Die Balthasar- Neumann- Gesellschaft
Die Balthasar- Neumann- Gesellschaft ist eine Interessengemeinschaft von juristischen Personen, deren Ziel und Gegenstand der Tätigkeit ist, allseitig zum Nutzen der Entfaltung und Vertiefung freundschaftlicher Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland zu wirken, bei der Überwindung geschichtlich entstandener Rechtlosigkeit und Unrecht zu helfen und Voraussetzungen für ein gutes Zusammenleben von Tschechen und Deutschen zu schaffen. Zur Erfüllung dieses Zieles will die Vereinigung beisteuern durch Unterstützung gegenseitiger Begegnungen von Tschechen und Deutschen mit den Angehörigen der heutigen deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik und mit den Angehörigen der deutschen Minderheit in der ehemaligen Tschechoslowakischen Republik, welche nach dem Jahre 1945 gezwungen wurden die Tschechoslowakei zu verlassen, vor allem mit den Angehörigen dieser Minderheit aus dem Egerland, und aus diesen Begegnungen eine ständige Quelle erneuerten gegenseitigem Vertrauens und Verstehens zu schaffen. Für diese Zwecke errichtet und unterhält die Vereinigung das Balthasar- Neumann- Haus als Kulturzentrum für tschechisch- deutsche Zusammenarbeit und Verständigung.
Gründungsmitglieder der Gesellschaft sind:
Bund der Deutschen, Landschaft Egerland mit Sitz in Eger
Euregio Egrensis mit Sitz in Eger
Bund der Egerländer Grnoin mit Sitz in Marktredwitz
BALTHASAR-NEUMANN-HAUS



Františkánské nám 3, CZ - 350 02 Cheb / Eger, Tel., Fax: 00420 354 422 992, e-mail:
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Begegnungszentrum Balthasar-Neumann-Haus
Nach der Wende im Jahre 1989 kam es zu den ersten Kontaktaufnahmen mit dem Bund der Egerländer Gmoin in Marktredwitz und zu der Gründung des Bundes der Deutschen, Landschaft Egerland in der damaligen Tschechoslowakischen Republik. So entstand auch der gemeinsame Gedanke, ein Begegnungszentrum im Herzen des Egerlandes aufzubauen, das als Treffpunkt und Kulturzentrum der Deutschen Minderheit des ganzen Egerlandes dienen soll. Auch die tschechische Seite war sich bewusst über die Bedeutung eines solchen Zentrums für die Stadt Eger und unterstützte diesen Gedanken. In dieser Zeit wurde die Euregio Egrensis gegründet - als eine Organisation, die grenzüberschreitende Projekte realisiert, und zusammen wurden sie Träger der Balthasar-Neumann-Gesellschaft. Im April 1992 wurde ein Mietvertrag unterzeichnet, in dem das Landratsamt in Eger der Gesellschaft das Gebäude des ehemaligen Klarissinnen-Klosters am Franziskaner-Platz, wo vorher die Weinstube "Ewiges Licht" und danach ein Jugend-Klub gleichen Namens war, auf 25 Jqhre vermietet. Weil sich das Gebäude in eiern katastrophalen Zustand befand, wurde es durch Finanzmittel der Bundesrepublik Deutschland ganz neu ausgebaut und ausgestattet. Die Kosten der Renovierung werden von der Miete abgerechnet. Nach abgeschlossenen Ausbauarbeiten stehen jetzt ein Vortragssaal mit einer kleinen Küche, Lehrsaal, Ausstellungssaal, eine Bibliothek mit mehr als fünftausend Büchern, Fernsehen, HiFi-Stereoanlage und Videorecorder, Büroräume für den Bund der Deutschen zur Verfügung.
Öffnungszeiten:
Dienstags: 10.00 – 12.00, 14.00 – 19.00 Uhr
Mittwochs: 10.00 – 12.00, 13.00 – 17.00 Uhr
Oder nach Vereinbarung
Im August ist das BGZ geschlossen
BALTHASAR-NEUMANN
wurde in Eger in der Schiffsgasse 12 den 30. Januar 1687 als siebentes Kind des Tuchmachers Hans Christoph Neumann geboren.
Mit 13 Jahren hat er die Lehre bei seinem Patenonkel Balthasar Platzer als Geschütz- und Glockengießer begonnen. Im Jahre 1711 verließ der junge Neumann seine Vaterstadt und ging nach Würzburg, wo er in der bekannten Gießhütte des Ignatz Kopp eine Arbeit angenommen hat. Bald darauf hat er dort den Ingenieurhauptmann und Architekten Andreas Müller kennengelernt, Auf Müllers Anraten hat er Geometrie und Feldmesserei gelernt und 1714 besuchte Neumann die Artillerieschule, lernte Französisch, Italienisch und Spanisch und wurde Geschützjunker und Adjutant seines Lehrers. Um sein Studium vollbringen zu können, richtete Neumann insgesamt drei Bittschreiben um ein Darlehn an den Stadtrat seiner Heimatstadt Eger und immer wurde ihm das Darlehen zugesagt. Im Jahre 1719 wurde Johann Philip Franz Graf von Schönborn als Fürstbischof in Würzburg ernannt und beauftragte Neumann mit den Vermessungen und Planungen der neuen Bischofsresidenz. Die Grundsteinlegung erfolgte im Februar 1720. 1724 starb der Bischof und sein Nachflger, Christoph Franz von Hutten, ließ an der Residenz nur die notwendigsten Arbeiten ausführen. Im Jahre 1725 heiratete Neumann die Tochter des Geheimen Hofrats Dr. Schild, 1729 kam wieder ein Schönborn auf den Bischofsstuhl, Friedrich Karl Graf von Schönborn, und ließ die Arbeiten an der Residenz fortführen. In der Zwischenzeit war Neumann für andere Auftraggeber tätig - das Deutschordensschloß in Bad Mergentheim, Kirche und Probstei in Holzkirchen und andere Bauten wurden geplant und begonnen. Aber seine Hauptaufgabe blieb die Fortsetzung der Bauarbeiten an der Residenz. Die Hofkirche im Südschloß wurde ein Glanzstück fränkisch-barocker Baukunst, das Treppenhaus im Kaiserpavillon mit einer stützenlosen Überwölbung von 600 m2 Raum wurde eine besondere künstlerische und technische Leistung Neumanns. Der Kurfürst von Trier übertrug ihm für mehr als 20 Jahre die Oberaufsicht über das gesamte Zivil- und Militärbauwesen im Hochstift Würzburg und Bamberg. Im Jahre 1741 wurde Neumann zum Obristen der fränkischen Keisartillerie ernannt - der höchste Dienstgrad, den das Hochstift Würzburg zu vergeben hatte. Nach dem Tode Friedrich Karls im Jahre 1746 kam ein erkläter Schönborn-Gegner, Graf Anselm von Ingelheim, auf den Bischofsstuhl. Er stellte den Ausbau der Residenz ein und ersetzte Neumann als Baudirektor durch einen unfähigen Günstling.
Sechs Fürstbischöfe erlebte Neumann in seiner Tätigkeit in Würzburg, von denen ihn vier förderten und zwei hemmten. Außer der Residenz hat er neben zahllosen Profanbauten an über 100 Kirchen als Planer, Bauleiter oder -berater mitgewirkt - unter anderem die Schönbornkapelle am Würzburger Dom, die Hofkirche und das Käppelle, Abteikirche in Münsterschwarzach, die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und die Abteikirche Neresheim. Auf dem Deckengemälde von Giovanni Battista Tiepolo im Treppenhaus der Würzburger Residenz ist auch Balthasar Neumann zu sehen - auf einem Kanonenrohr sitzend.
Balthasar Neumann starb am 19. August 1753 in Würzburg. Am 22. August 1753 trug man ihn mit allen, einem Kreisobristen zustehenden Ehren zu Garbe. Als der Sarg in die Gruft gesenkt wurde, gab das Bataillon Feuer. Und von der Festung Marienberg dröhnte der Trauersalut über das fränkische Land.

