Dem Bvsen nicht gewichen

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Geschrieben von Richard Sulko

Dem Bösen nicht gewichen! 
( Wallfahrt nach Maria Stock am 1.5.2006)
Richard Sulko

Alle Wege führen nach Maria Stock...

Die Zeit rennt so schnell, dass man es nicht fassen kann. Der 1. Mai 2006 war da und mit ihm die Frage, ob die Gläubigen wieder in Maria Stock eintreffen. Vor einem Jahr wurde diese Wallfahrt, die schon unter der kommunistischen Zeit zum Zeichen der Nächstenliebe auch zwischen Tschechen und Deutschen wurde, als beendet erklärt. Die Kirche musste zugemauert werden, damit sie für die nächsten Generationen erhalten bleibt. Die danach folgende Juli – Wallfahrt wurde zu den Prämonstratenser nach Tepl verlegt. Ich hatte damals die Mutter Gottes auf dem Gnadenbild gefolgt und merkte, wie traurig sie mich anschaute: „Ihr habt mich verlassen..“ las ich in ihren Augen. In unserem Land werden wir im Juni Parlamentswahlen haben, sowie im Herbst Kommunalwahlen. Die Kommunisten sind laut den letzten Umfragen die drittstärkste Partei. Das Böse beherrscht also noch sehr viel Seelen in unserem Land. Um so mehr jubelte mein Herz, als ich die Nachricht bekam, der Pilsner Bischof Mons. František Radkovský wird in Maria Stock weiter machen! Mit großer Freude informierte ich alle Bekanntenkreise und Heimatzeitschriften und erwartete gespannt das Ergebnis. Die ganze Nacht zum 1. Mai konnte ich nicht richtig schlaffen. Ob es der Angst vor der Blamage war oder diese Zaubernacht, wo die Hexen verbrannt werden, weiß ich nicht. Um acht Uhr in der Früh fuhr ich in einem frostigen Morgen gemeinsam mit meinem kleinen Sohn Richtung Maria Stock. Wegen den Regenfällen, die die ganze Woche vor dem 1. Mai das Land belästigten, musste die Wallfahrt nach Udritsch verlegen werden. Schon nach der erste Stunde beruhigte sich mein Herz: Freunde und Wallfahrer aus allen Richtungen sind aus der Hauptstraße Karlsbad- Prag abgebogen und nach Udritsch gekommen: Aus Österreich, aus dem Taunus in Deutschland und sogar aus Sachsen!

Mit Gottesmutter ein Augenblick alleine...

Ich begrüßte die Anreisenden und ließ sie an der Sonne ein wenig Wärme sammeln. Die Kirche stand noch leer und die Maria schaute aus dem Gnadenbild in die leere Kirche. Ich ging voll Demut zu Ihr und kniete vor ihr nieder. Es war ein seltsames Gefühl: ein Bild, was mehrere Wunder bewirkte, was an Menschenansturm und Weihrauch gewohnt war, war in der ganzen Kirche mit mir allein! Fieberhaft versuchte ich mein Gebet zu formulieren, damit mich nicht jemand stört; konnte aber nicht die richtigen Worte finden. Dank musste ich vorerst aussprechen, den mein Leben ist mit Sicherheit voller Gnaden. Wenn man aber Fürbitten für seine Nächsten formulieren will, merkt man, wie lange man brauchen würde. Es sind viele, die mir bekannt sind und die die Hilfe brauchen!

Ein Wunder an diesem Tag...

Als ich noch vor dem Bild kniete, konnte ich nicht ahnen, dass an diesem Tag ein kleines Wunder passiert. Die Prozession und die heilige Messe wurde bravourös vom Bischof gemeistert. Die Kirche war voll und die Atmosphäre erwärmte in dem kühlen Morgen die Herzen der Pilger.  Wir kamen aus der Kirche heraus. Eine junge Pilgerin kam auf uns zu: „Herr Bischof, hören sie mal, was wir erlebten: Wir wollten bis nach Maria Stock fahren aber wurden hier aufgehalten. Wir sind aber nicht stehen geblieben und sind trotz dem mitgeteilten schlechten Wegezustand weiter gefahren. Als wir nach Maria Stock kamen, fanden wir zwei jungen Mädchen, die auf einem Motorrad hinfuhren. Sie hatten einen Unfall und lagen verletzt auf dem Weg. Sie konnten mit eigener Kraft nicht die Hilfe aufsuchen und dazu blieben ihr Handys Zuhause!“

Man kann im Alltag viele Gottes - Zeichen sehen, man muss sie nur sehen wollen! Wenn man sich ein wenig anstrengt, wenn man eigene Meinung mit viel Glauben im Sinne der Nächstenliebe ändert, wird man gesegnet und das brauchen wir, sterbliche Menschen recht viel, oder nicht?

 

die Helfer

bei der Prozession

Bishof Radkovsky bei der Predigt

 

 

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