Da Weihnåchtszapfn
Da Weihnåchtszåpfn
Måla Richard
Wenn ma van Plachtin aas Richtung Ånnaschau gäiht u uabn rechts o(b)böight, gäiht da Wegh za da „Glåshütn“. U glei(ch am Wåldrånd stäiht links a groußa Föichtn. Und uabn, in da Baamkron kumma vüll Föichtnzåpfn finna. Und üwa oinan dian Zåpfn dazühlt dös Weihnåchtsgschichtl: Es woar Ua(n)fång da dreißiga Gåuha, åls af dian Baam grood so oina(r schäina(r Zåpfn im Fröihling grouß gwåchsn woar. Ear schauta va uabn imma oini af´d Welt u håut schäi(n aafpåsst, woos dåu untn lous is. Imma Freitågh, wenn´s dunkl wuarn is, san as oinam Hoisla in Plachtin imma zwoa ålta Leit kumma: a ålta Wawa u ihr Nuana. Döi ho(b)m schnell in ihra Kraxn poar Åst z´såmmglaubt, dazou a poar trockene Zåpfn u sann schnell wieda ham g´låffn. Es woar kurz nåuch Ålla Haalichan, åls döi Wawa aloin kumma is. Sie woar gånz schwårz uazuagn u beim z´såmmglaubn van dian Holz ho(b)ma kinna s´greina höian. 
Dåu is da Zåpfn traurig wuarn: „Woos is denn påssiert“, håut ear spekuliert, uwa ear håut dös mit seinan hulzarnan Kuapf niat va(r)stenga kinna.
In dian Gåuha is da Winta nåuch Plachtin schnell kumma. Hålbn Meta Schnäi(n håuts geb´n u gfrou(h)an håuts aa gånz schäi(n. Döi Wawa uwa is weita kumma: nåuch lautan knirschn håut da Zåpfn scho(n döi Wawa in deara Finnstarniss da(r)kenna kinna. Es woar zwei Wochn vuar Heiligåubnd, åls döi årma af uamål nimma kumma is.
Da Zåpfn woar scho zwoar durch u durch durchgfrouan, uwa ear konnte dös ålta Wei(b niat vagessan: Ear håut sie inzwischn in saa hulzernas Herz aafg´numma. Ear woar gånz traurig u imma, wenn ear woos g´häihat håut, håut ear scho denkt: „Öitza kummt sie“. Es is uwa koina affi kumma in dian Wåld.
Dånn is da Heiligåubnd kumma. Dös håut da Zapfn zwoar niat wissen kinna, uwa ear håut doch a woos g´spührt. Da Åubnd is kumma u es is dunkla wuarn. Da Moun(d håut schäi(n gscheint u es woar sua rouhri…. Af uamål höiat dar Zåpfn dös ålta bekånnta: „Trr, .. trr, … trr,…“. „Wawa is wieda tåu!“ hupfta ear va låtta Freid af dian Åst hi(n u hea(r. Af uamål håuts an Kniksa g´måcht u da årma Kerl flöigt oini!
Sånft håut ear im töifan Schnäi g´låndan. Åls ear sich van dian groußan Schreck da(r)holt håut, is ear wieda daschrockn: Döi Wawa kummt grood aaf ihn zou! Ear wüll seina holzerna Augn zou måchn uwa waal ear doch a weng neigieri woar, wöi sie aaschaut, håut er döi Wawa uagschaut: A gånz åltas Weibl, mit oinam „Schnurrtöichl“ am Kuapf u gånz in ålta schwårzn Såchn aag´wickl(e)t. Da Zåpfn woar nuch am schaua, åls döi Wawa an Griff g´måcht håut und schups: da Zåfpn woar in da Kraxn drinna. D´ Wawa måchte sich afn Wegh: nåuch a viertl Stund ist sie mit ihrar Last hamm kumma. In da Stüwl is dös Hulz assi g´numma u zan Uafn hin g´legt wuarn.
Da Zåpfn liegt af dian Hulzhaufn u schaut sich a weng um: As kloina elektriches Löichtl beleichtat dös gånza Wesn: A kloins Stüberl, mit oinam kloinan Tisch u drei Stühln. Fensta san gånz aagfrouan u im Eck hängt a kloins Kreiz. Rechts nebn dian Kreiz is a B(i)ldl im schwarzn Rahmen: a gåutmüticha Mua schaut as dian B(i)ldl assi. Es is schäi(n wårm i da Stubn u dian Zåpfn wiard imma warma. Seina Schuppn gäihn långsamm aaf. Ear draaht sich recht immi u kua es niat glauben: af oinam kloinan Hocka siaht ear an Baam stäih(n, a kloina Föichtn! Mit Hutzl u Lametta schäi(n g´måcht, is dös wöi a kloins Wunna. Dian Zåpfn is af uamål a Loichtl aafgånga: Er sollte doch aa sua schäina Baamkinna måchn, uwa ear kua niat. Ear is gånz trauri(g wuarn u håut uag´fånga zan greina. S´ Pech is assi kumma hinta seinan Schuppn u Same(n san assi g´fålln. Mit seinan letztan Gedånkan haut sich da Zåpfn nuamål umdraaht: Ear sieht a kloins Heisl as Papier asgschnittan, mit Schåuf, Hirtn u Leitn. Mittan drinn is a Krippn u in deara Krippn liegt a kloins Kinnerl. U dös Kinnerl låcht af uamål dien fåst aastrocknten Zåpfn ua. In dian Augenblick håut dös Stückl Holz ållas varstandan, woos dös is, wenn ma öimatz gern håut u håut sich sua für sich denkt: „Löiwa Wawa, öitza kuast mi scho rouri vaheizn, meine Seeln i gånz glückli…..“

