AKTUELL
15 Jahre Bund der Deutschen - Rückblick
(Jubiläumsbericht für die Jahresversammlung mit Neuwahlen
vom „Bund der Deutschen- Landschaft Egerland“ in Eger, Balthasar- Neuman – Haus,
am 17. November 2007)
Richard Šulko, Vorsitzender
Der 17. November gilt für die Deutschen aus dem Westböhmischen Raum, sowie für alle Bewohner von Böhmen, Mähren und Schlesien als einer der wichtigsten Tage im Jahr. Im Jahre 1989 kam die Demokratie wieder in die Länder der Böhmischen Krone zurück, wo auch 44 Jahre nach der Vertreibung der Deutschen aus ihrer Heimat einige Egerländer geblieben sind.
Trotz der Tatsache, dass sie entweder als Fachkräfte oder „Hitlergegner“ bezeichnet waren oder aus Mischehen stammten, wurden die meisten enteignet und landeten durch die „innere Vertreibung“ in allen möglichen Ecken unseres Landes.
Nun kam die „samtene Revolution“ am 17. November 1989 und das neue „Zeitalter“ kam. Dass der Angst der Vierjahrzehnte im Kommunismus und der Verhinderung vom allen was nur ein wenig nach Deutschtum „riech“ so tief sitzt, konnte keiner ahnen. Umso mehr konnte man die „vertriebenen“ Egerländer und Sudetendeutsche bewundern, die den Weg zu uns gesucht haben und mit ihren Erfahrungen unsere Würde wieder aufgebaut haben. Ich möchte an dieser Stelle im Namen aller den unvergessenen „Bundesvüarstäiha(r“ des „Bundes der Eghalånda Gmoin“ (BdEG) Seff Heil nennen, der unermüdlich nach den „verbliebenen“ Egerländern suchte, bis er am 29. 11. 1991 zur Gründungsversammlung des „Bundes der Deutschen – Landschaft Egerland“ einladen konnte. Die Satzung selber wurde am 4. 2. 1992 vom tschechischen Innenministerium registriert und damit wurde der „Bund für die heimatverbliebenen Egerländer“ zur Realität.
Wie waren die ersten 15 Jahre?
Wir konnten aufgrund der zu langen „Lücke“ in der Verbandsarbeit und der Vertreibung mit anschließender Assimilierung nicht an die Arbeit des hundertjährigen „Bundes der Deutschen in Böhmen“ anknüpfen. Dazu war schon zu spät. Wir konnten aber mit der Hilfe der Vertriebenen und der finanziellen Unterstützung über die Grenzen hinweg das zarte Blümlein der Verständigung und des Egerländer Kulturgutes wieder pflegen. Was ist aus diesem Blümlein geworden?
Es ist selbstverständlich, dass uns in den letzten fünfzehn Jahren viele Egerländer verlassen haben, auch unserer Gründer. Ich traue mir aber zu sagen zu dürfen: wir können doch mit Stolz auf die Ergebnisse unserer Arbeit in den vergangenen 15 Jahren sein!
Weil der „Bund“ schon seit seiner Gründung sein Mitteilungsblatt jeden Monat herausgibt, in mehreren Periodiken Artikel über seine Verbandsarbeit zu finden sind und die letzten sieben Jahre seine eigenen „Internetseite“ hat, brauch ich nicht viel über die einzelnen Aktivitäten des „Bundes“ sprechen. Ich möchte mich in meinem Jubiläumsbericht nur an die für mich wichtigsten Meilensteine unserer Arbeit konzentrieren.
Eine der gelungenen Sache war der Generationswechsel in der Führung vom „Bund der Deutschen“. Nach vier Jahren Vorstandschaft von Hilde Sura kam ein fünfunddreißig Jahre alter Vürstäiha(r, der heute noch diesen liebevollen Verein leitet.
Ich denke, dass dieser Generationswechsel auch vielen Verbänden der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien als Vorbild dienen kann. Ich glaube sagen zu dürfen und zwar nicht nur in unserem Land.
Nun was führte zum Erfolg?
Das wichtigste Erfolgsrezept liegt in der Zusammenarbeit und gegenseitiger Achtung. Was mit Seff Heil angefangen worden war, ging mit Günther Müller weiter und wird mit Sicherheit auch mit Dr. Ralf Heimrath weiter gehen. Auch die Zusammenarbeit mit den Landesverbänden in Deutschland und in Österreich zeigt eine wirkliche Bruderschaft, die uns andere Vereine nur beneiden können. Der Satz „Eghalåda hålts enk z´såmm“ und „Füar unna Hoimåt ålls“ wurde in der ganzjährlichen Zusammenarbeit der Egerländer zur Wirklichkeit. Ob der „BdEG“, der „AEK“ (Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender), die „Egerland – Jugend“ oder der eine oder andere Heimatkreis, alle haben einen wahren harmonischen Organismus geschaffen, der für den Erhalt des Deutschtums und des Egerlandtums eine hervorragende Leistung brachte. An dieser Stelle möchte ich die Zusammenarbeit mit der „Egerland- Jugend“ hervorheben. Eine sechzehnjährige fruchtbare Zusammenarbeit zeichnet die Arbeit der egerländer Nachkommen aus beiden Seiten der Grenze aus. Welche sichtbare Zeichen hinterlässt der „Bund“ nach fünfzehn Jahren Arbeit?
Der „Bund der Deutschen – Landschaft Egerland“ hat federführend folgender Werke herausgebracht:
CD und MC „As vartraamte Eghalånd“.
Bücher:
Schuster Toni: Ållahånd as´m Eghalånd“, als sein drittes Buch.
Rosi Feiereisl: Egerländer Original
Måla Richard (Sulko): Måla Richard dazühlt.
An dieser Stelle bedanke ich mich für die Unterstützung seitens vieler Egerländer in Deutschland, nämlich Seff Heil, Albert Reich, Dr. Ralf Heimrath, Günther und Sabine Müller, sowie beim tsch. Kulturministerium und dem Deutsch – tschechischen Zukunftsfonds.
Auch viele Denkmäler und renovierten Kirchen bleiben als ein Zeichen unserer Arbeit. Von Anfang an kümmerten sich die „dickköpfigen“ Egerländer um die Selbstfinanzierung ihrer Arbeit, die mit Ausnahme von einem Jahr immer erfolgreich war. Trotz der sehr schwierigen Zeiten mit den verschiedensten Finanzkontrollen, die den „Bund“ fast liquidierten, steht der „Bund der Deutschen – Landschaft Egerland“ immer noch da und schaut mit Zuversicht in die Zukunft. Die Zeiten werden in der Zukunft nicht einfacher und man muss die Arbeit der Realität anpassen. Wenn man aber die Kinder und Jugendlichen in unserer Egerländer Volkstanzgruppe „Die Målas“ ansieht und aktive mittlere Generation dazu, kann man hoffen, dass die Arbeit im Sinne der Völkerverständigung und im Sinne der Rettung unseres Kulturgutes auch für die Zukunft gesichert ist.
Ich bedanke mich bei allen, die mich bei meinem Weg begleitet haben: an der ersten Stelle bei meiner Frau und Kindern, sowie bei meiner Mama und dem Team im Balthasar- Neumann – Haus: Bei Krista Hruba und dem Jürgen Rak.
Füar unna Hoimat wirkli(ch ålls,
Dånk schäi(n füar enka Aafmerksamkeit!
Bund der Deutschen – Landschaft Egerland (BdD-LE)
Niederschrift der Jahresversammlung mit Neuwahlen
Am 17. November 2007 in Eger, Balthasar – Neumann – Haus
Um 14.14 Uhr eröffnete der Vorsitzende Richard Sulko die Sitzung. Als Gäste wurden der „Bundesvorsitzende“ des „Bundes der Eghalånda Gmoin“(BdEG), Dr. Ralf Heimrath begrüßt, sowie Erich Wetzka aus Ingolstadt.
Nach der Totenehrung trug Dr. Heimrath sein Grußwort vor. In seiner Rede erwähnte er die gute Zusammenarbeit mit dem „Bund der Deutschen“ und betonte die Wichtigkeit der Kinder- und Jugendarbeit. In die Wahl und Beschlusskommission wurden gewählt: Werner Kraus, Rudolf Povenz und Amalie Speierl.
Nach der Feststellung der Tagesordnung und Kontrolle der Beschlüsse folgte Bericht des Vorsitzenden und der Leiterin des Begegnungszentrums Krista Hrubá. Aus ihrem Bericht konnten wir sehr deutlich sehen, wir gut das Begegnungszentrum gut mit mehreren Institutionen zusammenarbeitet, wie z.B. mit dem Kinderheim in Asch, mit dem Kindergarten und Gymnasium in Eger, um hier nur die wichtigsten zu nennen.
Kassenprüfer Josef Woeschka trug dann den Kassenbericht vor und das Ergebniss der Kontrolle, die für die vergangenen zwei Jahre durchgeführt worden war.
Die Delegierten entlasteten dann den alten Vorstand und es konnte zu Neuwahlen kommen.
Der Satzung nach werden beim BdD-LE der Vorsitzende und seine Stellvertreter geheim gewählt. Nach Auszählung der Stimmen stellte man fest, dass die Kandidaten für den Vorsitz und drei Stellvertreter mit 11 Ja- Stimmen und 2 ungültigen Stimmen gewählt worden waren.
Die restlichen Vorstandmitglieder wurden per Akklamation gewählt. Alle waren einstimmig für ihre Ämter gewählt. Als Beirat wurde auch der Vertreter vom BdEG, Dr. Ralf Heimrath im Amt bestätigt.
Der neue Vorstand vom BdD-LE sieht wie folgt aus:
Vorsitzender: Richard Sulko
Stellvertreter: Krista Hruba, Bertl Ruzicka, Jürgen Rak
Schriftführerin: Marie Zíma
Stellv. Schriftführerin: Marie Schreiner
Kassiererin: Irena Sulková
Stellv. Brigitte Svec
Beirat: Dr. Ralf Heimrath
Kassenprüfer: Josef Woeschka, Jaroslav Klyeisen, Werner Kraus
Nach der Vorstandwahl wurde auch die Delegierten für die „Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien gewählt“:
Richard Sulko
Krista Hrubá
Bertl Ruzicka
Ida Sladková
Marie Schreiner
Marie Zimova
Jaroslav Klyeisen
Nach einer Erfrischungspause wurde noch über die Planung für das Jahr 2007 und 2008 gesprochen und dann kam es zum letzten Punkt des Nachmittags: Vortrag vom Dr. Ralf Heimrath über „100 Jahre Bund der Eghalånda Gmoin“. Es war sehr interessant und für mehrere ganz neu, wie schwierig es die Egerländer Weltweit hatten und wie viele male sie sich zusammen schließen mussten.
Um 17.30 Uhr wurde die Jahresversammlung als beendet erklärt.
Niederschrift gefertigt: Richard Sulko, 18. 11. 2007


