Ostern in Netschetin

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Geschrieben von Richard Sulko

Bräuche, Glaube, Begegnung
( Ostern 2003 in der Heimat)

Im östlichen Egerland hat der „Bund der Deutschen – Landschaft Egerland“ die Ortsgruppe Netschetin – Preitenstein. Die Osterzeit ist immer die Zeit, die diese kleine Gruppe der „verbliebenen“ Egerländer aktiv erlebt. Am Karsamstag gehen die „Ratschboum“ mit ihren „Krachmachern“ durch Netschetin, Neustadl, Preitenstein und Plachtin und besuchen die Mitglieder. Am Fest der Auferstehung Christi gehen einige Mitglieder in ihren Egerländer Trachten zu der hl. Messe in die neu renovierte St. Jakobus – Kirche in Netschetin. Es sind auch Ministranten, die in der Tracht am Altar dienen. Ich bin wieder für den Weihrauch zuständig. Auch heuer haben die Besucher schön „gerochen“, als sie nach Hause kamen. Das Wetter war herrlich. Als wir uns mit dem Herrn Pfarrer Liska zum Gemeinschaftsfoto an die südliche Kirchenwand hinstellten, war es wirklich wie im Frühling. Nach der hl. Messe habe ich eine kleine „Familienbegegnung“ organisiert. Im Gasthaus „am Rathaus“ traf sich meine große Familie. Meine Oma mit der Tante Renate und Onkel Ernst aus Deutschland waren gekommen und haben noch zwei Enkelkinder mit gehabt. Es war ein schönes Treffen, mit zweiundzwanzig Mitgliedern unserer Familie. Den Abend verbrachten wir bei „Malas“ am Plachtin. Ostermontag gehörte wieder den Bräuchen, die quer durch beide Länder gehen: „Gang mit der Osterrute“ und „Nestesuchen“. Nach gutem Mittagessen haben wir uns ein wenig von dem anspruchsvollem Wochenende erholt und nach Pilsen den Weg angetreten, denn es erwarteten uns wieder die normalen Arbeitstage. Aber schön waren die Ostertage doch, wie sich es gehört und im Sinne der drei Wörter: Bräuche, Glaube und die Begegnung!

"Ratschboum" am "Schluaß"
hl. Messe
"da vasteckta Oustahoos"

nach der hl. Messe

Ratschn gäihn im Eghaland
( Ostern 2003 in der Heimat)
Mala Richard

“Na siahst, ma löiwas Böiwerl,” ho(b i za meinam kloinan Bou gsagt: “Döi Fastnzeit is vabaa u miar kinna wieda unnara Ratschn asi toun!” Ma altara Bou, da grouße Richard haut döi meina Ratschn nua a weng reparieren möin, uwa am Austasamsta woar allas vürgricht. Heintzatogh ho(b)m mas schwaar. Da Karfreita is ba uns daham a ganz normale Arwatstogh u sua dauat dös gröißta christlicha Fest ba uns nuar draa Togh. Uwa genou(g mit dian “meckern”: Es is Samsta fröi, ma Tochta is mit ihrem Freund as P(i)lsn kumma und sua ho(b)mma kinna lous legn. Unna ersta Wegh is z´ da “Kuffner Annl” ganga. Döi wohnt in Netschetin in oinam kloinan Heisl as Hulz, wenn ma Richtung Manetin gäiht. “Klappa, klappa oins, döi Henna legt a Kloins” … is lous ganga: “Jessas, i ho(b) ja üwerhaupt niks vürgricht” hauts g´hoißen. “Uwa schäi(n habts dös g´macht!” Wiar ho(b)m “Gsunda Feirtogh” gwünscht u semma weita ganga. Heia ho(b)mma ganz schäi(n gfrouan. D´Sunna woar hinta Wolkn vasteckt, schäi(n kalt woars aa u als ma af´m Markplatz kumma san, woar ma scho ganz frouch, dama van Wirt a “Stamperl” zam “aawärma” gröight ho(b)m. Affa is scho a weng bessa ganga. Als ma zum “greinan Kreiz” kumma san, woar zwoar imma nuch kalt, uwa uns is scho doch a weng wärma gwoarn. Nauch dem wiar bet(n ho(b)m, semma weita ganga. Am Neustadl ho(b)mma unnara ersten Oia gröigt. Da Rucksack vom “Berti” woar scho ganz schäi(n gfüllt, als ma Richtung Plachtin Proitnstoa verlassan ho(b)m. I ho(b an Wegh g´numma, dian i imma ganga bin, wen i ba(d)n ganga bin. Dian Wegh haut ma uwa nimma darkennt. Da Baam uwa, wou i mal a “Schatz” varsteckt ho(b, haut nu dort g´standn wou er imma woar. Baama kua ma halt sua oi(n)fach niat varsetzan, wöi d´Leit! Endlich Plachtin! Da erste Aufenthalt haut den “Fein” ghöiat. Za erscht ho(b) ma am “Kreiz von Therezia Babor” bet(n. Affa semma in d´Stubn einiganga. “D´ Feinresi” hauts sich gfraat, u miar aa. In da Stubn woars schäi(n warm. I ho(b ma erstes Böia gröight u sua woar döi Plauch vabaa. Döi nächsta “Haltstation” woarn “D´Gowas”. Wieda varstärkt ho(b)m uns nuar zwoa “Adressen” darwartat: “Malas” und Frau Kujovska, döi ba da Kapelle wohnt. U ba da Plachtiner “Mutter Gottes Kapelle” ho(b)m döi heirigen “Ratschboum” dian letztan “Engel des Herrn” bet(a u san zfrie(d)n wieda ham ganga. Sie ho(b)m an altan Brauch dahaltn u ho(b)m aa kloins Opfer füar unnan Glaubn bracht.

 

 

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