AKTUELL
Lebendiges
Verbandsleben
(Sitzung des Minderheitenausschusses in Karlsbad)
Richard Sulko
Sitzungen
werden sehr „praxisnahe“ organisiert...
Am 13. März 2007 fand die Sitzung des Ausschusses
für die Minderheiten im Bezirk Karlsbad zwar in Karlsbad statt, aber doch
woanders als üblich: Etwa zweihundert Meter von dem Bezirksamt in Karlsbad-
Meierhöfen, wo üblicherweise die Sitzungen stattfinden, kann man die neue
Bezirksbibliothek finden. Und gerade in diesem „Tempel der Bücher“, der mit
fast 89 Millionen Kronen für die Leser mit der Unterstützung der EU- Gelder
gebaut wurde, fanden wir also unser „Domizil“.
Nach der Begrüßung durch den
Ausschussvorsitzenden Herrn Cervenka wurde zum Programm
übergegangen. Der stellv. Bezirkshauptmann informierte uns über die
geplanten Unterstützungen für die Minderheiten im Bezirk Karlsbad und dann
bekam das Wort die stellv. Direktorin der Bibliothek Frau Jitka Banzetová.
Geschenke
mitgebracht: Nutzen auch für unsere Mitglieder...
Nach der Vorstellung der Bibliothek, deren Funktion
auch die Frau Jana Buriánová erklärte, konnte ich Geschenke für dieses neue
Haus übergeben: mein erstes Buch „Da Måla Richard dazühlt“, das Buch
vom Anton Schuster „Ållahånd asm Eghalånd“ und unsere CD
„As vartraamta Eghalånd“. Bei der Erklärung der Nutzungs-Möglichkeiten
für die Minderheiten konnte ich feststellen, dass vor allem unsere Ortsgruppe
Karlsbad einen großen Nutzen davon haben kann. Man kann z.B. an Computerkursen
teilnehmen, oder den dortigen Internet –
Anschluss
ausnutzen. Eine tolle Sache!
Wie
ein Inder ins Egerland kommt....
Nach der Vorstellung der Bibliothek wurde es ein
wenig „exotisch“. Ihre Lebens-Erfahrungen erzählten und zwei Inder, die
schon zehn Jahre im Egerland, nämlich in Karlsbad und Eger leben. Sie betreiben
ein indisches Restaurant in Eger. Als wir den Herrn Singh fragten, wie er auf
den Westen Böhmens kam, sagte er uns: „wir haben uns einfach die Weltkarte
angeschaut und dann Karlsbad gewählt!“ Nach unserer Frage, wie er sich damals
überhaupt verständigen konnte, sagte er: „mit englisch ging es ziemlich
gut“.
Findig
geworden...
Nach den Gesprächen
wurden wir zur Besichtigung eingeladen. Ich stürmte zum Computer, wo die Bücher
und andere Sachen, wie z.B. CD´s ausgesucht werden und machte einen Test: Ich
tippte in das Suchfeld das Wort „Egerland“ ein und wählte „suchen“. Die
Hinweise kamen sofort und was das schönste war: unser „Eghalånd
Bladl“ war gleich an der zweiten Stelle! Nun bekam ich eine Idee, über die
ich alle überzeugen konnte: wie schnell finde ich unser Mitteilungsblatt, was
als „Pflichtexemplar“ jeden Monat auch in diese Bibliothek gesendet wird?
In ein paar Minuten hatte ich die letzte März-
Ausgabe in den Händen! „Wenn sie mal wieder in Karlsbad sind, kommen sie mal
vorbei; Die Frau, die immer ihre „Bladla“ einsortiert, würde sie sicher
gerne kennen lernen“.
Ganz freudig verlies ich diesmal die Sitzung und
fuhr Richtung Pilsen. Auch an solchen Kleinigkeiten kann man erkennen: wir sind
doch ein lebendiger Verband!