Erotisches Wochenende

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Geschrieben von Richard Sulko

Ein erotisches Wochenende
( Trachtenseminar in Netschetin)
Moala Richard



Das vorletzte Wochenende im August erlebten wir in Netschetin, im Gasthaus "am Rathaus" ein "erotisches" Wochenende. Dank der finanziellen Unterstützung vom Kulturministerium der Tschechischen Republik organisierten wir mit unserer Ortsgruppe Netschetin - Preitenstein ein Seminar "Egerländer Trachten". Warum aber "erotisches Wochenende"? Die meist genähten Trachtenstücke waren nämlich "Unterhuasn" ( Unterhosen) und "Unterkiedl" ( Unterröcke); Trachtenteile, die man unter den "Kiedln" ( Röcken) bei den "Moidlan" ( Mädchen) trägt. Es wurde aber auch noch viel Anderes gemacht: die durch fleißiges tragen beschädigten Trachtenteile wurden ausgebessert, es wurden neue "Kiedl" ( Röcke) und "d´Fürta" ( Schürzen) genäht und auch etwas für unseren "Vüarstäiha" ( Vorsitzenden) vorbereitet: "s´ Goller" ( Janker). Der Zustand war nicht mal so schlecht, aber wir brauchen für unseren neuen Tänzer Jarda aus unserer Tanzgruppe eins. Und so "erbt" er mein altes und ich bekomme ein neues. Die Trachten haben allgemein einen besonderen "Lebenslauf": man erbt sie sehr oft nach den Eltern oder man bekommt sie gespendet. Das nähen kommt sehr teuer, aber man will doch für seine egerländer Identität auch etwas ausgeben, oder? Auch mein zweites "Goller" mußte ich nähen lassen. Es war ein berühmter Schneider aus Pilsen, denen ich schon seit meiner Kindheit kenne. Mein erstes "Goller", das der Siroky Franz erbte, bekam ich vom Werner Lebeth, und war direkt von einem Musiker der "Ernst Mosch Musikanten". Dieses dritte wird aber von einer echten "Egerländer Schneiderin" aus Eger, Frau Speierl gefertigt. Und sie war auch die "Hauptperson" an diesem Wochenendseminar. Weitere Aushilfen, die auch die Nahmaschinen bedienen können waren meine Schwester "Miadl" und Frau Kadlecová, Oma unserer neuen Mittänzerin Tereza. Am Freitag, gleich nach der Ankunft und Abendessen wurde das Programm besprochen und am Samstag um halb neun ging es gleich los: die einen fangen mit dem stricken der "Batzerlstrümpfe" an, die anderen machten sich an die Trachtenteile heran. Es wurde fleißig gearbeitet und wirklich sehr viel gemacht, das haben alle am Abend festgestellt. Nach dem Abendessen holte ich unseren CD- Spieler heraus und gesungen wurde an diesem Abend auch. Aber ganz leise, weil jeder todmüde war. Der Sonntag begrüßte uns mit herrlichem Sonnenschein. Durch den angenehm kühlen Morgen kamen alle wieder in unsere "Stammkneipe". Sofort wurde wieder mit den Arbeiten begonnen, weil um elf Uhr die Kinder meines Bruders zu Probe kommen sollten. Alles hat aber wunderbar funktioniert und wenn wir am "Egerlandtag" in Marktredwitz in zwei Wochen mit unserer Tanzgruppe tanzen werden, werden einige von uns wieder etwas neues tragen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die kamen und fleißig arbeiteten, damit sich unsere egerländer Trachten auch im Egerland erhalten!

Teil der Teilnehmer

s´neues Goller für den Vüarstäiha

Erotik pur!

Sonntag Nachmittag: mehrere Proben von halbfertigen Trachtenteilen

 

 

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