als 20 Jahre die Oberaufsicht
über das gesamte Zivil- und Militärbauwesen im
Hochstift Würzburg und Bamberg. Im Jahre 1741 wurde
Neumann zum Obristen der fränkischen Keisartillerie
ernannt - der höchste Dienstgrad, den das Hochstift
Würzburg zu vergeben hatte. Nach dem Tode Friedrich
Karls im Jahre 1746 kam ein erkläter Schönborn-Gegner,
Graf Anselm von Ingelheim, auf den Bischofsstuhl. Er
stellte den Ausbau der Residenz ein und ersetzte Neumann
als Baudirektor durch einen unfähigen Günstling. |