AKTUELL
Einfach: Kontinuität
(Jahresbericht Jahresversammlung Bund der Deutschen- Landschaft Egerland,
11. 11. 2006 in Eger)
Richard Sulko
Dauerhaft…
Sehr verehrte Gäste, sehr verehrte Mitglieder, löiwa Eghalånda!
Nach neun Jahren Vorstandschaft wird es für den Vorsitzenden immer
schwieriger, nach neuen Themen bei seiner Arbeit zu suchen. Beim schreiben des
Jahresberichtes kommt das immer zum Vorschein. Ist aber nicht gerade die
Kontinuität etwas, worauf der Verband und dessen Vorsitzender stolz sein kann?
Man ist vierzehn Jahre älter geworden, einige Mitglieder sind uns schon
vorausgegangen und der „Bund“ arbeitet immer gleich gut und das schon 14
Jahre! Im letzten Jahr wurden alle Maßnahmen, die wir jedes Jahr machen auch
durchgeführt, auch wenn es mit der Finanzierung immer schwieriger wird.
Im
Detail…
Die größte kulturelle Maßnahme, das Konzert „Musik kennt keine
Grenzen“ gehörte zum Höhepunkt unserer Arbeit. Wer am 12. August in Chodau
auf dem alten Marktplatz war, kann das sicher bestätigen. Dank der Ortsgruppe
Wildstein, die mich zum Weihnachtskonzert einlud, konnte ich die „Ebelsbacher
Blaskapelle“ kennenlernen und sie dann nach Chodau einladen. Auch die
Zusammenarbeit mit der tschechischen Folkloregruppe „Marjánek“ wurde in
diesem Jahr fortgefahren. Ihr Auftritt in Chodau und ihre Teilnahme beim
„Bundesjugendtreffen“ der „Egerland- Jugend“ in Marktredwitz und bei der
„Tepler Begegnung“ zeigt den Zusammenhalt und Freundschaft zwischen unseren
Völkern. Es ist auch dieser Gruppe zu verdanken, dass die Fotoausstellung „Dåu
bin i daham“ in Marienbad, im früheren „Café Egerländer“ gezeigt werden
konnte. Diese Ausstellung ging dann auch nach Dobrzan (Wiesengrund) und damit
waren es insgesamt sechs Orte, wo diese Ausstellung zu sehen war. Ein toller
Erfolg.
Von ganz großer Bedeutung ist, dass unsere Jugendarbeit mit der Volkstanzgruppe
„Die Målas“ auch im Jahre 2006 ihren Fortbestand hatte. Schade nur,
dass wir im Jahre 2006 mit der Ausnahme der „Tepler Jugendbegegnung“ seitens
der dt. Botschaft keinen Cent für diese Jugendarbeit bekommen konnten. Der
„Bund“ stellt jedes Jahr Projekte beim Kulturministerium und bekommt auch
Zuwendungen. Die Bedingungen werden aber immer schlimmer und die mindest 30 %
der Eigenleistung aufzubringen ist nur mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden möglich.
Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei der Stadt Chodau, die für das
Konzert Kosten für einen Bus und das Podium übernahm, bei der Firma ENSINGER,
die auch einen Teil der Kosten deckte und vor allem beim Deutsch- tschechischen
Zukunftsfonds, der für mein erstes Buch „Måla Richard dazühlt“ heuer
eine Zuwendung abstimmte.
Auch
etwas neues dabei…
Man kann also sehen, dass wir neben den „klassischen“ Maßnahmen auch im
Jahre 2006 Neuigkeiten hatten: Das erwähnte Buch ist schon das vierte, was der
„Bund“ herausgibt. Dass es bei den Egerländern noch den Zusammenhalt gibt,
kann am Beispiel gezeigt werden, dass die Korrekturen für dieses Buch Dr. Ralf
Heimrath in sehr kurzer Zeit machte. Ein ganz großer Dank geht auch an das DTP
Studio Adéla, das kostenlos die Druckvorbereitungen für dieses Buch durchführte.
Auch die „Tepler Jugendbegegnung“ wurde heuer
neu übers BGZ organisiert. Die Mittel dafür wurden von der dt.
Botschaft bereitgestellt, aber diese Mittel wurden aus der Finanzierung unseres
Mitteilungsblattes gestrichen. Durch sehr viel Mühe und eigene Arbeit (ich
mache die Druckvorbereitungen in mehrstündiger Arbeit selber) haben wir beim
Druck eine beachtliche Summe gespart. Und dank dem „Heimatverband der
Karlsbader“, der als einziger zehn Abos bestellte kann man mit diesem
wichtigen Mitgliedsmitteilungsblatt weiter machen. Auch wieder ein Beispiel des
Zusammenhalts! Auch neu in unserer Arbeit ist z.B. der Auftritt im Schloss Nebílovy,
was Dank der Zusammenarbeit mit der Kunstgrundschule in Dobrzan entstanden ist.
Auch ein neuer Egerländer sogar bis aus Aussig an der Elbe macht jetzt mit:
Franz hat nach dem Muster von seinem Großvater eine tolle alte Tracht machen
lassen und wird mittanzen, soweit es möglich wird.
Es ist noch sehr viel zu berichten aber das hat wegen der immer am aktuellsten
haltenden Homepage www.egerlaender.cz
und den vielen Artikeln in deutschsprachigen Medien keinen Sinn. Auch neu auf
unserer „Homepage“ ist die Tatsache, dass wir die Arbeit in unserem
„Bund“ in Tschechisch präsentieren.
Neu ist auch mein Wirken beim „Minderheitenausschuss“ des Karlsbader
Bezirks. Ich bin gerade dabei für die Minderheiten einen separaten
„Geldertopf“ durchzusetzen, aber es ist ganz schwierig.
Für mich auch eine Neuigkeit: Schwiegervater zu werden. Bei der Hochzeit
waren auch egerländer Trachten zu sehen!
Neu war auch die Präsentation unserer Arbeit, die ich für die
Ortsgruppe Neudek machte. Danke schön für die Einladung und ein Vorschlag für
die weiteren 6 Ortsgruppen!
Sorgenkind
und nicht gelungenes…
Jeder, der die Arbeit des „Bundes“ verfolgt, kann sehen, dass wir nicht
nur sehr aktiv sind (z.B. die meisten Artikel über Arbeit der Deutschen in Böhmen,
die in der „Landeszeitung“ erschienen, erzählen über die Arbeit des
Bundes), sondern dass wir auch einige Finanzmittel oder Sachspende auftreiben können.
Auch in den schwierigen Zeiten können wir also auch nach vierzehn Jahren
behaupten: wir arbeiten immer noch nach der Satzung und im Sinne der Völkerverständigung!
Eins ist uns aber nicht gelungen: für unser Begegnungszentrum Gelder
aufzutreiben, die für den Betrieb notwendig sind. Aber mit mehr als 150 Tsd.
Kronen ( 5 Tsd. Euro) nur für die Gasrechnung ist das eine Aufgabe, die ein
ehrenamtlicher und sehr beschäftigter Vorsitzender nicht meistern kann.
Eins, was ich heute auch „beichten“ möchte, ist die nicht gelungene
Einigkeit der Deutschen im Lande. Ich machte alles mögliche, aber wie ich auch
an den Delegierten vom „Bund der Deutschen- Landschaft Egerland“ bei der
Herbsttagung sehen konnte, wird das scheinbar nicht erwünscht. Man muss
scheinbar auf die nächsten Generationen warten.
Zum
Schluss…
Ich will mich bei denen ganz herzlich bedanken, die mir wirklich sehr viel
geholfen haben: an der ersten Stelle bei meiner Familie und meiner Frau. Ich
bedanke ich bei den Amtsträgern und einzelnen Gönnern in Deutschland, die
entweder mit Spenden, oder mit moralischer Unterstützung helfen, denn manchmal,
oder besser gesagt die letzte Zeit fasst immer ist man mit seinen Kräften zu
Ende.
Dånk schäi(n für enka Aufmerksamkeit!