AKTUELL


Würdigung für die verbliebenen Egerländer
Jahresversammlung des "Bundes der Deutschen - Landschaft Egerland" am 9. November 2002 in Karlsbad und die AEK Begegnung in Marktredwitz und Karlsbad

Im Egerländer Hof
Am 9. November 2002 konnte man in der "Stammkneipe" der Egerländer, dem "Egerländer Hof" in Karlsbad wieder die Menschen sehen, die das egerländer Kulturgut pflegen und für die nächsten Generation im Egerland erhalten: es war die Jahresversammlung des "Bundes der Deutschen - Landschaft Egerland", zu der der Vorsitzende Richard Sulko einlud.
Von den Gästen waren der Vorsitzende vom "Bund der Eghalanda Gmoin", Vetta Günther Müller mit seiner Frau Sabine anwesend, von der "Sdružení Ackermann - Gemeinde" kam der Vorsitzender der Karlsbader, Herr Eduard Mayer.
Nach der Begrüßung und Totenehrung wurde die Tagesordnung abgestimmt und gleich danach legte der Vorsitzende seinen Jahresbericht ab.
Danach folgte der Kassenbericht von der Frau Krista Hrubá und Vorschau für das Jahresende, sowie das kommende Jahr.
In der danach folgenden Diskussion wurde über die zweisprachigen Ortsbeschilderung, sowie über eine Umfrageaktion und der Großveranstaltung in Iglau gesprochen.
Nach der Versammlung kamen dann die Teilnehmer der "AEK" - Begegnung hinzu, die aus Marktrewitz anreisten. AEK ist die Abkürzung für "Arbeitskreis egerländer Kulturschaffender".

Die Krönung im Grandhotel Pupp
Gemeinsam hörten dann die Teilnehmer den Vortrag vom Ph.Dr. Stanislav Burachoviè: "Die Geschichte der Stadt Karlsbad". Danach folgte eine Stadtbesichtigung.
Die Krönung des Tages war im Karlsbader Grandhotel Pupp am abend.
Nach dem Grußwort der Primators der Stadt Karlsbad, Mgr. Zdenìk Roubínek wurde die tschechische Übersetzung der Buches vom Heinrich Giegold: "Tschechen und Deutsche - Die Geschichte einer Nachbarschaft" vorgestellt.
Es folgte das Konzert im großen Festsaal des Hotels Pupp. Es spielte der Westböhmische Symphonie - Orchester aus Marienbad, unter der Leitung vom Prof. Armin Rosin. Die Zuhörer hatten ein unvergeßliches Erlebnis.

Würdigung in Marktrewitz
Am Sonntag, den 10. November wurde das Programm der AEK - Begegnung in Marktredwitz fortgeführt. Wir hörten den Vortrag vom Univ. Prof. i.R. Karl Spies: "Die Verdrängung der Sudetendeutschen aus ihrer Kultur und Geschichte" und dann kam schon der Festakt zur Verleihung des "Egerland - Kulturpreises - Johannes - von - Tepl- 2002".
Den Festakt umrahmten zwei Gruppen: die Egerland Jugend aus Offenbach und die Tanzgruppe der Ortsgruppe Netschetin - Preitenstein vom "Bund der Deutschen - Lanschaft Egerland".
Zuerst wurden Förderpreise bekanntgemacht: der erste ging an die Offenbacher.
Als der zweite Förderpreis bekannt wurde, der üblich nicht vergeben wird, waren vor allem die "verbliebenen" Egerländer überrascht: dieser hoch anerkannte Preis ging nach Netschetin!
Der Hauptträger war Dr. Josef Weinmann aus Männedorf bei Zürich, ein gebürtiger Karlsbader. Eine große Gratulation und Dank für seine Arbeit!
Nach dem Festakt wurde dann gefeiert, die meisten feierten in "Rawetz". Unsere Gruppe fuhr nach Kuttenplan und hat den Preis dort würdig im Restaurant "Grotte" "begossen".
Eine große Anerkennung unserer Arbeit, aber auch eine Verpflichtung gleichzeitig.

M.R.

Die Urkunde  
     
Die Jahresversammlung Moala Richard bedankt sich  
1. Vors. von AEK, Albert Reich stellt die Preisträger vor Alber Reich bei der Ansprache  

"Die Moalas" beim Auftritt

in der Grotte  

 

Die Egerländer im Egerland: Wir bleiben Egerländer
Jahresbericht, vorgetragen bei der ordentlichen Jahresversammlung des "Bundes der Deutschen - Landschaft Egerland"
am 09. November 2002, im "Egerländer Hof", Karlsbad
Richard Sulko, Vüarstäiha ( Vorsitzender)


Begrüßung

Sehr verehrte Gäste, liebe Delegierte und Mitglieder,
löiwa Mouhmen u Vettan, Moidla u Boum!

Es freut mich ganz besonders, daß wir hier, in unserer "Stammkneipe", dem "Egerländer Hof" in Karlsbad unsere Jahresversammlung durchführen können. Vorab ein Dankeschön an alle, die bei den Vorbereitungen geholfen haben. Es sind schon heuer 11 Jahre, in denen der Bund für die "daheimgebliebenen" Egerländer arbeitet. Schon sieben Jahre berichte ich immer im November, wie das vergangene Jahr beim "Bund" war. Ich bin sehr dankbar, daß wir schon seit Jahren eine Entwicklung nach vorne in unserem gemeinsamen Verein vermerken können. Jedes Jahr kann man eine Steigerung in der Arbeit erleben oder wir kommen mit einem neuen "Werk" hinaus.

Drei wichtigsten Ereignisse

Heuer war für den "Bund der Deutschen" wieder ein sehr gutes Jahr. Bevor ich ein wenig umfangreicher auf die einzelnen Maßnahmen gehe, möchte ich doch drei, drei große Erfolge erwähnen:

Zum ersten das Buch "Egerländer Original", die wir unserer Rosi Feiereisl herausbrachten. Dank dem Kulturministerium der Tschechischen Republik und ehrenamtlicher Arbeit von der Sabine Müller, Joseph Kepmf, Hatto Zeidler und anderen Helfern hat der Bund der Deutschen wieder Geschichte in Sache Erhalt des Deutschtums im Egerland geschrieben.

Zum zweiten das Konzert "Musik kennt keine Grenzen". Wie ich schon in meinem Artikel über die größte Maßnahme der "verbliebenen" Egerländer schrieb, war die Breitenwirkung die beste, seit der Bund dieses Konzert organisiert. So ein entgegenkommen einer offiziellen Behörde und die Hilfsbereitschaft haben wir noch nicht erlebt. Ein großer Dank an die Stadt Chodau, den Deutsch - tschechischen Zukunftsfonds und das tsch. Kulturministerium!

Und zum dritten die wichtigste Angelegenheit: Die "Milderung des Unrechts" für die Deutschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien rückt nahe! Die Verhandlungen sind noch im Laufen, aber ich bin mir sicher, daß doch etwas gemacht wird, damit wir von den offiziellen Stellen als gleichberechtigte Bürger angesehen werden und nicht immer im "rechten" Eck landen!


Das Jahr hindurch

Nun möchte ich doch einige Ereignisse aus dem Leben des "Bundes" besonders nennen. Wir bringen zwar jeden Monat unser Mitteilungsblatt heraus, wo sehr umfangreich über alle Maßnahmen berichtet wird, aber dieses "Eghaland Bladl" kommt noch nicht überall hin und die sechs Seiten sind doch zu wenig. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die über ihre Aktivitäten berichten und mir Artikel zusenden. Es sind zwar nicht viele, aber auf den Jürgen Rak mit unserer Krista Hrubá aus unserem Begegnungszentrum konnte ich mich immer verlassen. Ein großes Dankeschön!



Das erste, was ich kurz ansprechen möchte ist die Teilnahme an den Tagungen der "Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien". Dieses Organ ist das höchst gewählte Organ der dt. Minderheit in der CR und ist der Ansprechpartner für unsere Regierung. Ich bin froh, daß unsere meisten Delegierte die Ehre und Verpflichtung gleichzeitig wahrnehmen und für uns alle die Geschichte zu schreiben helfen. Es geht nicht nur um uns, es geht auch um unsere Kinder und Kindeskinder, damit sie mit Freude in einem Land leben, daß jahrhundertelang uns, den Egerländern gehörte und wo wir alle wieder als Staats bildende Volksgruppe leben sollten.

Das zweite sind die deutsch - tschechischen Wallfahrten. Die meisten Egerländer waren und sind immer noch katholisch und verehren vor allem unsere Gottesmutter. Ein Gläubiger, der an Wallfahrten teilnimmt bekommt sicher genug Kraft für das sowieso schwere Leben. Wenn man noch in Tracht dabei sein kann, ist die Welt Wieder in Ordnung. Und weil sich auch unsere tschechischen Mitbürger an diesen wichtigen Ereignissen beteiligen, dienen diese Aktionen auch zur Völkerverständigung.

Das dritte, was ich erwähnen will, sind unsere Friedhofsaktionen im Stift Tepl. Mehr als zehn Jahre gemeinsam mit der "Egerland - Jugend" und einigen tschechischen Kindern pflegen wir das Zeichen der deutschen Kultur im östlichen Egerland und tragen wiederum der Verständigung bei.

Was wäre Pfingsten ohne der Teilnahme an den Sudetendeutschen Tagen. Auch im Jahre 2002 präsentierte sich der "Bund" mit eigenem Stand, wo er seine Arbeit mit Stolz zeigte. Es waren auch einige Trachtenträger, die das wichtigste Zeichen der Egerländer, nämlich die egerländer Tracht mit Stolz tragen.

Bildungsarbeit wird in Form der Seminare gemacht. In Elbogen erlebten wir Ende Mai ein schönes Wochenende, wo wir nicht nur interessantes erfuhren, sondern auch überhaupt zusammenkamen, um über das einfache Leben und unsere Sorgen sprechen zu können. Wir leben ja sehr zerstreut und diese Bildungsseminare sind ideal für uns geeignet.

Unsere Trachten! Teilweise selber genäht und liebevoll bestickt tragen wir sie bei festlichen Anlässen. Zwar fühlen wir uns in der Tracht am sichersten doch in Deutschland unter unseren "Stammesbrüdern" aber in der Zukunft wir es hoffentlich auch mal besser werden. Man braucht nur Mut und "Fingerspitzengefühl". Heuer hat der Bund dank dem Kulturministerium der CR zum erstenmal einen kleinen Trachtenseminar in Netschetin veranstaltet. Es waren die "Batzerlstrümpfe", die wir zu stricken lernten. Es ist sehr schwierig und man muß wirklich einen "egerländer Dickkopf" haben, um dabei auszuharren! Es gibt unter den "neuen Bewohnern" unseres lieben Egerlandes auch Menschen, die unsere Tracht tragen. Aber die Strümpfe und unsere Mundart kann uns keiner wegnehmen! Hier möchte ich mich bei der "Trachtenwartin" des "Bundes der Eghalanda Gmoin", Hermine Bender bedanken, denn es war ein "harter Job" an diesem Wochenende.

Unsere Volkstänze! Bei einem Volkstanzseminar in Netschetin lernte unsere dortige Tanzgruppe "Die Malas" wieder einige Tänze, die sie z.B. auch in Chodau zeigte. Meiner Frau ist es gelungen die Kinder von meinem Bruder für die Sache zu gewinnen, sowie eine tschechische Arbeitskollegin aus Pilsen. Wir sind eine kleine Gruppe, aber die Tänze erhalten wir. Ein Dank wiederum an die Egerland - Jugend, die uns mit viel Ausdauer die Tänze beibringen. Hier ein großer Dank an das tsch. Kulturministerium, die uns diese Maßnahme ermöglichte.

Bund der Deutschen im Internet ist das nächste Thema. Schon über sieben Tausend! Besucher haben sich auf diesen Weg über uns informiert. Man findet im Gästebuch ganz interessante Eintragungen, wie diese aus den USA:

"Ich freue ich sehr, dass ich Ihre Web-page gefunden habe. Die Moeglichkeit, etwas in Egerlaender Mundart zu lesen, war fuer mich ein riesiges Geschenk, denn es erinnerte mich an meine Kindheit und meine Grosseltern, mit denen ich (in Hessen) aufwuchs. Die Bilder und Berichte auf den Seiten gaben mir auch die Moeglichkeit, meinem Sohn (13), Fragen nach seiner Abstammung zu beantworten. Vielen Dank Und Alles Liebe Sylvia Harlow (MO, USA) Enkelin von Barbara Reiss (geb. Muehlbauer) (Tachauer Schmelztal/Marienbad) Und Adolf Reiss (Saaz)
Sylvia Harlow <Ssissy22@hotmail.com>
- Monday, June 10, 2002 at 01:46:32 (CEST)"

Unsere Landes - Zeitung: Die Zeitung der dt. Minderheit , die auch politische Themen für die deutsche Minderheit behandelt. Es wäre eine schöne Sache, wenn jedes Mitglied seine Zugehörigkeit zur dt. Volksgruppe damit zeigen würde, wenn er diese Zeitung, die von der tsch. Regierung unterstützt wird, abonnieren würde. Für 156,- Kronen alle zwei Wochen das ganze Jahr hindurch informiert zu werden ist doch nicht so viel Geld!

Unsere Ortsgruppen! Es sind zehn an der Zahl. Die Arbeit in den einzelnen Ortsgruppen ist verschieden. Ich bedanke mich bei den aktivsten und wünsche Ihnen viel Spaß und uns allen eine rege Beteiligung an unseren gemeinsamen Aktivitäten.

Öffentlichkeitsarbeit. Ein Dauerthema, denn über "wem man nicht schreibt, der ist tot!" Es waren in der letzten Zeit einige Artikel über unsere Arbeit zu finden, auch in wichtigsten Periodiken.

Ein Dankeschön

Ein Dankeschön geht auch an den "Bund der Eghalanda Gmoin", der uns hilft, soweit er kann. Es freut mich immer, wenn die leitende Persönlichkeiten zu unseren Maßnahmen kommen. Besonders möchte ich den Bundesvüarstäiha Günther Müller mit seiner Frau erwähnen, Stellv. Vors. Helmut Kindl und Dieter Markgraf, sowie unseren Freund Karl - Heinz Seufferle. Es ist schön, daß die Zusammenarbeit zwischen den "vertriebenen" und den "verbliebenen" Egerländern so gut funnktioniert. Ein Dankeschön auch an die Landesverbände in Bayern, Hessen und Baden - Württemberg.

Ich möchte mich auch bei unserem Begegnungszentrum bedanken. Wäre seitens des BGZ´s nicht die Unterstützung da, konnten wir nicht so viel meistern. Ich bedanke mich beim Jürgen Rak und der Krista Hrubá, die trotz der zwei Überfälle weiter für unsere Sache arbeitet. Ich bitte hiermit alle leitende Personen der Krista zu helfen, vor allem beim durchführen der Maßnahmen, damit sie es doch ein wenig leichter hat.
Hier möchte ich mich im Namen des ganzen Verbandes bei der Deutschen Botschaft in Prag für die Unterstützung bedanken.

Sendungen des tschechischen Rundfunks für die deutsche Minderheit: eine tolle Sache nicht nur, wenn man einem zum Geburtstag gratuliert, sondern auch um Neuigkeiten zu hören. Hört bitte wieder einmal am Mittwoch und Donnerstag zu und schreibt nach Prag, wie Euch die Sendung gefallen hat. Anschrift kann man in unserem "Bladl" finden.

Zum Schluß möchte ich noch die finanzielle Unterstützung vom "Sozialwerk der Ackermann - Gemeinde" erwähnen, die ab heuer leider nicht mehr erweitert wird, die Unterstützung der "Bohemia" o.p.s. , oder z.B. die Kinderferienlager, die die "Landesversammlung" für alle Verbände organisiert.

Liebe Delegierte, ich weiß wohl sehr gut, wie es schwierig ist, eine aktive Verbandsarbeit zu machen.
Aber ich hoffe, daß wir, die Egerländer im Egerland doch mit Stolz und voller Hoffnung auch in Zukunft sagen werden:
Wir bleiben Egerländer!

Danke schön für die Aufmerksammkeit!

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