Gründung vom Bund der Deutschen - Landschaft Egerland in der Tschechoslowakei (1990 - 1992)
Seff Heil:
GRÜNDUNG BUND DER DEUTSCHEN - LANDSCHAFT EGERLAND - IN DER TSCHECHOSLOWAKEI (1990 - 1992)
Als neugewählter Bundesvüarstäiha des BDEG war es mir nach der Grenzöffnung ein dringendes Anliegen, Kontakte zu unseren heimatverbliebenen Landsleuten sowie zu den Museen und Archiven im Egerland aufzunehmen. Ich stellte deshalb eine kleine Reisegruppe zusammen für eine erste Informationsfahrt durch das Egerland, die wir vom 13.-17.5. 1990 durchführten. In meiner Begleitung befanden sich mein Stellvertreter und Bundeskulturwart Albert Reich, Ebmeth/Stuttgart, Vorsitzender des Arbeitskreises Egerländer Kulturschaffender (AEK), der Historiker Toni Herget, Karlsbad/Marburg, Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Stellv.Vorsitzender des AEK, Tachau/München und Frau Elisabeth Fendl, die zukünftige Leiterin des Egerland-Museums Marktredwitz.
Als neugewählter Bundesvüarstäiha des BDEG war es mir nach der Grenzöffnung ein dringendes Anliegen, Kontakte zu unseren heimatverbliebenen Landsleuten sowie zu den Museen und Archiven im Egerland aufzunehmen.
Ich stellte deshalb eine kleine Reisegruppe zusammen für eine erste Informationsfahrt durch das Egerland, die wir vom 13.-17.5. 1990 durchführten. In meiner Begleitung befanden sich mein Stellvertreter und Bundeskulturwart Albert Reich, Ebmeth/Stuttgart, Vorsitzender des Arbeitskreises Egerländer Kulturschaffender (AEK), der Historiker Toni Herget, Karlsbad/Marburg, Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Stellv.Vorsitzender des AEK, Tachau/München und Frau Elisabeth Fendl, die zukünftige Leiterin des Egerland-Museums Marktredwitz. Die Reiseroute hatte ich mit Dr. Jaromir Bohac, dem Leiter des Stadtarchivs Eger zusammengestellt, der uns begleitete und es uns ermöglichte, daß wir in den wichtigsten Museen und Archiven Aufnahme erfuhren. Diese Informationsfahrt hat uns viele neue Erkenntnisse und gute Kontakte gebracht, die bis heute noch nachwirken.
Engeren Kontakt zu unseren heimatverbliebenen Landsleuten bekam ich bei meiner nächsten Reise. Bei der wurde ich gebeten, den bayerischen Staatsminister Dr. Gebhard Glück (MdL) und den stellvertretenden SL-Bundesvorsitzenden Dr. Fritz Wittmann (MdB) während einer lnformationsfahrt durch das Egerland vom 30.-31. August 1990 zu begleiten. Wieder war es Dr. Bohac, der uns Wege öffnete für Gespräche mit einflußreichen Vertretern der Städte Eger und Karlsbad. Bei dieser Fahrt konnten wir dem Minister eine Diskussion mit Vertretern der deutschen Kulturverbände Neudek, Chodau und Falkenau vermitteln, das im Volkskundemuseum Neudek stattfand. Anwesend waren, neben dem Minister und seiner Begleitung: Berta Ruzicka, Neudek, Anna Unger, Chodau, und Erich Kriz, Falkenau/Schönfeld, Abgeordneter des Tschechoslowakischen Parlaments. Bei dieser Gelegenheit ließ ich mir von Berta Ruzizka, Vorsitzende für den deutschen Kulturverband des Bezirkes Karlsbad, die Anschriften aller Vorsitzenden des Kulturverbandes im Egerland geben mit dem Hinweis, daß ich alle zu einem gemeinsamen Gespräch einladen möchte.
Aufgrund meiner Einladung zu diesem ersten Arbeitsgespräch am 17. Februar 1991 im "Haus der Künstler" in Karlsbad konnte ich neben meinem Stellvertreter Albert Reich und einigen Vertretern der Heimatkreise aus Deutschland alle Vorsitzenden und weitere Delegierte des deutschen Kulturverbandes im Egerland begrüßen. Dieses Gespräch diente der ersten Information hinsichtlich der bisherigen Arbeit, vor allem aber auch zur "Bestandsaufnahme". Zu diesem Zeitpunkt waren rd. 1.550 Heimatverbliebene deutscher Herkunft als Mitglieder registriert. Mein Vorschlag zur Gründung eines Deutschen Dachverbandes im Egerland wurde bei dieser Zusammenkunft mit großer Freude aufgenommen.
Zur nächsten Begegnung vom 11.-13. Oktober 1991 lud ich im Namen des BDEG neben den Vertretern der heimatverbliebenen Deutschen auch die Vertreter der Egerländer Heimatkreisverbände zum Kennenlernen und zu Aussprachen nach Elbogen und Falkenau ein. Nachdem die Teilnehmer aus der Bundesrepublik bereits am Freitag, 11.10.91 angereist waren, begannen bereits die Vorgespräche mit den Vertretern der Heimatkreise. Die eigentliche Tagung begann am Samstag, 12.10.91 um 9 Uhr im "Weißen Roß" in Elbogen mit Vorträgen und Diskussionen.
Am späten Nachmittag nahmen wir teil am 2. Elbogener Orgelfest in der Dekanalkirche St. Wenzel. Am Sonntag, den 13.Oktober 1991 wurde die Begegnung im Bergarbeiterheim in Falkenau fortgesetzt. Auf meine Anregung hin wurde eine Entschließung verabschiedet und von allen Vorsitzenden der deutschen Ortsgruppen im Egerland unterzeichnet. Es wurde, unter Vorbehalt der Zustimmung aller Mitglieder einstimmig beschlossen, einen Dachverband zu gründen und sich den Namen "Bund der Deutschen in der CSFR- Landschaft Egerland" zu geben. Die Wahl eines gemeinsamen Vorstandes sollte innerhalb zweier Monate erfolgen. Innerhalb dieser Zeit sollte auch eine Satzung erarbeitet und vorgelegt werden. Die unterzeichneten Vertreter der Deutschen im Egerland brachten ihren Wunsch zum Ausdruck, daß sich alle Deutschen in der CSFR, getrennt nach Landschaften zum Beitritt in den "Bund der Deutschen in der CSFR" entschließen könnten.
Bereits am 27. Oktober 1991 wurde in der Galerie im Neuen Rathaus in Eger den anwesenden Vertretern der deutschen Ortsgruppen die von Helmut Klaubert und Matthias Sehling erarbeitete Satzung zur Abstimmung vorgelegt. Nach geringfügigen Änderungen wurde die vorgelegte Satzung von den Teilnehmern angenommen und als Gründungstermin für den Dachverband Freitag, der 29.11.91 in Eger vorgeschlagen.
GRÜNDUNG DES DACHVERBANDES AM 29. NOVEMBER 1991 UM 18.00 UHR IN EGER
44 Vertreter der verschiedenen deutschen Vereinigungen in Westböhmen waren meiner Einladung gefolgt, um die Gründung des Dachverbandes in den Räumen der Museumsverwaltung am Franziskanerplatz in Eger durchzuführen. Zur Gründungsversammlung zugezogen war der tschechische Rechtsanwalt Dr. Kubic aus Eger, der die vorgelegte Satzung nach tschechischem Recht überprüfte und in Ordnung befand. Als Verbandsname wurde beschlossen:
Bund der Deutschen-Landschaft Egerland
Nachdem die Satzung von den Teilnehmern so beschlossen wurde, bekam Anwalt Kubic den Auftrag, sie dem tschechoslowakischen Innenministerium zur Genehmigung vorzulegen. Bei der anschließenden Wahl wurde folgender Vorstand gewählt:
1. Vorsitzende: Hilde Sura, Elbogen, Stellvertreter Jiri Rak, Eger und Josef Kragl, Falkenau,
- Schriftführer: Elvira Dolezal, Eger, Stellv. Richard Sulko, Pilsen,
Kassier: Hermann Heinrich, Asch, Stellv. Herbert Meister, Marienbad
.
Die Genehmigung der Satzung durch das Innenministerium in Prag erfolgte am 4.2. 1992
Die konstituierende Vorstandssitzung wurde am 31. Jänner 1992 in Eger durchgeführt, die konstituerende Mitgliederversammlung am 14. März 1992 im Bergarbeiterheim in Haberspirk.
Die Kosten für alle Gründungsveranstaltungen und weiteren.Zusammenkünfte wurden vom Bund der Eghalanda Gmoin getragen und mit Hilfe des Bundesinnenministeriums Bonn finanziert.

