Das gebrochene Herz
Das Herz gebrochen
( 32. Bundestreffen der Egerland - Jugend in Rodgau)
Richard Sulko
Für das Wochenende vom 14. bis zum 16. Juni 2002 lud der "Bundesjugendführer" der "Egerland - Jugend" ( EJ) Volker Jobst nach Hessen ein. Das diesjährige 32. Bundestreffen der Nachkommen der vertriebenen Egerländer fand in Rodgau statt, unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Dr. Roland Koch, der durch den Landesbeauftragten für die Heimatvertriebene und Spätaussiedler Rudolf Friedrich, MdL vertreten war.
Gleichzeitig konnte man das 50. Jubiläum der Gründung der EJ feiern.
Heuer war wieder die tschechische Volkstanzgruppe "Stázka" aus Tepl dabei, die schon seit Jahren eng mit den Egeländern zusammenarbeitet.
Der ganze Samstag gehörte den Wettbewerben der Kinder - Schüler - und Jugendgruppen sowie der Jungen Generation im Volkstanz, Volksliedern und heimatkundlichen Wissensnachweis, sowie den Wettbewerben der Instrumental - und Gesanggruppen und den Einzelwettbewerben der Mundartecke.
Der Samstagabend gehörte dem "Egerländer Notenbüchl". Mit der modernsten Technik wurde die fünfzigjährige Geschichte von der EJ präsentiert und alle Gruppe beteiligten sich an dem ausgezeichneten Programm. Einen großen Beifall bekam die "Stázka", die schon sehr viel auch "eghalandrisch" singen versuchte. Und wir, die "verbliebenen" Egerländer? Unter meiner Führung haben wir den egerländer Volkstanz "Bleistädter" gezeigt. Wie die Situation der dt. Minderheit aussieht, konnte man dort sehen. Wir mußten Hilfe aus Ingolstadt heranholen, denn von uns waren nur zwei Tanzpaare dabei. Obzwar ich mich plage, ist die Interesse von unseren jungen Mitgliedern zu klein, und ungefährlich ist die Geschichte in unserem Land auch nicht. Es ist traurig, aber wir pflegen mit allen Kräften das egerländer Kulturgut unter den manchmal nationalistischen tschechischen Mitbürgern. Klein, aber mit Herz dabei, möchte man sagen. Ich konnte aber an dem Abend nicht ahnen, was inzwischen in meiner Heimat passierte: Es war paar Stunden nach der Schließung der Wahllokale, scheinbar gerade in dem Augenblick, als die jungen tschechischen Mädchen tanzten: Der größten Glocke in Böhmen, dem "Zikmund" auf dem St. Veits - Dom auf dem Hradschin ist das Herz gebrochen! Es glauben viele daran: es kommt ein großes Unglück auf die Tschechen. Es war wirklich ein Gottes Zeichen, denn als man am nächsten Tag die Stimmen zählte, haben die Kommunisten 18 Prozent der Stimmen bekommen, und sie sind zu der dritt stärkste Partei geworden!
Szenenwechsel: Sonntag Vormittag: in der kath. Kirche St. Niklaus in Rodgau - Jügesheim feierten wir den Gottesdienst mit dem Visitator für die Sudetendeutschen, P. Norbert Schlegen, Opraem.
Danach wurden noch die Sieger geehrt, schnell zu Mittag gegessen und dann hieß es nur: nach Hause!
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