Ein Wunder des Alltags
Ein Wunder des Alltags
Feuilleton
Måla Richard
Ein normaler Mensch, der im Alltagstress nur Sorgen mit dem besorgen des „alltäglichen Brotes“ bewältigen muss, sollte meine Aussage lesen, den sie erzählt über ein kleines Wunder, was meiner Familie an einem Sonntag im Juni passierte.
Das Leben eines Egerländers, eines Deutschen im jetzigen Egerland ist mit Sicherheit nicht so einfach. Für die älteren bleibt der komische Beigeschmack der Menschen zweiter Kategorie noch lange erhalten. Für die mittlere Generation sieht die Lage schon viel besser aus. Wenn sie sich nicht für die ehrenamtliche Arbeit für die „verbliebenen“ Egerländer einsetzen, machen sie einfach „Business“ und verdienen mit ihrer vererbten deutschen Sprache kein schlechtes Geld. Es gibt aber noch eine Gruppe der Egerländer, die jeden Tag mit Freude und Nächstenliebe gönnen können: Es sind die „Egerländer Christen“, die fromm und mit Gottesfurcht ihr Leben führen. In der Heiligen Schrift heißt es: „Der Lohn erwartet Euch im Himmel“. Ich denke, dass man einiges schon auf der Erde bekommen kann. Man braucht sich nicht viel den Kopf zerbrechen. Man hat nur ein normales Leben im Sinne des Evangeliums zu leben und unserem Schöpfer jeden Tag für seine Gaben danken. Wenn man den Glauben noch mit dem „Egerlandtum“ verbinden kann, freut sich nicht nur unser Egerländer Herz, sondern auch mit Sicherheit unser himmlische Vater. Und hier möchte ich mit einer Geschichte beginnen, die nicht nur war ist, sondern auch alle die aufmuntern soll, die verzweifelt durchs Leben nur so „herum wurschteln“. Alles begann vor etwa fünf Jahren. An einem Tag erschien zu der Tanzprobe unserer kleinen Volkstanzgruppe ein tschechisches Mädchen aus dem Kreis Pilsen –Nord. Sie arbeitete mit meiner Frau auf der Post und wollte sehen, wie wir tanzen. Der einzige freier Tänzer war unser Richard, der fasst mit Widerstand mit seiner neuen Tänzerin das Tanzen anfing.
Die Jahre verflossen wie im Pfluge. Wir pflegten nicht nur unser Egerlandtum, sondern auch unseren Glauben und beteiligten uns an mehreren kirchlichen Feiern. Ob es Ostern, Wallfahrten, Maiandachten oder Weihnachten waren, immer konnte unser Herrgott oder unsere Gottesmutter einen kleinen Haufen der Egerländer aus Netschetin sehen, die ehrlich zu ihrem Glauben gestanden haben. Die Egerländer sind Dickköpfe und wenn sie sich den Glauben in das Gehirn „einbrennen“, kann es keiner mehr herausnehmen. Wir trugen unseren Glauben auch im tiefen Kommunismus in unserem Herz und im täglichen Gebet beteten wir für unsere Kinder und unsere Nächste.Die Früchte unserer „Ausdauer“ und Treue ernten wir an dem Sonntag, den 11. Juni 2006.
Die Terezia, die erwähnte Tänzerin aus unserer Gruppe wird heute getauft und gefirmt! Und es ist noch nicht alles! Am 15. Juli empfängt sie das hl. Sakrament der Ehe! Und wer ist der Bräutigam? Unser Sohn Richard!
Zuerst kommt aber die Taufe und die Firmung. Die Tereza bat meiner Frau die Firmpatin zu sein. Ihre zukünftige Schwiegermutter soll also Zeuge des hl. Sakraments sein!
In der heutigen Zeit hört man nur die schlimmsten Nachrichten: über Wahlergebnis, über Korruption, über Kriminalität, über aussichtslose Zukunft.
„Seid zuversichtlich“, spricht der Herr, den den Kleinen gehört das Himmelreich!
Meine kleine, aber wahre Geschichte soll euch alle aufmuntern: lebt ein „gscheits Lebn“ und alle anderen Gaben bekommt ihr von unserem himmlischen Vater noch dazu geschenkt!
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