Mel Gibson und Ratschn

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Geschrieben von Richard Sulko

Mel Gibson und Ratschn
( Ostern 2006 in der Heimat)
Måla Richard

 

Mel Gibson für den Anfang...

Den Namen für diesen Artikel wählte ich nach einem tiefen Erlebnis, was ich am Karfreitag erfuhr. Karfreitag ist in Böhmen ein ganz normaler Arbeitstag. Der Versuch einiger christlichen Abgeordneten ihn für den Feiertag zu ernennen kam im Parlament nicht durch. Man kann sich nicht wundern, wenn die Mehrheit der Politiker, so wie die meisten Bewohner Tschechiens Ostern nur für ein „Frühlingsfest“ halten, bzw. nur Tage für eine Erholung. Wir, die „verbliebenen“ Egerländer, dazu noch Christen, versuchen das Fest so zu feiern, wie sich es gehört. Zurück zum Artikelnamen: Ich blieb am Karfreitag in Pilsen. Nach einem Abendessen aus fleischlosem Gericht wollte auch ich zuhause etwas österliches erleben. Ursprünglich wollte ich mir ein Konzert ansehen, aber die Atmosphäre am Karfreitag zwang mich in meine „DVD-Thek“ zu gehen und etwas passendes finden. Mel Gibsons „Die Passion Christi“ sollte mich auf das Leiden unseres Herrn vorbereiten. Ich sah diesen Film zum erstenmal und war tief beeindruckt. Ganz besonders die Authentische hebräische Sprache trug dazu bei, es für mich für ein unvergessliches Erlebnis zu machen.

 

Auch am Karsamstag authentisch...

Richtig gestimmt fuhr ich also am Karsamstag früh nach Netschetin, wo mich und meine Lieben unser alljährlicher „Ratschngang“ erwartete. Um halb neun marschierten wir los. Der heilige Petrus schenkte uns das richtige „Kaiserwetter“ und damit war unser kleiner „Kreuzweg“ ein wenig einfacher. Das ich beim diesjährigen „Ratschgehen“ am Ende so „kaputt“ werde, wusste ich am frühen Morgen selbstverständlich nicht. Die Zusammensetzung unserer „Ratschgruppe“ war heuer ein wenig anders: neben meiner „Wenigkeit“ ging mein ältester Sohn Richard mit, der Video – und Foto- Aufnahme machte. Meinen Jüngsten Sohn Berti begleiteten Katharina und Petra, die „Moidla“ von meinem Bruder und zum erstenmal dabei war Teresia aus Manetin. „Nu Kinna, gemma hålt im Gotts Nåuma“ befiel ich uns wir starteten.

 

Teichausfischung auch dazu...

Die Rute führte wie üblich: Netschetin, Kapelle im Tiergarten, Wawateich, grüne Kreuz, Dt. Neustadl, Preitenstein und Plachtin.„Klåppa klåppa oins, da Henna lecht a kloins, Klåppa klåppa zwoar, da Henna lecht a Oa, Klåppa klåppa drei, i(ch gröich a braws Wei(b, klåppa klåppa vöiara, wenn´s uns recht vüll gibt’s, is uns tausendmål löiwa“ erklang an diesem Samstag mehrmals. Eine Neuigkeit erlebten wir heuer trotzdem: als wir zum „Wawateich“ kamen, fand gerade eine Teichausfischung statt. Kinder sahen so etwas zum erstenmal und deswegen blieben ein wenig länger auf dem Teichdamm stehen. Den üblichen Rast machten wir am „grünen Kreuz“, nach dem wir „Engel des Herrn“ beteten. Die Kinder haben sich scheinbar ein wenig zu viel erholt, weil sie eine teuflische Idee bekamen: „Wir wollen auf den Schlossberg gehen“ teilten sie mir mit. Ich ließ abstimmen und wurde geschlagen. Wir kletterten mit unseren schweren Ratschn also hoch. Schon in der Mitte des Berges, etwa beim Wassergraben merkte ich, dass ich nicht mehr der jüngste bin: ich war schon zwanzig Meter zurück hinter den kleinen „Ratschboum“. Und dabei erwarteten uns noch etwa zwei Kilometer Fußweg! Nach dem zweiten Rast, den wir im Geschäft „U Zofky“ am Preitenstein machten, ging es schon ein wenig schneller, so dass wir um ein Uhr schon bei „Gowas“ waren. Mit „Na Leitla, wou set´s nu heint?” wurden wir mit einem “Stamperl” begrüßt. Kinder bekamen nicht nur belegte Brötchen, sondern  auch viel Eier und Süßigkeiten. Alles wurde dann bei „Målas“ aufgeteilt und es war genug, was wir uns an diesem Tag „erwirtschafteten“.

 

Trachten in der Kirche ....

Was wäre die Kirchenfeier der Auferstehung Christi in der Netschetiner Jakobus- Kirche ohne den Egerländern! Nicht nur der Lektor und „Weihrauchspezialist“ feierte das größte kirchliche Fest in Tracht, sondern auch Ministranten und Orgelspielerin. Eine volle Kirche gab mit dem Sonnenschein ein tolles Bild noch dazu. Nach dem Abschlusssegen lud ich alle Familienangehörige in das Gasthaus „Am Rathaus“. Es waren mehr als zwanzig „Sulkos“ anwesend und es war ein gelungener Ostersonntag. Am Ostermontag wird in Tschechien mit einer „Osterrute“ herumgegangen. Das haben wir uns erspart, denn unsere Pflichten als Egerländer und Christen haben wir reichlich erfüllt!

 

Ratschnboum in Netschetin

Wawateich: Teichausfischung

deutsche Lesung

Aufteilen....

 

 

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