Die kleinsten machten mit
Die kleinsten machten mit!
( Musik kennt keine Grenzen in Chodau am 10. August 2002)
Moala Richard
Mehr als zehn Jahre veranstaltet der "Bund der Deutschen - Landschaft Egerland" das Konzert "Musik kennt keine Grenzen". Es ist die größte kulturelle Maßnahme, die die "verbliebenen" Egerländer jedes Jahr organisieren. Heuer haben wir dank der Ortsgruppe Chodau eine große Steigerung dieser Maßnahme erleben können. Als wir im Frühjahr planten, wohin wir diesmal hingehen, waren wir fast ratlos. Es sind ganz wenig Säle im Egerland, die eine größere Menge von Zuschauern aufnehmen können. Vor einem Jahr sind wir freundlich in Neu Rohlau aufgenommen worden. Weil wir aber jedes Jahr woanders das Konzert durchführen wollen, suchten wir einen anderen Ort. Da kam auf einmal die Vorsitzende der Ortsgruppe Chodau, Frau Anna Unger mit einer Idee: "Woißt woos, miar ho(b)m doch in Chuada am 10. August unna Laurentius - Fest! U dau kumma sicha vüll Daitscha asm Daitschland za uns! Dös war doch aa woos füar unna Konzert uwa?" Frau Unger setzte sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung und unser Vorhaben ist zu Realität geworden. An dieser Stelle muß gesagt werden, daß ich selber so ein entgegenkommen noch nicht erlebt habe. Man hat eben in den vergangenen Jahren ganz andere Erfahrungen gehabt. Es war ein wunderschönes, gemeinsames Werk, was die Stadtverwaltung einer größeren Stadt gemeinsam mit einem Verband der deutschen Minderheit schuf. Schon die Vorbereitungsphase verlief dank der Frau Mag. Ivana Sarkányová, der Leiterin der Abteilung für Kultur, Sport Jugend und Schulwesen ausgezeichnet. Die Finanzierung sicherten neben der Stadt und dem Kulturhaus KASS das tschechische Kulturministerium und der Deutsch - tschechische Zukunftsfonds. Das schönste war, daß das Konzert ein Teil vom Stadtfest wurde. Zum Laurentius - Fest kommen außer den jetzigen Chodauern sehr viele Besucher sowie sehr viele vertriebene Alt - Chodauer. Das Fest bildeten heuer neben dem Saal, wo das Konzert stattfand auch noch zwei Außenbühnen und ein großes Ringelspiel. Das Programm fang in der Chodauer Laurentius - Kirche mit einem feierlichen Gottesdienst an. Auch am Vormittag starteten die Musikgruppen im Stadtpark und an der Bühne beim Kulturhaus. Für uns fing alles um vierzehn Uhr an. Eine Stunde vor dem Anfang trafen sich alle Gruppen noch zur Programm - Abstimmung. Heuer waren dabei: Jugendblasorchester der Egerländer aus Bad Brambach ( Sachsen), Blaskapelle Rustica aus Karlsbad ( Tschechien), Zitherspielerin Bertl Ruzicka aus Neudek und die Egerländer Volkstanzgruppe "Die Malas" aus Netschetin. Als wir in den Saal kamen, war der große Saal, der für dreihundert Zuschauer Platz bietet, voll. Den Anfang machten unsere Freunde aus Bad Brambach, unter der Leitung von Annett Winkler. Nach einem musikalischen Potpouri folgte die Programmeinleitung von Bertl Ruzicka und Annett, und zwar zweisprachig. Danach folgte das Grußwort des Bürgermeisters von Chodau, Herrn Dipl.- Ing. Josef Hora. Nach dem Bürgermeister konnte ich meine Begrüßung vortragen. Als Gäste kamen zu uns: Bundesführer des "Bundes der Eghalanda Gmoin" , Vetta Günther Müller mit Gattin Sabine aus Iserlohn, Stellv. Vorsitzender Helmut Kindl mit seiner Tochter Sandra aus Ingolstadt und unser alter Freund Karl- Heinz Seufferle aus Wasseralfingen. Außerdem waren Vertreter der Vertriebenen Chodauern, sowie Vertreter der Patenstadt Waldsassen anwesend. Nach meiner Begrüßung habe ich mich für die ausgezeichnete Gastfreundschaft der Stadt Chodau beim Bürgemeister Hora mit einem kleinem Geschenk bedankt. Dann rief ich aufs Podium die Frau Unger, die vor zwei Tagen ihren achtzigsten Geburtstag feierte. Auch mit einem Blumenstrauß gratulierte Günther Müller, der gleich folgend sein Grußwort hielt. Nun waren die Grußworte aus und das Konzert konnte beginnen. Die erste Serie gehörte der Kapelle aus Bad Brambach. Danach waren wir dran, die "Malas". Verstärkt durch die Sandra aus Ingolstadt haben wir fünf! Tanzpaare zusammengebracht und alle waren in egerländer Trachten! Die ersten zwei Tänze waren Kindertänze die wir vor vier Wochen beim Volkstanzseminar in Netschetin lernten: "S´Stodltürl" und "Heint af´d Nacht". Danach folgten zwei Tänze für "döi Groußan": "Böhmerwaldlandler" und "Klodrauer Roja". Jeder Tanz wurde angesagt, sowie auch die Trachten erklärt. Nach unserem Auftritt kam die Bertl Ruzicka, sowie die "Rustica". Außer uns wurden dann die Serien nochmals wiederholt, so daß das Programm über zwei Stunden dauerte. Bevor wir aber das Schlußlied "Kein schöner Land" sangen, mußte die Volkstanzgruppe noch ihr Bestes draußen vor dem Saal zeigen. Es waren sehr viele Zuschauer, die unseren Auftritt sahen und mit einem großen Beifall belohnten. Um etwa halb fünf war die bis jetzt erfolgreichste Veranstaltung zu Ende. Nach der Aufräumung der Bühne kam dann noch die Gruppe Karlex aus Karlsbad, die bis sechs Uhr Abend noch zum Tanz aufspielte. Ich denke, daß jeder auf seine Kosten kam und daß wir außer dem Erhalt unserer Deutschtums im Egerland einen großen Beitrag zur Völkerverständigung gebracht haben!
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