AKTUELL

Niederschrift und Beschlüsse der Jahresversammlung des "Bundes der Deutschen - Landschaft Egerland,
Ortsgruppe Netschetin - Preitenstein, am 21. 6. 2003, Netschetin, Gasthaus am Rathaus


Der Vorsitzende Richard Sulko mußte vor dem Beginn der Jahresversammlung die Beschlußfähigkeit prüfen und noch vor der Versammlung folgenden Beschluß abstimmen lassen, damit die Kassenprüfung für diese Jahresversammlung durchgeführt werden konnte:
Als Ersatz für die verstorbene Frieda Roth wurde als Kassenprüfer Herr Rudolf Waldstein von den Mitgliedern für diese Prüfung gewählt, damit die Kasse ordnungsgemäß vor der Jahresversammlung kontrolliert werden konnte.

Nach der durchgeführten Prüfung wurde dann mit der Versammlung begonnen.
Vorsitzender Richard Sulko begrüßte die Anwesenden und dachte an alle Verstorbenen aus dem letzten Jahr: Frau Anna Weps und Frieda Pfannekuch. Danach wurde die Tagesordnung einstimmig angenommen. Nach dem Kassenbericht, der von der stellv. Kassiererin Frau Elfrieda Sulko vorgetragen wurde, folgte der Bericht des Vorsitzenden.
Danach wurde die Wahlkommission einstimmig gewählt : Rudolf Waldstein, Paul Pötzl und Ernestine Rada. Herr Waldstein wurde Wahlleiter. Laut Satzung wurden in einer geheimen Wahl der Vorsitzende und sein Stellvertreter gewählt: Richard Sulko und sein Vertreter Franz Siroky. Die gewählten nahmen die Wahl an. Als Kassiererin wurde Terezie Sulková gewählt, zu ihrer Vertreterin wurde Elfriede Sulková.
Als Kassenprüfer werden die nächsten zwei Jahre Herrn Josef Woeschka und Paul Pötzl tätig sein.
Die Interessen der Ortsgruppe werden beim Bund der Deutschen - Landschaft Egerland der Vorsitzende und sein Stellvertreter vertreten.
Nach dem Wahlgang sprach der "altneue" "Vüarstäiha" über das Vorhaben noch im Jahr 2003.
Nach dem keine Diskussion stattfand, wurde gleich mit dem nächsten Punkt fortgefahren: Richard Sulko zeigte mehrere Bilder über unsere Heimat Netschetin, sowie über die Aktivitäten des Bundes, wie Maiandachten und Muttertag, sowie über den Sudetendeutsche Tag in Augsburg.
Nach dem Lichtbildvortrag wurde dann die Versammlung als beendet erklärt.

Richard Sulko

Klein aber fein!
( Jahresbericht der OG Netschetin- Preitenstein im Bund der Deutschen - Landschaft Egerland - BdD-LE)
vorgetragen auf der Jahresversammlung mit Neuwahlen in Netschetin " am Rathaus ", Samstag den 21.6.2003
vom Mala Richard ( Sulko), Vüarstäiha ( Vorsitzender)

Das Jahr im Rückblick

Am 20. Juli des Jahres 2002 führten wir unsere Jahresversammlung durch. Wer kann sich noch erinnern, wie uns die Familie Deistler musizierte? Der gemeinsame Ausflug auf die Burgruine Preitenstein blieb bis heute sehr gut in Erinnerung. Gleich am nächsten Tag fuhren einige von uns nach Gersthofen, zum Heimattreffen der Netschetiner. Es waren einige schöne Stunden der Begegnung.
Am 27. Juli halfen wir wiederum beim Treffen der Gamlinger, aber direkt in Gamling. Ein großer Erfolg war das Konzert "Musik kennt keine Grenzen" am 10. August in Chodau. Unsere Tanzgruppe hatte dort zwei Aufritte.

Einzige Volkstanzgruppe im Egerland

Zu unserer kleinen Tanzgruppe "Die Malas" möchte ich doch ein wenig mehr sagen. Heutzutage haben wir fünf Tanzpaare und die Auftritte werden immer öfter! Für die, die nicht wissen, warum sich die Gruppe "Die Malas" nennt, eine kurze Erklärung: Diese Tanzgruppe bilden in großer Mehrheit die Angehörigen der Famile Sulko, dessen Hausname "Malas" ist. Mein Urgroßvater Wenzel Löw war nicht nur Musiker, er war außer anderen Fähigkeiten auch Maler, in Egerländer Mundart "Mala". Und so kam er zu diesem Hausnamen. Die Hausnamen werden in unserer Ortsgruppe immer noch benutzt und ich bin sehr froh darüber, weil die Hausnamen doch ein Teil unseres Kulturgutes ist.
Nun zurück zu den eigenen Tänzern: Neben meinen Kindern und Kindern meines Bruders tanzen auch zwei Tschechen mit: Resl, eine Arbeitskollegin von meiner Frau und Jaroslav Janouskovec, der aus Mösing stammt. Es ist sehr erfreulich, daß wir so viele sind und möchte mich an dieser Stelle bei allen dafür bedanken, wie gut sie unser Kulturgut präsentieren.

Die meisten Egerländer Trachten im östlichen Egerland

Zu unserer Identität gehören auch Egerländer Trachten. Und es ist auch unsere Ortsgruppe, die die meisten Trachtenträger im Egerland hat. Auch die komplizierten "Batzerlstrümpfe" haben wir bei einem Seminar hier in Netschetin gelernt zu sticken.
Ich bedanke mich bei allen, die die Tracht auch tragen, auch wenn es hier nicht immer angenehm ist.
Wichtig ist, daß einer aus unserer Ortsgruppe auch den dritthöchsten "Posten" bei der politischen Vertretung der deutschen Minderheit hat. In meiner Person haben unsere Mitglieder immer die bestmöglichen Informationen.
Einen Satz zu der Frage über die Entschädigung, die sehr viele interessiert, möchte ich doch etwas sagen. Die "Milderung des Unrechts" bewegt sich doch ein wenig nach vorne, ich hoffe, daß die meisten von Euch die verlorene Ehre zurückhalten. Es ist ein schwieriger Weg, aber mit dem EU - Beitritt wird es schneller gehen, das bin ich überzeugt.

Weitere Aktivitäten im Jahresablauf

Ich komme zu unseren allgemeinen Tätigkeiten zurück: Der "Niklas" kommt immer noch zu uns vor Weihnachten. Es freut mich, daß wir immer noch zusammenkommen und sich in der Vorweihnachtszeit treffen. Es könnten ruhig mehr Kinder kommen, Enkelkinder gibt es doch bei uns genug. Schade, daß wir nur mit zwei oder drei PKWs nach Marktredwitz zum Weihnachtsmarkt fahren, aber einen Bus kann man nicht mehr zahlen.
Es freut mich, daß die monatlichen Treffen außer Januar und Februar stattfinden. Manchmal ist der Kreis sehr klein, aber man soll nicht aufgeben! Wie es in einem Egerländer "Sprüchl" heißt: "Koina(r is gern aloin, deratswegn göiht ea in oina Gmoin".
Ja es ist die Gemeinschaft, die einem Freude vorbereitet und die ermöglicht, daß man unser Egerländer Kultur auch pflegt.
Es ist die schöne Osterzeit, wo nach dem meinst langen Winter die Aktivitäten wieder stärker werden: Das "Ratschngäihn" und die kirchliche Feier der Auferstehung in unseren Trachten gehört schon Jahre zu unseren Merkmalen und die Bewohner gewöhnen sich schon langsam daran.
Monat Mai ist in unserer OG immer sehr "anstrengend". Am 1. Mai geht es nach Maria Stock . Auch heuer waren mehrere Pilger in Trachten von uns dabei. Am 3. Mai hatte unsere Tanzgruppe einen Auftritt in Weseritz beim "Florianfest". Der 10. Mai war ein "Supertag": Drei deutsch - tschechische Maiandachten und am Abend unsere Muttertagsfeier. Es kam die Bertl Ruzicka mit ihrer Zither zu uns und wir konnten dann auch einige Tänze zeigen. Es waren über dreißig Menschen anwesend; das schönste für mich jedoch war der Einmarsch der Tanzgruppe durch das Wirtshaus!
Zwei Wochen später fuhr unsere Tanzgruppe nach Waldkraiburg, zum "Bundesjugendtreffen der Egerland - Jugend" ( EJ), wo sie unter der Leitung von meiner Frau auch einen Auftritt hatte. Ein Woche vor Pfingsten ging es schon zum dreizehntenmal nach Tepl, zu der "Grabpflegeaktion", wiederum mit der EJ. Der alte Klosterfriedhof wurde gemäht und die Gruft "bekam" die alte Treppe renoviert.

54. Sudetendeutscher Tag 2003

Nach Augsburg zum Pfingstreffen aller Sudetendeutschen fuhr unsere Ortsgruppe am stärksten vertreten. Wie alle die Jahre zuvor präsentierte sich auch unsere Gruppe auf einem Stand, was sie alles in der alten Heimat unternimmt. Der erste Höhepunkt war aber der Aufritt im Rahmen des "Böhmischen Dorffestes". In großer Hitze konnten wir mit sechs Egerländer Tänzen die vielen Zuschauern erfreuen. Nicht nur für die Kinder ein großes Erlebnis. Der zweite Höhepunkt war sicher der Einmarsch der Fahnen. Wir haben zwar noch keine eigene Fahne, aber mit unserer Tafel, die schon allerlei erlebte zogen wir als einer von nur zwei! Verbänden aus der CR in die Schwabenhalle hinein.

Zum Abschluß

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir bei meiner ehrenamtlichen Arbeit behilflich waren: an erster Stelle bei meiner Frau und meinen Kindern. Weiter bei meiner Mama, bei der "Gowa Paula", bei meinem Stellv. Vorsitzenden, dem Siroky Franz und vielen anderen, die immer einsprangen, wenn sie gebeten wurden.

Liebe Mitglieder, Freunde
Zeigt bitte Geschlossenheit und abonniert unser "Eghaland - Bladl" , sowie die "Landeszeitung", soweit sie das noch nicht gemacht haben. Es sind unsere Medien, wo das drin steht, was uns betrifft.

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit, und schließe mit dem Egerländer Aufruf :

"Füar unnna Hoimat alls!"

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