Landesversammlung der Deutschen mit neuer Führung Herbst 2010
Generationswechsel bei der „Landesversammlung“ in Böhmen
(Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verbände und Landesversammlung, Prag, 23.- 24. 10. 2010)
Zwanzig Jahre nach der Wende in Böhmen, Mähren und Schlesien kam es zum Generationswechsel auch in der Führung des höchsten Organes der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien. Bevor es aber am Sonntag zur Wahl kommen konnte, wurde sehr lange und sehr detailliert über die verschiedensten Dinge den ganzen Samstag diskutiert. Nach der Begrüßung durch die Präsidentin Irene Kunc folgten Tätigkeitsberichte einiger Präsidiumsmitglieder. Bei der Diskussion über die „Begegnungszentren“ stellte sich fest, dass uns alle in der Zukunft die Fragen um die Finanzierungen und vor allem um die Nachfolgegeneration beschäftigen werden. Ein wichtiges und lang diskutiertes Thema war die „Landeszeitung“. Eine Lösung könnte ein neues Gremium sein, welches sich aus Mitliedern des Präsidiums und der Redaktion zusammensetzt. Auch bei der „Landeszeitung“ kann man sehen, wie es mit der finanziellen Sicherung von wichtigen Amtsträgern aussieht. Man muss einen „Hauptjob“ haben um seine Familie ernähren zu können. In heutiger Zeit, wo man froh über jede Arbeitsstelle ist und wo jeder nicht nur seine acht Stunden „abarbeiten“ muss, ist es viel schwieriger ehrenamtlich zu wirken. Man darf auch nicht vergessen, dass man mit dem „Deutschtum“, wenn man es öffentlich deutlich zugibt, in Böhmen auch heute noch keinerlei Freude verursacht. Bei der Vorstellung der Kandidaten fürs Präsidium konnte man mit Freude feststellen, dass man vierzehn Kandidaten zur Auswahl hatte. Ich bereitete für jeden Kandidaten fünf Fragen vor, aus den ersichtlich sein sollte, wie er in den nächsten drei Jahren arbeiten möchte. Aus den Antworten heraus habe ich dann die neun Kandidaten fürs Präsidium mit dem besten Gewissen und nicht nach subjektiver Beurteilung gewählt. Die Fragen lauteten:
- Wie stellen sie sich die Zukunft der Begegnungszentren in der Zukunft vor?
- Wie stellen sie sich zur Zusammenarbeit mit der Sudetendeutschen Landsmannschaft vor?
- Was würde sie in der Zukunft anders machen?
- Wie ist ihre Meinung zu einem gemeinsamen Verein Landesversammlung und Kulturverband?
- Wie stellen sie sich eine Öffentlichkeitsarbeit vor?
Gelichzeitig präsentierten die Kandidaten ihre Vorstellung, welchem Bereich sie sich widmen möchten, wenn sie gewählt werden sollten.
Sehr erfreulich war die Tatsache, dass man unter den Kandidaten jüngere Menschen fand, dazu noch Menschen, die zu Intelligenz gehören, was für die Zukunft der Deutschen in Tschechien ganz wichtig war.
Nun kam es zur Wahl. Ich selber bekam die Ehre in der Wallkommission mitzuwirken, gemeinsam mit Ernst Lange und Inge Löffler. Aufgrund der Erfahrungen nach den letzten Wahlen zählten wir die Stimmen dreimal um wirklich keine Stimme zu benachteiligen und deswegen hatte es ein wenig länger gedauert, als üblich.
Ins Präsidium wurden gewählt:
Irene Kunc
Erika Vosáhlo
Martin Dzingel
Ralf Kohout
Jaroslav Kaiser
Jan Bartoš
Mojmír Kolář
Richard Neugebauer
Věra Straková.
Für das Amt das Präsidenten kandidierte nur Matin Dzingel und mit deutlicher Mehrheit 33 gegen 3 Stimmen wurde er auch bestätigt.
Bei folgender konstituierenden Sitzung wurden als Vizepräsidenten Frau Erika Vosáhlo und Richard Neugebauer gewählt.

