Wieder einen Schritt voraus ( Jahresbericht 2000 )

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Geschrieben von Richard Sulko

Wieder einen Schritt voraus!
/Jahresbericht für das Jahr 2000 des Bundes der Deutschen - Landschaft Egerland/
für die Jahresversammlung in Eger, BGZ "Balthasar- Neumann- Haus", am 11. 11. 00
Richard Sulko, Vüarstäiha ( Vorsitzender)


Im Dezember 1995 begrüßte ich als neuer "Vüarstäiha" vom "Bund der Deutschen - Landschaft Egerland" in unserem "Eghaland - Bladl" alle unseren Mitglieder und Freunde. Es ist also schon fünf Jahre her, als der "Bund für die ´ verbliebenen ´ Egerländer eine neue Führung bekam. Fünf Jahre sind zwar bei der Menschheit nichts, in einem Verband aber, der eine nicht immer gern gesehene Kultur bei eigenen Mitbürgern ausübt, ist es doch ein Grund zum Feiern. Wenn man noch die Arbeit hinter sich stehen sieht und wenn man noch dazu die Entwicklung verfolgt, kann man sicher mit Stolz sagen:

"Wir sind wieder einen Schritt voraus!"

Was erfüllt einen mit soviel Optimismus? Lesen sie sich einfach hinein, und denken sie nur ein wenig nach.
Vor einem Jahr, als wir gemeinsam mit dem "Bund der Eghalanda Gmoin e.V." nicht mehr so viel Maßnamen durchführen konnten und nach dem Tod von Seff Heil, unserem Gründer und "Befürworter", dachten die meisten, daß es mit dem "Bund" aus ist. Ich bin sehr froh, daß ich heute sagen kann: es nicht der Fall!
Die Unterstützung seitens BMI, ist geblieben. Obzwar sie ein wenig weniger über den "BdEG" kommt, über die Deutsche Botschaft in Prag kommen auch weiterhin Mittel, die nicht nur direkt für die Arbeit unseres "BGZ´s" bestimmt sind. Zum erstenmal in der Geschichte unseres Verbandes wurden uns zwei Projekte vom tschechischen Kulturministerium bewilligt: "Musik kennt keine Grenzen" und ein Volkstanzseminar.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen oben erwähnten Institutionen, sowie bei allen Spendern bedanken.

Ich hoffe, daß wir das in uns gegebene Vertrauen nicht enttäuscht haben und daß wir doch ein wenig zum Erhalt der deutschen und vor allem egerländer Kultur, sowie zur Völkerverständigung beigetragen haben.

Nun kommen wir doch zu unseren
allgemeinen Erfolgen:

Der Bund ist im Präsidium der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien vertreten. Ebenfalls ist der Vorsitzende im Redaktionsrat der Landeszeitung tätig. Es ist manchmal schwierig an allen Sitzungen Aufgrunde meiner Arbeit teilzunehmen, aber der Bund ist dabei!
Die Sendungen des tschechischen Rundfunks in Prag für die deutsche Minderheit im ganzen Land sind schon beim BdD- LE zur Regelmäßigkeit geworden. Dieses Jahr hat sich der Bund sogar zweimal in diesen Sendungen präsentiert. Es wäre noch gut, wenn mehr Mitglieder die Sendungen auch hören würden. Die Frequenzen, der Sendetag und die Uhrzeit ist auf jeder Ausgabe von unserem "Eghaland - Bladl" zu finden. Nun möchte ich gleich etwas zu unserem Mitteilungsblatt sagen, wenn ich es schon erwähnt habe. Bis auf kleinere Ausfälle, die wir nach dem Abgang vom Petr Valda von der Stelle des Geschäftsführers unseres Begegnungszentrum erlebten, funktioniert unser Mitteilungsblatt gut. Immer mehr Abonnenten und ein breiteres Autorenspektrum, das sind nur einige von positiven Bemerkungen.
Nun komme ich zu unserem Begegnungszentrum, dem "Balthasar- Neumann- Haus". Nach dem der Petr Valda nicht mehr jeden Tag in Eger Aufgrunde seiner Arbeit dabei sein konnte, haben wir die Arbeit ein wenig anders organisiert. Das war eine Übergangslösung, die wir erst mit der "Vollzeitbeschäftigung" von der neuen Geschäftsführerin, Frau Krista Hruba gelöst haben. Liebe Krista, ich danke Ihnen für Ihr Opfer, und hoffe, daß Ihnen die Arbeit für unsere Mitglieder und unser Egerland aucxh Spaß machen wird.
Unsere Mundartkassette, die wir vor fast zwei Jahren herausgaben, wurde in MC - Form ausverkauft, so daß wir eine Nachbestellung machen mußten.
Unsere Tanzgruppe der OG Netschetin-Preitenstein hat, wie schon erwähnt, wieder drei egerländer Volkstänze gemeinsam mit "Egerland- Jugend" einstudiert. Zum erstenmal war die Tanzgruppe aus Mährisch Trübau dabei, was vor allem die Verbundenheit in der ganzen Volksgruppe im Lande zeigt. Einer der wichtigsten Auftritten von unserer Tanzgruppe war beim "Anna - Fest" in Netschetin zu sehen.
An den Seniorenseminaren nahmen auch einige von unseren Mitgliedern teil.
Ein großer Dank geht an die Beauftragte für die Jugendarbeit, Anita Schreiber, die bei einem Kinderseminar, daß das "Bildungs- und Sozialwerk" organisierte, mitwirkte.
Eine wichtige Rolle spielt die Fragenbogenaktion, die in der letzten Zeit ein wenig einschlief, wollen wir aber hoffen, daß es voran geht.
Einen ganz großen Erfolg hat der Bund in Sache eigene Internet -Seiten vor etwa drei Monaten erzielt. Unter www.egerlaender.cz ist jetzt auch der Bund der Deutschen - Landschaft Egerland selbständig! und als erster Verband vonn der dt. Minderheit in diesem weltweiten Netzt zu finden. Es waren schon etliche Kontakte danke diesem modernen Medium geknüpft, sogar eine Bestellung für unser "Bladl" nach Amerika kam über unsere "Homepage". Ein Dank gilt vor allem meinem Sohn, der mir sehr viel, vor allem technisch dabei half.
Wenn wir ein wenig Zeit haben werden, könnten wir uns das mal ansehen.

Unser "Arbeitsjahr" im Einzelnen

Noch im alten Jahr, im Dezember 1999 fuhren wir zur Weihnachtsfeier nach Chodau. Ein Besucherrekord, Egerland - Jugend aus Ingolstadt, ein schöner "Niklas" und Engel, einfach eine wunderschöne Adventsfeier.
In Februar nahmen wir Abschied von unserem Gründer, dem Seff Heil. Ich denke, daß er uns sicher von dort oben sieht und daß er sich über uns auch freut. Noch in Februar hielt ich in Mährisch Trübau einen Vortrag für die Vertreter aller deutschen Verbände mit dem Name "Öffentlichkeitsarbeit".
In März wiederum war ich in Marktredwitz zu finden, bei der "Bundesvorstandssitzung" des BdEG, in Franzensbad beim Treffen mit dem Herrn Oppenheimer vom "Freudeskreis Jablonec a.d. Isar" oder in Cham, wo ich über das Thema "Die Egerländer Famile heute" berichtete. Das letzte Wochenende in März gehörte der Frühjahrstagung der "Landesversammlung" in Prag.
Gleich am 1 April ging mein Weg nach Bamberg, wo ich über Beitritt der Tschechischen Republik zu EU einen Vortrag hielt. Zwei Wochen später war ich mit mehreren Verbänden in Iglau, bei dem Symposium über deutsch - tschechische Beziehungen. Eine Woche später war Ostern. Was wäre Ostern ohne "Osterratschn" und dem Besuch in Tracht in unserer Kirche in Netschetin. Am Karfreitag war für mich und selbstverständlich auch für den Bund ein ganz besonderer Tag. Bei eine Live - Sendung konnte ich über Ostern im Egerland sprechen, Zuhörer "eghalandrisch" begrüßen und als Weltpremiere ertönte mein "Klapperkasten" auf den Rundfunkwellen!
Das letzte Wochenende in April ging mein Weg wieder nach Marktredwitz, zur "Bundeshauptversammlung" des BdEG.
Mai: Wallfahrt nach Maria Stock, gemeinsam mit dem Pilsner Bischof Radkovsky und der "Ackermann - Gemeinde" aus Würzburg. Mehrere Trachtenträger in Egerländer Trachten waren zu sehen, sowie halfen einige unsere Mitglieder bei der Vorbereitung aus. In den Tagen vom 5. bis 7. Mai fand in Oberplan ein Seminar mit dem Thema "Zukunft der deutschen Minderheit statt. Die "Willenserklärung aus der deutschen Minderheit" ( ein ganz wichtiges Dokument), war das Ergebnis der drei tätigen Zusammenkunft. Am 13. Mai feierte ich mit den Mitgliedern und dem Pilsner Bischof Radkovsky das Heimattreffen in Voigtsgrün. Vom 20. bis 21. Mai war der BdD-LE in München, beim bayerischen "Landestreffen" des BdEG dabei. Eine Woche später waren wir, gemeinsam mit der Tanzgruppe "Stazka", beim "Bundesjugendtreffen" in Ingolstadt dabei. Am 1. Juni ging der Weg ( schon zum zehnten mal!) nach Tepl, zur Grabpflege. Insgesamt 33 Teilnehmer, davon 7 aus Neudek und 7 aus Netschetin, ein Besucherrekord! Am 8. Juni war ich wieder "Live" im Pilsner Rundfunk zu hören, das Thema behandelte die deutsch - tschechischen Beziehungen und die deutsche Minderheit im Egerland. Am 10. Und 11. Juni ging vom BdD-LE ein ganzer Bus nach Nürnberg. Mit vielen Trachtenträgern und eigenem Stand, ein toller Erfolg! Der 24. Juni war einer der "vollsten" Tagen: Vormittag in Prag, beim Präsidium der LV, um zwölf Uhr in der Stadt Tuschkau beim Heimattreffen der vertriebenen "Tuschkauer", und am Abend die Jahresversammlung meiner eigenen Orstgruppe in Netschetin. Tanzseminar mit der "Egerland- Jugend", wie schon am Anfang erwähnt wurde, wurde am 1. Und 2. Juli in Netschetin durchgeführt. Am 8. Juli erlebten wir unser erstes Seminar in Neudek, finanziert dank der Deutschen Botschaft in Prag. Ich fuhr dann am Sonntag gleich weiter nach Bad Brambach, zur "Wasserweihe", wo auch das Bad Konstantinsbad mitwirkte. Am 15. nahm ich einen Besuch aus Deutschland in Pilsen entgegen, Herrn Dr. Eiler. Am 22. Juli hatte unsere Tanzgruppe, wie schon erwähnt, ihren großen Aufritt in Netschetin, vor Tausend Zuschauern! und am nächsten Sonntag ging unser Weg zum Heimatreffen der Netschetiner nach Gersthofen. Das letzte Wochenende in Juli gehörte wie schon etliche Jahre zuvor, dem Treffen der "Gamlinger". Am 11. August fand die Sitzung der "Balthasar - Neumann - Gesellschaft", was der Träger unseres Begegnungszentrums ist. Am 12. August erwartete uns unsere größte Kulturelle Maßnahme, "Musik kennt keine Grenzen". Auch diesmal war Bergarbeiterheim in Falkenau voll besetzt. Am 20. August konnte ich bei der Wallfahrt in Schippin mitwirken ( in der Nähe von Konstantinsbad). Das letzte Wochenende im August gehörte dem "Vinzenzifest". Ein sehr schönes Fest mit den Egerländern aus Baden - Württemberg, als Ehrengast kam sogar die bayerische Staatsministerin Frau Barbara Stamm, mit der ich mich sogar eine Weile unterhalten konnte. Das erste Wochenende ging mein Weg nach Hungen im Hessen, zum "Landestreffen" der hessischen Egerländer im BdEG. Vom 22. bis 24. 9. wurde eine Leserreise der aus dem Egerland stammenden oder der noch im Egerland lebenden Autoren durchgeführt. Dabei waren: Gerald Deistler, Toni Schuster, Rosi Feiereisl, Joseph Kempf, Elfriede Bidmon und meine Kleinigkeit. Als Begleitung kam nach Chodau die Bertl Ruzicka hinzu, nach Wildstein und Eger wiederum die "Deistlers". Am 29. September war ich auf der deutschen Botschaft in Prag, um die neue Geschäftsführerin für unser BGZ vorzustellen. Am 6 Oktober hielt ich in Franzensbad einen Vortrag über Euroregio Egrensis und das Zusammenleben der dt. Minderheit mit den Tschechen. Gleich an demselben Abend fuhr ich nach Marktrewitz, um mit weiteren fünf Teilnehmerinnen an dem Trachtenlehrgang teilzunehmen. Am 12. Oktober war ein großer Tag. In Netschetin wurde der erste Bauabschluß der Renovierungsarbeiten an der St. Jakobus - Kirche mit dem Pilsner Bischof gefeiert. Eine volle Kirche, egerländer Ministranten mit dem Lektor auch in egerländer Tracht, Ortsbetreuer von Netschetin, Lm. Willi Mülling war auch anwesend, wirklich ein gutes Beispiel, wie die "Daheimgebliebenen" auch arbeiten können ( die dortige OG beteiligte sich nämlich an dem Projekt beim dt.-tsch. Zukunftsfonds).
Am 14. Und 15. Oktober war ich mit der Bertl Ruzicka in Prag, bei der "Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verbände" und der "Landesversammlung". Es wurde behandelt, wie die beiden Verbände der dt. Minderheit, der "Kulturverband" und die LV zusammenarbeiten könnten. Am 19.10. hatte der BdD-LE wieder seine Sendung im tschechsichen Rundfunk, für die ganze dt. Minderheit, und am kommenden Wochenende führte der Weg nach Bgst. Platten, zum zweiten Seminar, der Danke dem BdEG stattfinden konnte. Vom 27. Bis 29.10. waren einige von uns in Marktredwitz, bei der "Bundeskulturtagung" des BdEG. Eine Woche später waren wir mit einem ganzen Bus im Stift Tepl, bei der "AEK - Begegnung" ( Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender").

Schlußwort

Sehr verehrte Gäste, liebe Mitglieder,
ich will mich recht herzlich bei allen aktiven Mitgliedern bedanken (Vageltsgott!) und hoffe, daß wir auch weiterhin Kräfte für unsere gemeinsame Arbeit haben werden!



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