Klein, aber einig

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Geschrieben von Richard Sulko

Klein, aber einig
(Sudetendeutscher Tag 2008)
Richard Sulko           

Zum ersten mal dabei!

Der Sudetendeutsche Tag 2008 in Nürnberg war für den „Bund der Deutschen-Landschaft Egerland“ wieder eine der wichtigsten Maßnahmen im Jahresverlauf. Schon mehr als zwölf Jahre zeigen wir, die „verbliebenen“ Egerländer auf einem Stand, welche Arbeit wir für den Erhalt des „Egerlandtums“ und der Völkerverständigung im Westen Böhmens durchführen. Jedes Jahr gestaltet der „Bund“ seinen Informationsstand neu und sehr oft mit Neuigkeiten. Im Jahre 2008 konnten wir drei! neue wichtige Informationen der Öffentlichkeit präsentieren: Gerade am Samstag bekamen wir ganz frisch aus dem Tonstudio die neue CD: „Gestan bin i assigfoarn“. Auf diesem Tonträger sind alte egerländer Volkslieder, die mehr als hundert Jahre alt sind. Sie sind vom Tomas Spurný, einem Dudelsackspieler aus Strakonitz  in einem Archiv in Prag gefunden worden und nach der Bearbeitung haben wir die Lieder im Januar aufgenommen. Ein wirklich historisch wertvolles Werk, welches für unsere Nachkommen die „Originalmundart“ rettet. Die wichtigste Neuheit war jedoch die erste! Teilnahme von zwei! neuen Tänzern bei unseren zwei Auftritten im Rahmen des „Böhmischen Dorffestes“. Der Franz aus Aussig a.d. Elbe und die Miluska aus „Neustadl“ haben zum ersten mal in ihrem Leben einen „Sudetendeutschen Tag“ besucht und dabei mussten sie dazu gleich auftreten! Wer weiß, was es für ein Stress ist in einer großen Menschenmasse zu sein kann es verstehen, was auf die „Neulinge“ zukommt. Dazu können die beiden kein Deutsch! Der Frantisek brachte mit dem Zug aus Aussig in seinem „Ranzen“ die dritte Neuheit mit: echte egerländer Ostereier, die er in mühevoller Handarbeit in den letzten Monaten speziell für dieses Wochenende fertigte.

Eine wirkliche Heimatliebe mit Einigkeit…

Die größte Freude bereitete mir jedoch die Atmosphäre, die unsere Gruppe von zwanzig Egerländern bei diesem größten Fest der Sudetendeutschen bildete. Nicht nur wegen den Kindern, die immer eine Bereicherung für die „alten“ sind und dazu noch mit ihren „Einfällen“ Spaß verursachen. Heuer kam die Jana mit unserem Berti auf die Idee Trachtenpuppen zu spielen. Eine wirklich gelungene Sache, wie man bei den Reaktionen der Besucher  sehen konnte.

Ein Wort noch zu den „Weltunterschieden“, in denen wir leben. Unsere vor allem ältere Menschen sind nicht die „große westliche Welt“ gewöhnt und füllen sich unsicher. Ob es in einem modernen Hotel ist, oder bei den Gesprächen mit Gästen, die nach Informationen suchen. Eins kann man aber uns, den „Böihm“ nicht wegnehmen: Böhmische Gastfreundschaft und Fröhlichkeit. Auch wenn man sich bei dem einen oder anderen ärgern muss, dass er zu spät kommt, oder nicht hilfsbereit auf dem Stand stehen will, eins ist klar: auch heuer zeigten wir einen Teamgeist und ich bin mir sicher, dass man bei uns eine Einheit und Heimatliebe spüren konnte. Ich wünschte mir für alle Egerländer auch für die Zukunft: bringen wir doch mehr von diesem „böihmischen Freundschaftsgefühl“ in unseren Alltag: unsere Vorfahren und vor allem unsere Nachkommen werden sich freuen!

 

v.l.: Frau Sulko, Preisträger Uhl, Frantisek Roubal

der Stand vom BdD-LE

"Die Moalas" beim Auftritt am Samstag

Einmarsch in die Frankenhalle: immer noch ein großartiges Gefühl

 

l.: Bundesvüarstäiha Heimrath begrüßt den Bayer. Ministerpräsident Beckstein

 

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