"Die Burg Wildstein wurde wieder zum Leben erweckt"
Die Burg Wildstein wurde wieder zum Leben erweckt
G.M.
Vor 777 Jahren entschloss sich Albrecht von Wildstein, aus der Geschlecht der Nothafts, auf Granitfelsen unweit von Eger eine Burg zu erbauen. Als er dann für diese einen Namen suchte, rieten ihm viele: "Du hast viel Wild, Du hast viel Stein, drum nenne Deine Burg WILDSTEIN." Und so kam es auch. Die ursprünglich kleine Burg der Nothafts wuchs mit der Zeit. Jeder ihrer Besitzer baute ein Teil dazu, bis zur heutigen Form. Die Burg wurde von vielen Geschlechten beherrscht. So zum Beispiel wom Geschlecht der Nothafts - ihre Erbauer, der Schlicks, Trautenberger, aber auch von den wilden Wirsbergern. Es soll auf der Burg aber auch eine Hexe gegeben haben. Un zwar zur Zeit der Trautenberg-Herrschaft soll eine der Töchter die Heilkraft der Pflanzen gekannt haben. Damals dachte man es sei eine Hexe und darum wurde sie lebendig eingemauert. Danach fühlten sich die Trautenberger auf der Burg nicht mehr wohl. Sie bauten neben der Burg ein Schloss und zogen um. Die verlassene Burg verkam. Es verliefen die Jahre und die Burg wechselte öfters ihre Besitzer. Und die Jahre vergingen weiter. In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts fand sich ein Retter - Herr Zdeněk Buchtele. Ihm lag das Schicksal der Burg am Herzen. Er arbeitete das ganze Jahr kostenlos um die Burg zu retten. Erst später bekam er für seine Arbeit eine Entlohnung. Der Staat zahlte ihm für seine Arbeit 2 - 6 Kronen pro Stunde. Der damalige Bürgermeister von Wildstein freundete sich aber mit der Arbeit von Herrn Buchtele nicht an und vertrieb ihn schliesslich von der Burg. Und so wurde unsere Burg wieder ihrem Schicksal überlassen. In den neunziger Jahren sollte die Burg ein angeblicher Lord Vix von England kaufen. Zum Glück verkaufte damals die Gemeinde nicht. Denn wenig später fand sich eine rettende Seele. Die Burg kaufte der Unternehmer Miroslav Pumr. Tag und Nacht hat er mit einigen Helfern an der Rettung der Burg gearbeitet. Und nun wurde die renovierte Burg wieder eröffnet. Die feierliche Eröffnung der Burg Wildstein erfolgte am Donnerstag, den 14. Juni 2001. Der grossen Festlichkeit waren wichtigen geladene Gäste anwesend. So der Bürgermeister von Wildstein mit Vertretern des Gemeinderates, die Bürgermeister der Ortschaften aus der Umgebung, Vertreter des Bezirksamtes aus Eger, des Kreisamtes aus Karlsbad und Vertreter der ortsansässigen Betriebe. Nach den Ansprachen wurde von Baronin Maria Theresia Nothaft festlich das Band durchgetrennt. Danach wurden die Räumlichkeiten der Burg durch Herrn Vikar Filip Lobkowicz geweiht. In der Krypte der früheren Kapelle fand auch unsere Hexe ihre letzte Ruhestätte. Ihre Gebeine wurden vom Prager Museum in die Burg gebracht. In der Kapelle befindet sich auch eine Ausstellung der bei der Rekonstruktion gefundenen Gegenstände. Die meisten stammen von Herrn Zdeněk Buchtele, welcher diese dem neuen Burgherren zur Verfügung gestellt hat. Von Herrn Buchtele stammt auch die Makette der Burg, welche auf die einzelnen Stockwerke zerlegt werden kann. Im Erdgeschoss der Burg befindet sich neben der Küche auch eine stylgerechte Gaststätte. Die Wände sind mit Geweihen und Repliken von historischen Waffen verziert. Bei historischer Musik wurden die Gäste dann zum Büfet geladen.
Die grösste Überraschung erlebte aber Herr Pumr, als ihn die Baronin zum Ritter geschlagen hat. Nun darf er den Titel "Ritter Pumr von Wildstein" benutzen. Am Samstag, den 16. Juni 2001 wurde dann die Burg auch für die Öffentlichkeit zugängig gemacht. Im Burghof fanden Ritterspiele statt, es wurde aus historischen Waffen geschossen und eine Musik- und Tanzgruppe zeigte sich in altertümlichen Kostümen. Seitdem kann man sich in der Burg von Burgfräuleins in stylgerechten Kostümen die Speisen an die Tische bringen lassen und den Wein aus Bechern geniesen. Nach Voranmeldung kann man sich sogar ein Spanferkel für ca 15 Personen servieren lassen.


