Sudetendeutsche: worauf soll man stolz sein, wofür soll man sich schämen 2

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Geschrieben von Richard Sulko

Sudetendeutsche: worauf soll man stolz sein, wofür soll man sich schämen
Übersetzung eines Artikels in "HALO noviny" vom 11.1.2002,
Autor: Vladimir Novak, Klub des tschech. Grenzgebietes
Übersetzung: Richard Sulko


Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien ist eine von zwei Dachorganisationen der dt. Minderheit in der Tschechischen Republik.

Ihr Büro hat kurz nach ihrer Wahl in Oktober 2001 eine Umfrage für die Mitglieder der 24 Regionalverbände, die sie vereint gestartet, mit dem Thema: "Gedanken zur Zukunft der dt. Minderheit". Das Presseorgan der LV "Landes - Zeitung" veröffentlichte in der Nr. 24 vom 20. November des letzten Jahres den Beitrag vom Richard Sulko: "Brückenfunktion in der Praxis ausüben".

Einer der wichtigsten Aufgaben ist laut Schreiber: "Das Bild der Sudetendeutschen revidieren, ja, sogar noch mehr: ein Gefühl des Stolzes in ihnen wecken. Wir können wirklich stolz auf die Leistungen unserer Vorfahren sein!"

Herr Sulko ist scheinbar stolz darauf, daß sudetendeutsche Nationalisten nach der Gründung der Tschechoslowakei im Jahre 1918 nicht damit einverstanden waren, die Überordnung der dt. Minderheit in böhmischen Ländern verloren zu haben, die sie zu Zeiten der Österreich - Ungarischen Monarchie hatten und wollten mit offenem Kampf die Gebiete, die über Jahrhunderte zum Böhmischen Königreich gehörten, trennen. R. Sulko ist scheinbar stolz
auch darauf, daß die absolute Mehrheit der Sudetendeutschen freiwillig die Politik der Sudetendeutschen Partei SdP Henleins unterstützte, die in der Intention von Hitler - Deutschlands die demokratische Tschechoslowakei zerschlagen hatte und bis zu München und Errichtung der Diktatur des Faschismus führte. Weiß Herr Sulko überhaupt etwas über die sudetendeutsche Freikorps und andere bewaffnete Gruppen im tschechoslowakischen Grenzgebiet, die den Weg für den Großdeutschen Nazismus freimachten?
Der Autor des Beitrages ist scheinbar stolz auch darauf, daß sich Tausende von Henlein - Anhänger mit dem Karlsbader Buchhändler K.H. Frank an der Spitze an den Gewalttaten am tsch. Volk beteiligten, im sog. Protektorat Böhmen und Mähren…Und so könnten wir fortfahren und weitere und weitere Fakten nicht nur über die Führer, sondern auch einfache Sudetendeutsche anführen.

Sicher, es waren hier Sudetendeutsche, die sich dieser nazistischen Brutalität nicht unterworfen haben, die aktiv gegen sie kämpften. Einige Sudetendeutsche gehörten zu den ersten Hitler - Opfern nach der Besatzung des tsch. Grenzgebietes im Jahre 1938 und auch später. Es waren Kommunisten, Sozialdemokraten und weitere. Sudetendeutsche kämpften in den Reihen der tschechoslowakischen und verbündeten Militäreinheiten auf der Ost - und Westfront des 2. Weltkrieges, einige waren eingebunden in den Anti - Hitler Widerstand. Für alle nennen wir wenigstens die junge H. Lindner, die am Hinrichtungsplatz des Gestapo starb und L.Czech, der in Theresienstadt zum Tode gefoltert wurde. Diese Tradition der Sudetendeutschen sollte geschätzt werden.

Wenn der R.S. diese zweite Gruppe seiner deutschen Mitbürger meinte, könnte ich dann mit seinem Beitrag in der Landez - Zeitung einverstanden sein.
Er schreibt aber über die Sudetendeutschen und ihrer Vergangenheit als Ganze.
Das heißt, daß unter die, auf die die heutigen Deutschen in der Tschechischen Republik stolz sein sollen, auch Nazi, Gestapo - Leute, SS - Männer und andere Verbrecher einordnet, die aktiv gegen der demokratischen Tschechoslowakei, gegen dem tschechischen Volk und gegen fortschrittliche und antifaschistische Sudetendeutscher selber waren.

Damit Klarheit geschaffen wird: Richard Sulko ist kein einfacher Angehörige der dt. Minderheit in der CR und kein einfaches Mitglied eines deutschen Regionalverbandes. Er ist langjähriger Vorsitzender eines Einflußreichen Bundes der Deutschen - Landschaft Egerland und im letzten Jahr wurde er zum 2. Vizepräsident der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien gewählt - er gehört damit zu der höchsten Spitze dieser Versammlung. Um so mehr sollte er nachdenken, auf was heutige Deutsche in der CR von der Vergangenheit ihrer Vorfahren stolz sein sollen und für was - und das ist leider zu viel, sollen sich tief schämen müssen. 



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