Zeichen Mutter Gottes

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Geschrieben von Richard Sulko

Zeichen Mutter Gottes
( dt.- tsch. Maiandachten in Netschetin 2005)
Richard Sulko

Schon Jahrzehnte...

Mehr als zehn Jahre organisiert die Ortsgruppe „Netschetin“ im „Bund der Deutschen – Landschaft Egerland“ bei den Kapellen im Pfarrsprengel Netschetin Deutsch – tschechische Maiandachten. Heuer fanden sie am Samstag, dem 28. Mai statt. Bei diesen Andachten beten wir die Mutter Gottes an, um sich für die Gaben, die wir im Leben bekommen zu bedanken und um ihr unsere Sorgen vorzutragen.

Zeichen Mutter Gottes...

Heuer erlebte ich wirkliche Zeichen von unserer Gottesmutter und es wurde mir ganz klar, dass sie uns auch gehört. Als ich mit unserem Pfarrer Liska die Orte aussuchte, wo und wann wir die Andachten  organisieren sollen, sagte er mir, dass ich eine Andacht in der Kapelle der Hl. Theresia in der gräflichen Gruft machen soll. Ein genialer „Marketing- Zug“, denn die Gruft ist ja geschlossen und die meisten Bewohner haben sie von innen noch nicht gesehen. Die Schlüssel hat der Netschetiner Bürgermeister Kremenák. Bei meiner Anfrage teilte er mir mit, ich müsse zuerst den Grafen fragen. „Es wird ja spannend sein, ich bin neugierig, wann ich ihn in Österreich erreiche“ dachte ich nach, aber ab diesen Augenblick fing das Wirken unserer Mutter Gottes an: Schon der zweite Anruf war erfolgreich und ich bekam die Bewilligung. In der tropischen Hitze kurz nach Mittag kamen doch einige Menschen in das Gelände von der ehemaligen Schweinezucht. Das Gras wurde von der Gemeinde frisch beim Eingang gemäht, es war wiederum ein kleines Zeichen, was ich sehr schön empfing. Schade, dass die rostigen landwirtschaftlichen Geräte um die Gruft herum noch keiner beseitigte. Es  war schon fünf vor eins und meiner Mama mit den Gebetsbüchern war noch nicht da. Ich suchte schon eifrig nach einer „Ersatzlösung“. Auf einmal kam sie mit dem Herrn Pfarrer angefahren. Mit dem Pfarrer Liska wählten wir die „Lauretanische Litanei“ aus. Ich packte mein deutsches Messbuch und wollte sie aufschlagen. Ich kenne dieses Messbuch ziemlich gut: ich wühlte in den Seiten hin und her, die Andacht sollte schon beginnen und ich konnte die Litanei nicht finden! Ich wusste in dem Augenblick noch nicht, dass mich Maria blind machte. Als ich in die schön kühle Kapelle hereinging, suchte ich immer noch fieberhaft nach der Litanei und auf einmal passierte es: ganz unerwartet schlug ich eine Seite auf, wo mir sofort der Vers ins Auge fiel: „Mutter Gottes, wir rufen zu Dir!“. „Grüßauer Marienruf!“ Die Anbetung, die wir immer in Maria Stock singen! Ich dachte, dass wir sie nicht in dem Messbuch haben! Als ich dann vor das Steinkreuz trat, was vom berühmten Bildhauer E. Max aus Prag 1858 geschaffen worden war und versuchte einzustimmen, verstand ich auf einmal, was mir die Mutter Maria sagen wollte: eine herrliche Akustik in der Kapelle ließ die Gesänge tatsächlich himmlisch klingen! Es war nicht nur ein Glaubenerlebnis, es war auch ein künstlerischer Höhepunkt der Andachten: vor dem wunderschönen Steinkreuz mit Jesu stehend, die farbigen Fenster werfen bunte Schatten auf uns alle und ein deutsches Gesang mit einem sehr langen Nachhall lobt die Mutter Gottes!

Bei dieser Andacht erlebte ich noch ein Zeichen unserer Gottesmutter: Pfarrer Liska sprach über die Verwandtschaft der Mensdorf- Pouilly zu dem Geschlecht Lobkovicz. Am Vortag war ich im tschechischen Parlament in Prag und sprach über die dt. Minderheit. Aus den vier Abgeordneten die anwesend waren, war einer der Jaroslav Lobkowitz aus Krimitz bei Pilsen. War auch diese Tatsache nicht ein Gottes Zeichen?  

 

Liebe Gottes Mutter, wir danken Dir für Deine Zeichen, die Du uns an diesem Samstag gegeben hast! Wir danken Dir für alle gaben und bitten Dich: segne bitte auch die Bewohner von Netschetin, die zu Deinen Andachten nicht kamen. Wir wissen scheinbar, warum sie nicht kamen. Deswegen legen wir ihre Seelen in Deine Hände und glauben, dass sie auch die Liebe zueinander erleben werden, so wie wir sie an diesem tage erleben dürften!

Gruft von innen

die letzte Andacht an der neu renovierten Kapelle im Tiergarten in Netschetin

Andacht bei der Kapelle am Plachtin

 

 

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