650 Jahre Karlsbad- Kulturreise der "Altkarlsbader"
Das sollte die Oberbürgermeisterin erleben
(Kulturfahrt das „Altkarlsbader“ 2008)
Richard Sulko
Am Wochenende vom 23. Zum 24. Mai 2008 fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 650 Geburtstag von Karlsbad die „Kulturreise des ´Altkarlsbader“ statt. Für den „Bund der Deutschen – Landschaft Egerland“ war das eine große Ehre eingeladen zu werden. Wir, der Verband der Deutschen, die in Böhmen noch leben haben ein großes Glück, dass man neben dem „Bund der Eghalånda“ Gmoin und einigen wenigen Verbänder der „Vertriebenen“ diesen Heimatverband haben. Eigentlich ist es der einzige Heimatverband in der SL- Gliederung, der mit uns so eng zusammenarbeitet. Einen ganz großen Segen hat davon unsere Ortsgruppe Karlsbad, mit ihrer Vorsitzenden Irene Kasák. Und es waren auch viele Mitglieder von dieser Ortsgruppe beim festlichen Freitagabend anwesend. Nicht versäumen lies sich diese Feierlichkeit auch die stellv. Vorsitzende vom BdD-LE und Begegnungszentrumsleiterin Krista Hruba, eine „Wahlkarlsbaderin“, die mit einer Begleitung aus Eger kam. Den Abend eröffnete der Vorsitzende Dr. Peter Küffner. Eine große Ehre war für uns die Anwesenheit der „Primátorka“ (Oberbürgermeisterin) von Karlsbad, Dr. Veronika Vlková die zu uns auch ein Grußwort sprach. Schade nur, dass die von vielen mit großer Neugier erwartete Rede so „Schadenbegrenzt“ war. Man sieht noch nach neunzehn Jahren nach der Wende, wie viel Arbeit noch im „Sudetendeutsch- tschechischen“ Verhältnis gemacht werden muss. Schade, dass die OB bei meinem Grußwort nicht mehr dabei sein konnte. Ich könnte ihr dann auch in ihrer Muttersprache erklären, warum ich in meinem Grußwort Karlsbad als „einst Weltkurort“ nannte. Ich konnte mich bei allen Anwesenden für die Unterstützung bedanken. Nicht nur für die „moralische“, sondern auch für die „materielle“, denn HV der Karlsbader ist der einzige Heimatverband, der als „Pate“ für unser Mitteilungsblatt, das „Eghalånd- Bladl“ ist. Zum Schluss überreichte ich als Dank dem Vors. Küffner mein erstes Buch „Måla Richard dazühlt“. Das ist das vierte Buch, was der BdD herausgab. Der Höhepunkt des Abends war jedoch für mich die Begegnung mit der Tochter vom letzten deutschen Bürgermeister Karlsbads, Richard Rusy, Renate Maschke-Rusy. Ihr sehr detailliertes erzählen über ihre Kinderzeit in Karlsbad hat mir ein weinig die Tiefe der Tragödie dieser Stadt und ihrer deutschen Bewohner verstehen lassen. Ganz erstaunt war ich z.B. über das erzählen über das Wahljahr 1935 und über die Personen, die sich bei ihrem „Vati“ trafen und über die ich nur aus den Geschichtsbüchern erfahren habe. Eine wahre, tiefe Heimatliebe, in der ich sogar ein „Verantwortungsgefühl“ für Karlsbad spürte. Wir gingen nach dem Abend ins Hotel und als die Renate die schlecht durchgeführte Asphaltierung am Bürgersteig sah, sagte sie: „Das würde mein Vati sofort beanstanden“. Man kann sich heute, mehr als sechzig Jahre nach der Vertreibung der Deutschen aus Karlsbad ein Bild machen, welche Menschen für diese Stadt mehr Segen bringen würden!
Diesen Abend mit Renate Maschke – Rusy sollte die Oberbürgermeisterin erleben!




