Die ältesten egerländer Volkslieder bleiben erhalten
Die ältesten egerländer Lieder bleiben erhalten
Måla Richard
Die Kultur der verschiedensten Stämme, die nicht mehr in ihrem ursprünglichen Lebensraum leben können ist zur Vernichtung verurteilt. Das trifft auch bei den Egerländern zu, die in der Mehrzahl aus dem Egerland vertrieben worden sind. Es gibt aber Stämme, die eine lange Ausdauer haben und mit vorzüglicher Jugendarbeit diesem Schicksal entgegenwirken. Egerländer sind wie bekannt „Dickschädel“ und so wundert man sich nicht, dass sie noch sechzig Jahre nach der Vertreibung zu sehen sind und ihr Kulturgut pflegen. Wir, die im Lande unserer Vorfahren geblieben sind, sind stark assimiliert und unsere Kinder und Enkelkinder werden es schwer haben deutsch zu sprechen, von einer egerländer Mundart wird man in zwanzig Jahren scheinbar nichts mehr hören. Unsere Vorfahren haben ein gewaltiges Reichtum an Kulturarbeit hinterlassen; als Beispiel können die vielen Volkslieder genannt werden. Im südlichen Egerland war die egerländer Dudelsackmusik mit der der Choden oder Böhmen beeinflusst, man bereicherte sich gegenseitig. Und es war auch ein junger tschechischer Musikwissenschaftler, der ein neues Projekt für die Rettung unseres deutschen Liederschatzes startete. In Zusammenarbeit mit dem „Bundesvüarstäiha“ des „Bundes der Eghalanda Gmoin“ Dr. Ralf Heimrath entstanden einigen Aufnahmen, die ganz wertvoll sind. Der Musikwissenschaftler, Pianist und Dudelsackspieler heißt Tomas Spurny. Er grub die über 150 Jahre alte Handschriften in einem Archiv in Prag aus und hat sie in eine Maschinenschrift gebracht. Die Volkslieder, die für die Hörstation des neu gestalteten Museum des Heimatkreismuseums in Tirschenreuth bestimmt sind wurden mit größter Sorgfalt ausgesucht und vorbereitet. Es waren die dabei, die neben dem Gesang noch „unverfälscht“ die egerländer Mundart können. Die Aufnahmen dauerten mit Proben einen ganzen Tag im Januar 2008. Als Quelle dienten: Liedersammlung vom Albert Brosch (1896-1970), die „Rittersberk- Sammlung“, Anton Kohl aus dem südlichen Egerland und Josef Czerny aus Altfürstenhütte bei Tachau (1883 – 1961). Wer waren die Mitwirkenden bei diesem Ereignis?
Tomas Spurny, Musikwissenschaftler, Pianist und Dudelsackspieler, früher Strakonice, jetzt Denzlingen bei Freiburg
Kristina Kocová, Geigerin, Strakonice/Prag
Václav Martan, Klarinettist, Cestice
Waldsassener Dreigesang: Monika Kunz, Gertraud Dietl, Annemarie Liewald
Neualbenreuther Zwio: Monika Kunz und Franz Danhauser
Ingrid Leser
Richard Sulko
Dr. Ralf Heimrath
Ich selber fühlte mich in dieser Runde „wöi daham“ vor zehn Jahren, als noch viel mehr von unseren Mitgliedern lebten und ich mich „eghalåndrisch“ unterhalten konnte.
Ich kann nur dem Dr. Ralf Heimrath und dem Tomas Spurny ein Vagelt´s Gott sagen, denn dieser Tag war ein Beispiel der richtigen Arbeit für die Rettung unseres egerländer Kulturgutes was für uns alle eine Herzenssache ist.
Ein Beispiel eines Liedes aus der „Rittersberk – Sammlung“:
Bist schon long mai Schotzerl gwesen...
Bist schon long mai Schotzerl gwesen,
host schon long mein Herz erfreut,
und öitz mou i di verlossen,
ein nur wegn die folschen Leut
Wenn i di sollt jetzt verlossen,
ist mein gonze Freud holt aus:
schönsta Schotz, des derfst dir denken,
ohne Unglück geht’s nit aus.
S´gfreut mi nix, ols deine Jugend,
s´gfreut mi nix wie dein Gesicht,
nix wie deine rothen Wangen,
aba küssen derf is nit.
Hast ma´s Herzl fest versprochen,
wullst mi lieben wie dein Kind,
und jetzt host dein Schwur gebrochen,
Schotzl denk an deinen Ring.




Plan-Weseritzer-Heimatstube
Tirschenreuth, Hochwartstraße 1, Heimatstube mit Archiv des Heimatkreises Plan-Weseritz zur Erhaltung des Egerländer Kulturgutes aus diesem Gebiet. Besichtigung nur nach Vereibarung.
Auskunft:
Emil Hampl, Tel. +49 09631/1226

