Jahresversammlung des BdD-LE mit Neuwahlen
Bund der Deutschen – Landschaft Egerland
Niederschrift der Jahresversammlung mit Neuwahlen
Am 19. November 2005 in Eger, Balthasar – Neumann – Haus
Mit anschließendem Besuch des „Bundesjugendtages“ in Marktredwitz
Um 13.10 eröffnete der Vorsitzende Richard Sulko die Sitzung. Nach der Begrüßung der Ehrengäste, die aus Iserlohn ( Bundesvorsitzender des „Bundes der Eghalanda Gmoin“ Günther Müller mit Frau) und aus Ingolstadt ( stellv. Vors. Helmut Kindl) kamen, ehrten wir unsere Toten. Danach folgte das Grüßwort vom Günther Müller.
In die Wahl und Beschlusskommission wurden gewählt: Marie Zíma, Jiri Rak und Helmuth Kindl.
Vor dem Bericht des Vorsitzenden folgte noch die Kontrolle der Beschlüsse. Als dringend wurde das Thema Abonnement des „Eghalånd Bladls“ bezeichnet, weil bis auf Karlsbad keiner Ortsgruppe die Zahl meldete und bezahlte.Es folgte der Bericht des Vorsitzenden, der auch die Jugendarbeit und die geplanten Projekte für 2006 vorstellte. Nach dem Richard Sulko kam die Geschäftsführerin des „Balthasar – Neumann Hauses“, Frau Krista Hruba zu Wort, mit ihrem Kurzbericht. In der folgenden Diskussion wurde betont, dass die Arbeit im BGZ im kommenden Jahr viel mehr auf selbständige Durchführung der Projekte orientiert werden soll. Kassenbericht trug stellv. Kassierein Brigitte Svec vor. Nach der Entlastung des Vorstandes kam es zur Wahl. Der Vorstand vom „Bund der Deutschen – Landschaft Egerland“ sieht wie folgt aus:
Vorsitzender: Richard Sulko
Stellvertreter: Krista Hruba, Bertl Ruzickova, Irena Kasáková
Schriftführerin: Marie Zíma
Stellv. Schriftführerin: Marie Schreiner
Kassiererin: Irena Sulková
Stellv. Brigitte Svec
Beiräte: Günther Müller, Jürgen Rak, Sabine Müller, Helmut Kindl
Nach der Wahl des Vorstandes wurden noch die acht Delegierten für die „Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien“ gewählt.
Nach dem Wahldurchlauf wurde noch über Planung für 2005 und 2006 gesprochen und um 17. Uhr erklärte der „altneue“ Vorsitzende Richard Sulko die Versammlung als beendet.
Bevor wir alle dann den Heimweg antraten, besuchten wir noch die Ausstellung „Die verschwundenen Dörfer“ im Erdgeschoss des BNH.
Für der Vorsitzenden und seinen Vertreter bei der „Landesversammlung“ Herrn Josef Woeschka ging es aber mit dem Programm weiter. Der Weg ging nach Altkinsberg, zur „Maria Loretto“. Dort schließen wir uns der „Egerland- Jugend“ an, die im Rahmen ihrer Jahresversammlung mit Neuwahlen (Bundesjugendtag) dorthin einen Ausflug organisierte. Nach dem Abendessen ging es über die Grenze nach Marktredwitz, wo am Sonntag die Wahl vorstand.
Der „Bundesjugendführer“ Volker Jobst wurde wiedergewählt, sowie die meisten vom „alten“ Vorstand.
Wir wünschen dem neuen Bundesjugendvorstand alles gute und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!
Niederschrift gefertigt: Richard Sulko, 19. 11. 2005
Aus der Vergangenheit gelernt erfahrener in die Zukunft!
Jahresbericht, vorgetragen bei der ordentlichen Jahresversammlung des „Bundes der Deutschen – Landschaft Egerland“ mit Neuwahlen am 19. November 2005,
im „Balthasar – Neumann – Haus “, Eger
Richard Sulko, Vüarstäiha ( Vorsitzender)
Sehr verehrte Gäste, Damen und Herren, Mouhmen u Vettan, Moidla u Bou(b)m!
Ich heiße Sie alle herzlich willkommen bei der Jahresversammlung vom „Bund der Deutschen- Landschaft Egerland“, dem Verband für die Egerländer, die im Egerland noch leben.
Im Jahre 2005 geht meine vierte „Amtsperiode“ zu Ende und ich möchte mit Euch Gefühle eines ehrenamtlichen Vorsitzenden des größten Verbandes der deutschen Minderheit in Böhmen teilen.
Beichte eines Vüarstäihas..
Als ich vor acht Jahren den Vorsitz vom „Bund der Deutschen“ übernahm, musste ich allerlei Herausförderungen meistern. Auch in meinem „Privatleben“, zu dem neben meiner Familie die Arbeit gehört hat sich in der Firma wo ich arbeite, einiges geändert. Ich übernahm die Verantwortung für die ganze Firma und damit Verantwortung für 42 Familien der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Freizeit für mein Ehrenamt wurde enger und dazu kamen noch Verpflichtungen beim Rat der Minderheiten bei der tsch. Regierung und im Karlsbader Kreis. An dieser Stelle muss ich dem Herrgott danken, dass er mir meine Frau mit meiner Familie schenkte. Jedem von Euch ist mit Sicherheit bewusst, was es heißt einen Lebenspartner zu haben, der eine Arbeit unterstützt, die leider immer noch in unserem Land Vorurteile schafft.
In dem „Galopp“ durch das Leben, verursacht durch die Aufgaben in der Firma und in dem Verband merkte ich überhaupt nicht, dass wir alle acht, bzw. 16 Jahre nach der Wende älter geworden sind. Ein dreißigjähriger Mann merkt diese Zeit nicht, aber beim fünfundvierzigen sieht es schon ein wenig anders aus, wenn er noch dazu die ersten gesundheitlichen Probleme bekommt. Und bei der Mehrheit unserer Mitglieder sieht das wiederum ganz anders aus. Mann kann sich als Geschäftsmann eben nicht so leicht vorstellen, dass man viel langsamer wird und dass man einige Sachen nicht mehr verstehen kann. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich noch einiges über dieses Thema lernen muss.
Alle hier versammelten Amtsträger sind für die Erfüllung der Satzung unseres „Bundes“ verantwortlich, die uns unser unvergessener Seff Heil brachte.
Nach 14 Jahren des Bestehens unseres „Bundes“ ist es gut, sich mal einige Sätze unserer Satzung in Erinnerung zu bringen:
Im § 4 dieser Satzung, unter „Aufgaben des Vereins“ kann man lesen: „Die Hauptaufgabe des Vereins ist die Wahrung kultureller und heimatpflegerischer Belange, die sich aus der Tradition des Egerlandes ergeben“.
Die Erfüllung der Satzung ist vor allem für den Vorsitzenden das höchste Gebot. In einer Zeit, wo man sehr effizient mit der Zeit umgehen muss und sich nicht wiederholte Gespräche um dasselbe Thema leisten kann, werden große Anforderungen an alle gestellt. Es ist auch für mich manchmal schwierig, wenn mein Chef mir eine Aufgabe gibt und ich muss sie erfüllen, auch wenn es mir nicht passt.
Die Satzung auch 2005 erfüllt…
Nun möchte ich mit meiner „Beichte“ aufhören und zu meinem eigenen Bericht kommen. Auch in dem Jahr 2005 kann der „Bund“ mit Stolz sagen, dass er der Satzung und dem Erbe unseres verstorbenen Gründer Seff Heil gerecht seine Verpflichtungen in Sache Erhalt unseres Egerlandtums erfüllte. Ich möchte nicht auf alle Details eingehen. Die treuesten, zu denen Ihr alle gehört, können regelmäßig in unserem Mitteilungsblatt, dem „Eghalånd Bladl“ nachlesen, wie unser Verband arbeitet. Für die, die die Möglichkeit haben ins Internet hineinzuschauen, ist die „Homepage“ des „Bundes“: wwww.egerlaender.cz mit Sicherheit eine ausgezeichnete Quelle der Informationen über unseren „Bund“.
An dieser Stelle möchte ich nur drei größte Erfolge „untersteichen“: weiteres bestehen der Volkstanzgruppe „Die Målas“, die mit den Kindern und Jugendlichen unsere Jugendarbeit im „Bund“ macht. Auftritte unter sehr schwierigen finanziellen Umständen in Augsburg, Prag, Bamberg oder Marktredwitz erfreuten viele Egerländer. Fürs kommende Jahr wird sich hoffentlich die Lage mit den Geldern ein wenig besser, weil wir zum ersten mal in der Geschichte Unterstützung seitens BMI bekommen. Es wäre schade, wenn wir diese Arbeit mit unseren Kindern nur wegen der ein wenig kleinen Unterstützung seitens des tsch. Kulturministeriums einstellen müsste. Der „Bund“ lebt aber nur aus den Mitgliedsbeiträgen und aus Spenden. Ich möchte an dieser Stelle nicht nur Vorstandsmitglieder und Ortsgruppevorsitzende fragen; wie viel Spenden hat jeder Amtsträger gesammelt, damit wir diese oder ähnliche Maßnahmen durchführen konnten? Nur unsere größte kulturelle Maßnahme, das Konzert „Musik kennt keine Grenzen“ kostete den „Bund“ 32 Tausend Kronen! Wenn uns nicht die Waldkraiburger Blaskapelle im Sinne vom egerländer Zusammenhalt entgegenkäme, müsste man nach 13 Jahren diese größte kulturelle Sache abblasen. Manchmal macht man sich das einfach: „Die Leute haben keine Interesse, was habe ich davon, wir sind schon alt“ oder ähnliches hört man, wenn man sich das Leben einfach machen will.
Die dritte Maßnahme war schon zum fünfzehnten mal die „Grabpflege – Aktion“ im Stift Tepl. Gemeinsam mit der Egerland – Jugend festigten wir nicht nur die Freundschaft zu den egerländer Nachkommen in Deutschland, sondern auch zu unseren neuen Freunden von der tsch. Volkloregruppe „Marjánek“ und zu dem Stift selber. Es ist einfach die Mustermaßnahme für Jugendarbeit!
Zuversichtlich in die Zukunft…
Neue Impulse sind gefragt: Als ich von der dt. Botschaft hörte, dass man Unterstützung vor allem bei Projekten mit Kindern oder Jugendlichen bekommen könnte, erfreute sich mein Herz: ich war aus finanziellen Gründen gezwungen, fürs kommende Jahr einiges einzustellen. Ich hoffe, dass neue, oder „altneue“ Projekte, die ich schon längere Zeit im Kopf trug im Jahr 2006 zur Wirklichkeit werden. Meine Projekte, die über unser Begegnungszentrum laufen sollen, erwecken mit Sicherheit neues Interesse und das nicht nur bei den älteren Mitgliedern: Autorenlesung, Stift Tepl – Aktion oder Mundartseminar für Kinder.
An dieser Stelle möchte noch ein großes Anliegen loswerden. Heute wählt Ihr den neuen Vorstand. Die Zeiten sind viel härter geworden und dazu sind wir alle, so wie ich es am Anfang sagte, um einiges älter geworden.
Als zweiter Vizepräsident des „Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien“ habe ich genug Informationen aus den 22 Verbänden der Deutschen aus der ganzen Tschechischen Republik. Ich kann Euch mit Nachdruck sagen: wenn wir nicht die Mittlere Generation in die Arbeit einbinden, ist es in fünf, oder zehn Jahren mit jedem Verband aus! Ich flehe Euch alle an: versucht bitte Leute zu finden, die bereit sind, neben ihrer Arbeit, die heute ganz schwierig ist zu meistern, ehrenamtlich für das Egerlandtum zu arbeiten!
Soll man nicht realistisch bleiben und lieber eine „Halbechten“ Egerländer arbeiten lassen, der zwar nicht richtig Deutsch kann, aber sich mit Herz für unser Anliegen einsetzt?
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Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und wünsche uns allen eine gesegnete Zukunft!
Füar unna Hoimat ålls, im Eghalånd semma u blei(b)ma daham!

