Erinnerungsstätten im Kreis Falkenau a. d. Eger15 Nov 2017 09:27

Der Monat November ist traditionell ein sehr stiller Monat und der Erinnerung an die Verstorbenen gewidmet. Das Totengedenken beginnt bei den Evangelischen mit dem Allerseelentag (31.10.), in diesem Jahr durch das Reformationsfest auch auf die katholische Kirche erweitert. Das Reformationsfest soll daran erinnern, dass Martin Luther genau vor 500 Jahren seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der römischen Kirche an der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen hat.

Die katholische Kirche gedenkt [ ... ]

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Gespräch über das Buch Blutiger Sommer 1945 in Pod...18 Okt 2017 12:49

Den 4.9.2017 habe ich an einem Gespräch mit dem Schriftsteller und Dokumentaristen Jiři Padevět, das für die Podersamer Öffentlichkeit veranstaltet wurde, teilgenommen.  Es handelte sich hierbei um die Vorstellung eines Buches mit dem Titel DER BLUTIGE SOMMER 1945.Die Stadt Podersam wurde gezielt ausgewählt, da es hier zu Massenmorden an den Einheimischen in einer Zahl von mehr als 70 Menschen deutscher Nationalität kam. Es machte auf mich einen sehr positiven Eindruck, da die Stadtbevölkerung [ ... ]

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Besuch von der Eghalanda Gmoi aus Donauwörth18 Okt 2017 12:42

Am 7.9.2017 besuchten uns die Mitglieder der Eghalanda Gmoi Donauwörth mit ihren Vorsitzenden Stefan Kapusta in unserem Begegnugszentrum in Eger. Sie wurden von unseren Vorsitzenden Alois Rott und den Leiter des BGZ Ernst Franke begrüßt. Wir erzählten ihnen einiges über die Tätigkeiten in unseren Verein und dann besichtigten sie auch unsere neue Ausstellung von Der Egerquelle bis zur Mündung. Dan gingen sie weiter ins Museum und die Burg zu besichtigen.

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Ausstellung "Die Eger von der Quelle bis zu Mündun...18 Okt 2017 12:32

Im Balthasar-Neumann-Haus, gleich neben der Bindergasse am Marktplatz, ist zur Zeit und das noch bis in den Dezember 2017 hinein, die Ausstellung:  „AGARA – OGRE – OHRE. Auf den Spuren des Flusses „E G E R“ von der Quelle im Fichtelgebirge bis nach Königsberg (Teil I)“ zu besichtigen. Sie zeigt ein Ergebnis der Wanderungen von Karl W. Schubsky am Fluß entlang und mit tschechischen Übersetzungen von Ernst Franke. Schubsky hatte seine Wanderungen im Jahre 2002 begonnen und zunächst [ ... ]

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Der Monat November ist traditionell ein sehr stiller Monat und der Erinnerung an die Verstorbenen gewidmet. Das Totengedenken beginnt bei den Evangelischen mit dem Allerseelentag (31.10.), in diesem Jahr durch das Reformationsfest auch auf die katholische Kirche erweitert. Das Reformationsfest soll daran erinnern, dass Martin Luther genau vor 500 Jahren seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der römischen Kirche an der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen hat.

Die katholische Kirche gedenkt bereits seit dem 7. Jahrhundert, unter Papst Gregor III., aller verstorbenen bekannten und unbekannten Heiligen mit dem Allerheiligentag (1. November). Außerdem werden an zwei weiteren Sonntagen im November der 1922 erstmals begangene Volkstrauertag und der 1816 von Friedrich Wilhelm II. von Preußen verordnete Totensonntag begangen.

In der Ortsgruppe Falkenau (Sokolov), des deutschen Kulturverbandes und des Bundes der Deutschen-Landschaft Egerland, kümmert sich die stellvertretende Ortsvorsitzende Marianne Vankova seit vielen Jahren schon um die Pflege und Erhaltung zahlreicher Kriegerdenkmäler und Erinnerungsstätten an nicht mehr existierende Orte des Kreises Falkenau und im Kaiserwald (Slavkovsky Les).

Am 1. November fuhr ich deshalb mit Marianne nach Bergstadt Lauterbach die von 1551-1948 existierte und dann dem Erdboden gleich gemacht wurde. Den Erinnerungsstein der Bergstadt Lauterbach hatte Marianne vor unserem Besuch bereits von Unrat gereinigt, sowie Blumen und zwei Grablichter abgelegt. Der aktuelle Gedenkstein wurde bereits 1992 auf dem Podest einer früheren, verfallenen Erinnerungsstätte aufgestellt. Auch den ehemaligen Friedhof von Lauterbach haben wir besucht. Leider ist dieser Friedhof mittlerweile nur noch eine große Viehweide. Das einzige was von ihm übrig blieb ist ein eisernes Kreuz das heute mit frischen gelben Blumen geschmückt war.

Viele Heimatkreise, Heimatverbliebene und Heimatvertriebene haben ebenfalls seit der Grenzöffnung im Jahr 1999 Gedenksteine zur Erinnerung an ihre verfallenen und zerstörten Heimatorte aufgestellt. Auch zahlreiche Kriegerdenkmäler, errichtet zur Erinnerung an die gefallenen Soldaten des 1. Weltkrieges, wurden renoviert, erneuert und seither liebevoll gepflegt. Ein besonderes Beispiel dafür soll das Kriegerdenkmal in Prösau (Břesova) sein. Nicht selten werden diese Bemühungen der Erinnerungskultur auch durch die kommunalen Verwaltungen der Heimatorte unterstützt. Diese Unterstützung geht teilweise so weit, dass an diesen Gedenkorten zweisprachige Tafeln angebracht sind die nicht nur auf den Sinn und Zweck dieser Stätten hinweisen, sondern auch auf die ehemals deutsche Bevölkerung des Ortes.

Neben dem Lauterbacher Gedenkstein pflegt Marianne noch 16 weitere Gedenksteine und Kriegerdenkmäler der deutschen Vergangenheit im Kreis Falkenau und im Kaiserwald.

Die Heimatverbliebenen und besonders die Heimatvertriebenen vergessen eben ihre Heimat nicht - auch nicht nach 70 Vertreibungsjahren. Auch der Bund der Deutschen – Landschaft Egerland, Sitz Eger (Cheb), unterstützt diese Arbeit der Erinnerungskultur in seinen Ortsgruppen und fordert immer wieder dazu auf neben der Weitergabe unseres geistigen Egerlandwissens auch die Erhaltung unserer heimatlichen Traditionen zu erhalten und zu bewahren. Dazu gehört auch der novemberliche „Gang zu den Gräbern“ und Gedenkstätten.

All den Landsleuten, hüben und drüben, die uns mit ihrer Heimatliebe, mit Rat, Tat und Kraft, aber auch finanziell unterstützen gilt unser Dank und deshalb immer wieder:

„Eghalånda halt`s enk zsåmm“.

Als wir am späten Nachmittag noch einmal nach Lauterbach kamen stellten wir sehr erfreut fest, dass sich am Lauterbacher Gedenkstein inzwischen noch zwei weitere Grablichter und Blumen befanden. Waren es Heimatvertriebene oder Heimatverbliebene? Egal – schön, dass es Menschen gibt die sich an ihre, unsere Heimat erinnern.

Zum Abschied am Lauterbacher Friedhofskreuz durfte unser letzter Heimatgruß nicht fehlen den wir jedem Egerländer zum Abschied mitgeben:

Da Herrgott lau(ß se ållasamt sölligh rouha

 

Günther Wohlrab, Vorsitzender OG Falkenau

Den 4.9.2017 habe ich an einem Gespräch mit dem Schriftsteller und Dokumentaristen Jiři Padevět, das für die Podersamer Öffentlichkeit veranstaltet wurde, teilgenommen.  Es handelte sich hierbei um die Vorstellung eines Buches mit dem Titel DER BLUTIGE SOMMER 1945.Die Stadt Podersam wurde gezielt ausgewählt, da es hier zu Massenmorden an den Einheimischen in einer Zahl von mehr als 70 Menschen deutscher Nationalität kam. Es machte auf mich einen sehr positiven Eindruck, da die Stadtbevölkerung großes Interesse zeigte, um die Wahrheit über das Geschehen im Mai 1945 zu erfahren. Leider nahm an dem Gespräch kein Vertreter des Stadtrates teil. Meiner Erfahrung nach ist ihre Stellungnahme bekannt, schon als es um die Postierung des Kreuzes zum Massengrab der ermordeten Deutschen ging. Dennoch hoffe ich und glaube daran, dass die Zeit kommt, in der auch die tschechische Bevölkerung die gemeinsame Geschichte annehmen wird. Die Einwohner der Stadt Podersam zeigten Interesse.

Noch eine Anmerkung aus der Stadt Podersam.

Der Friedhof

Einen Akt der Hingabe und Liebe zur Heimat zeigte eine vertriebene Familie aus Podersam.

Die Hinterbliebenen beerdigten virtuell die sterblichen Überreste ins Heimatland zu den Vorfahren.

BESTIMMT HABEN SIE IHRE FRIEDEN GEFUNDEN. AMEN

Ich muss zugeben, dass es mich sehr beeindruckt hat. 

Dies möchte ich mit Euch, lieber Leser, teilen.

 Alois Rott

Am 7.9.2017 besuchten uns die Mitglieder der Eghalanda Gmoi Donauwörth mit ihren Vorsitzenden Stefan Kapusta in unserem Begegnugszentrum in Eger. Sie wurden von unseren Vorsitzenden Alois Rott und den Leiter des BGZ Ernst Franke begrüßt. Wir erzählten ihnen einiges über die Tätigkeiten in unseren Verein und dann besichtigten sie auch unsere neue Ausstellung von Der Egerquelle bis zur Mündung. Dan gingen sie weiter ins Museum und die Burg zu besichtigen.

Im Balthasar-Neumann-Haus, gleich neben der Bindergasse am Marktplatz, ist zur Zeit und das noch bis in den Dezember 2017 hinein, die Ausstellung:  „AGARA – OGRE – OHRE. Auf den Spuren des Flusses „E G E R“ von der Quelle im Fichtelgebirge bis nach Königsberg (Teil I)“ zu besichtigen. Sie zeigt ein Ergebnis der Wanderungen von Karl W. Schubsky am Fluß entlang und mit tschechischen Übersetzungen von Ernst Franke. Schubsky hatte seine Wanderungen im Jahre 2002 begonnen und zunächst für die Genzlandbildungsstätte auf Burg Hohenberg dokumentiert.

Schuld an diesem doch langjährigen „Marsch“ war dabei der Bericht über eine Wanderung von Prof. Dr. Karl Heinrich Wilhelm Münnich aus Dresden, die dieser in den 1840er Jahren unter seinen Eindrücken gemacht hatte und er dann als topographisch-historisches Werk den Titel „Das Fichtelgebirge und das Egerthal, in der Gegenwart und Vergangenheit, vom Ursprunge der Eger bis zu ihrer Mündung“ herausgab. Das Buch erschien dann 1859 und wurde 1992 als illustriertes Reprint von Dr. Friedrich Wilhelm Singer als Band VIII in der Reihe „Die Freistatt. Monographien aus Hohenberg an der Eger“ neu aufgelegt.

„Den naturräumlichen Raum der Exkursion bildet das 350 Kilometer lange Tal der Eger, das an der Quelle im Fichtelgebirge beginnt und sich über die böhmische Grenze hinweg in historisch und politisch verschiedenen Einzelräumen fortsetzt bis zum Ort Böhmisch-Kopist, dem letzten Ort vor der Mündung in die Elbe.“

Dazu muß allerdings hinzugefügt werden, daß diese Ausstellung mit dem Zusatz  „Teil 1“ versehen wurde, nach dem 1. die Strecke des Flusses sich ziemlich in die Länge zieht, 2. die räumlichen Gegebenheiten für eine Ausstellung im BGZ Eger begrenzt sind und 3. die Finanzierung durch die Landesversammlung in Prag war ausreichend für die ersten 50 zu sehenden Fotos. So stellt dieser erste Teil der Ausstellung ab Eindrücke von der Egerquelle im Fichtelgebirge bis zum gedeckten Eger-Steg in Königsberg an der Eger dar. Dabei werden historische Fotos seit der Jahrhundertwende um 1900 bis zum neusten Stand 2017 gezeigt. Damit auch des Deutschen Unkundige etwas „lernen“ können, hat Ernst Franke vom BGZ Eger die beschreibenden Texte dazu ins Tschechische übersetzt.

Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwochs während der üblichen Geschäftszeiten (9.00 – 17.00 Uhr) oder nach telefonischer Vereinbarung.

Ausstellungsdauer: 27.07.2017-1.12.2017

Adresse: nám. Krále Jiřího z Poděbrad 36.

Tel: +420 354 422 992

 

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