Ratschn im ZOO ...

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Geschrieben von Richard Sulko

Ratschn im ZOO
( Ostern 2005 in Netschetin) 
Richard Sulko

Osterzeit: Ratschzeit...

Osterzeit ist „Ratschnzeit“: das gilt wenigstens in der östlichsten Ortsgruppe vom „Bund der Deutschen- Landschaft Egerland“, in Netschetin. Der Karsamstag 2005 wurde wir schon etliche Jahre zuvor ein Zeichen der Opferung Christi, Zeichen des Brauchtums und Zeichen der Freude. Mit diesem Gang, der vier Kilometer lang ist und manchmal sehr steil hoch geht, wollen wir auf „egerländer Art“ an den Kreuzweg Jesus erinnern. Mit dem „ratschn“ erhalten wir wiederum das egerländer Kulturgut und zwar in der „Ursprungsform“, weil die Sprüche und Gebete so durchgeführt werden, wie vor siebzig Jahren. Und mit den Besuchen bei den Mitgliedern bereiten wir Freude und erinnern an die Jugendzeit.

 

 

Ein völlig anderer Weg...

Nun ist der Karsamstag da: Mein Sohn Richard wollte um halb neun mit seiner Freundin nach Netschetin kommen, aber es kam alles anders: „Ich lege mit 38 Grad Fieber im Bett“ erklärte mir im Telefon. Und weil die „Krachmacher“ in seinem Auto waren, musste ich noch einen dreißig Kilometer langen „Abstecher“ machen. Wir starteten also eine halbe Stunde später. Der Weg mit den „Ratschn“ war bis zu diesem Samstag immer gleich: Der Hauptstraße Richtung Plachtin entlang und der große „Rast“ wurde am „Grünen Kreuz“gemacht. Ich nahm die Tatsache in Betracht, dass die Kapelle „im ZOO“ neu renoviert und eingeweiht wurde und befiel den „oberen“ Weg, denen wir in der Kinderzeit immer zum „Kirchengehen“ benutzten. An der Muttergotteskapelle beteten wir zum erstenmal den „Engel des Herrn“ und legten eine kleine Pause ein. Als wir an dem Forsthaus „im Tiergarten“ vorbei gingen, konnten wir im letzten Schneehaufen in diesem Winter ein wenig herumspielen. Dann wurde es ein wenig abenteuerlicher: der Pfad unterhalb vom „Wawateich“ wird sehr wenig genutzt und damit wurde der Weg über den Bach nicht nur sportlich, sondern auch wenig gefährlich ( es ging am schlimmsten aber nur um nasse Füße). Nach der ersten „Hürde“ kam die zweite: mit den schweren Instrumenten den Berg hoch klettern: eine wahre Sportleistung! Bei der Kapelle am dt. Neustadl machten wir nach dem Gebet eine richtige Rast. In dt. Neustadl und Preitenstein besuchten wir sieben unsere Mitglieder, zwei in dem neuen Pflegeheim. Man würde nicht glauben, was für einen Krach wir in dem neu hergerichteten Gebäude verursachten. Ich hoffe, dass wir mit diesem Krach einigen alten verhassten Bewohnern von diesem wunderschönen Haus das Gehirn so richtig „durchschütteln“ konnten,  denn man kann dort spüren, dass man die deutsche Sprache nicht gerade gerne hört.

 Geburtstagsfeier zum Abschluss...

Nun nahmen wir Abschied und marschierten durch den alten Weg „in der Trift“ Richtung Plachtin. Das letzte Gebet sprachen wir am „Babor- Kreuz“ bei „Feins“. Besuch bei „Gowas“ und „Målas“ und zurück zum „Fein“: die Edith feierte ihren runden Geburtstag auch die „Ratschboum“ wurden eingeladen.

Ein ganz anderer „Ratschgang“: Nicht nur die Rute war heuer anders, auch einiges mehr war im Jahr 2005 völlig neu für uns.

 

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