BERICHTE

Vollkommene Identität
(eine wahre Geschichte)
Måla Richard

Im Jahre 1990 fing für mich, einen „waschechten“ Egerländer aus dem östlichen Egerland ein neues Leben an. Nach dem ich den Gedanken verworfen habe nach Deutschland zu emigrieren und am 1. Januar 1990 mit dem „Pariser“ (Schnellzug Paris-Prag und zurück) mit meiner Familie zurück nach Pilsen kam, wusste ich nicht, was uns alles erwartet. Ich wollte eigentlich nur dem Vertrauen nachzugehen, welches ich in der Technologie der Stahlgießerei im November 1989 bekam, als ich zum Sprecher des „Bürgerforums“ gewählt wurde. Wir, die im Kommunismus lebten, hatten von einer wirklichen Freiheit keine Ahnung. Für jemanden, der gewöhnt war seinen Weg ohne den Parteiausweis zu gehen begann eine große Chance im Leben etwas zu erreichen. Neben dem Erfolg in meinen vielen Jobs, gehörte die Geburt des dritten Kindes und das Vereinsleben für die Deutschen in Böhmen zu den ganz wichtigen Merkmalen der „neuen Identität“. Eins darf ich nichts vergessen: ohne einem festen, christlichen Glauben wäre der Weg mit Sicherheit viel schlechter verlaufen. In den zwanzig Jahren ist vieles passiert: die Kinder sind groß geworden, das erste Enkelkind wird nächste Woche getauft. Der Verein existiert immer noch und eine gute Arbeit leistet er auch: Wir pilgern zu unseren Pilgerstätten in unseren Volkstrachten, wir singen unsere Volkslieder und tanzen unsere Volkstänze. Eine „erfolgreiche Geschichte“ würde jemand sagen. Ein  Mensch, der vom Herrgott viele Gaben bekam, sucht in Ehrfurcht aber immer nach neuen Herausförderungen. „Was fehlt mir eigentlich nach den vielen guten, gelungenen Sachen zu einer Vollständigkeit?“ dachte ich immer und immer nach. In einer schlaflosen Nacht hatte ich einen Traum: ich sitze in meinem Fachwerkhaus „ am Waldesrande“ an einem großen Tisch. Der grüne Kachelofen gegenüber dem Herrgottswinkel wärmt meinen „Bugl“ und ich singe das egerländer Volkslied „Haint scheint da Mond sua schäi(n“. Mein jüngerer Sohn begleitet mich auf eine Zither ich und schaue aus den Fenstern auf die Dächer meines Geburtsdorfes Plachtin, die mit frischem Schnee bedeckt im Mondschein nur so glitzerten…..

Zehn Jahre später nach diesem Traum: der große Tisch fehlt zwar noch, aber ansonnst ist der Traum zur Wirklichkeit geworden, wie ich ihn träumte!

Das Haus steht wirklich am Waldesrand, hoch über mein Geburtsdorf und alles andere ist so, wie ich mir erträumt habe. Ich erinnere mich sogar, dass ich an diesem Grundstück als sechsjähriger mit dem Onkel Erhard hinter dem Pflug stand. Vor dem Baubeginn ließ ich das Grundstück segnen, wie es nicht nur der alte Brauch ist, sondern sich auf für einen Christen gehört. Auch der Spatenstich wurde durch einen Egerländer in seiner Tracht gemacht. Nun ist alles ohne Schwierigkeiten gut verlaufen und in einigen Wochen kommt die Hausweihe. Ich möchte an den alten Sitte der Egerländer festhalten, auch wenn es heute ein wenig anders ist: alle diese Kleinigkeiten sind Teil von unserer Identität, zu der wir uns bekennen, und die uns im Glauben vollkommen machet. Es segne alle jetzigen und vor allem die zukünftigen Bewohner dieses Hauses unser allmächtiger Herrgott, der die größten Wunder vollbracht!


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