BERICHTE
200 Pilger mit
Egerländer Nachtigall
(Wallfahrt nach Maria Stock 30. 6. 2007)
Måla Richard

Wie schon
berichtet wurde, wurde am 1. Mai 2007 der neue Beginn in dem östlichen
egerländer Wallfahrtsort Maria Stock bei Luditz (Zlutice) gemacht. Mit umso mehr
Spannung fuhr ich hin um zu erfahren, wie die „Hauptwallfahrt“ ausgeht. Diese
Wallfahrt wird schon Jahrhundertelang am ersten Juli- Sonntag gemacht, zum Fest
„Mariä Heimsuchung“. In diesem Jahr wurde der Termin auf den Samstag, den 30.
Juni vorverlegt.
Bei der ersten
Wallfahrt zur Mutter Gottes am 1. Mai beschließen die Pilger, dass die Kollekte
lieber in die Renovierung der Kirche investiert werden soll und dass wir auf das
Bierzelt verzichten. „Woißt woos, dåu wear ma löiwa noos, uwa unnara Kirchn soll
scho(n hear g´richt wearn“ hieß es einstimmig. Als wir uns aus Netschetin auf
den Weg machten und den Blick Richtung Himmel warfen, dachten wir sofort an das
kleine Zelt, was der Generalvikar der Pilsner Diözese Dr. Robert Falkenauer aus
Pilsen mitnehmen sollte. Schon beim überqueren der Felder kurz vor Maria Stock
kamen nämlich die ersten Tropfen.
„Grüß Gott,
Herr Generalvikar“, begrüßte ich den
heutigen Zelebranten, „haben sie das Zelt mit?“.
„Nein“ war
seine Antwort und ich wusste es: heute wird es sehr spannend sein!
Bevor es zur
Prozession kam, mussten draußen vor der Kirche Vorbereitungen für die hl. Messe
gemacht werden. Bänke, die der Lubenzer (Lubenec) Bürgermeister Bohumil Peterka
spendete, sowie Toiletten mussten an ihren Platz gebracht werden. Auch die
ganzen Sachen für den Gottesdienst mussten stimmen. Kurz vor zehn Uhr bewegten
wir uns also zu dem oberen Kreuz, was eigentlich nicht mehr steht. Irgendwann im
April musste es jemand wegen 2 Euro „Schrott-Geld“ stehlen. 
Pünktlich zehn
Uhr fingen wir mit dem tschechischen Marienlied „Tisíckrát pozdravujem tebe“ an.
Nach der Begrüßung konnten wir mit der Begleitung der „Jugendblaskapelle der
Stopfenheimer Reservisten“ und dem Lied
„Meestern ich dich grüße“ losziehen. Das Maria in Stock Wunder vollbringt ist
bekannt, aber dass so oft in kleinen Überraschungen den Pilgern geholfen wird,
ist wirklich nicht übersehbar. Junge Deutsche kommen in einen verlassenen Ort
und spielen umsonst, um den Menschen Freude zu machen! Der Himmel war ganz schön
dunkel von anfang an, aber die ersten ganz kleinen Tropfen kamen erst halbe
Stunde nach dem Gottesdienst und in zwei Minuten war es wieder Trocken.
Und was war für
mich das größte Wunder an dem Tag? Es kamen an diesem Samstag etwa 200 hundert
Pilger nach Maria Stock! Ist das nicht nach den Nachrichten aus den letzten
Jahren wunderschön?
Die heilige
Messe beginnt: Ich höre dem sehr guten Deutsch des Generalvikars zu und schaue
mir die Wallfahrer an. Auf einmal sehe ich ein bekanntes Gesicht: Die Sängerin
Mimi Herold, mehr als „Egerländer Nachtigall“ bekannt sitz in der ersten Reihe!
Auch die meisten Ortsbetreuer der vertriebenen Egerländer aus dem früh. Luditzer
Kreis sind anwesend, sowie viele tschechische Freunde.
Die
Predigt war kurz und prägnant. Zum Schluss dankten wir alle unserem Herrgott mit
dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ und stürmten die Erfrischungsstelle, wo
neben dem böhmischen Gulasch auch gegrillte Würste auf uns warteten. Das war
wieder nach mehreren Jahren, als man sich so stärken konnte. Gezapftes und
kaltes Bier beim inzwischen blau gewordenem Himmel in dieser zauberhaft schönen
Stätte schmeckt halt doch am besten. Man kann sich noch schön unterhalten, was
ich auch ausnützte. Danach wollte ich meinem Freund Frantisek, der zu der
Wallfahrt bis aus Aussig kam, die Anhöhe zeigen, von der man eine wunderbare
Aussicht hat. Wir gingen los und begegneten zwei junge verliebte Menschen.
„Wollt ihr nicht mit uns gehen, ich zeige euch eine schöne Aussicht?“ fragte ich
sie und als sie mit ja antworteten kletterten wir alle hoch. Die Himmel war wie
ausgemalt und wir alle genossen die Schönheit rings herum. Wir machten paar
Bilder und gingen zurück, um die jungen Menschen nicht zu stören. Ob das einmal
diese Menschen sein werden, die in der Zukunft regelmäßig kommen und helfen den
heiligen Ort zu retten?
Als ich ankam,
rief mich meiner Frau zur sich: „Schätze mal, wie viel gespendet wurde?“. Sie
zeigte mir die Unterlagen, die gemeinsam mit den Vertreters des Klosters Tepl
kontrolliert worden waren und ich konnte nur dankend Richtung Altar meinen Blick
werfen, wo das Gnadenbild hing: 812,- EUR und 8.670,- Kc waren in dem
Sammelkorb!
Ich setzte mich
dann noch vor der Abfahrt mit dem Vorsitzenden des Vereines „Pod strechou“
(Unter dem Dach), dem Herrn Jiri Schierl zusammen und haben gemeinsam die ersten
Gedanken „geschmiedet“, was jetzt das wichtigste an der Kirche zu tun ist.
Liebe
Stocker Mutter Gottes, ich danke Dir für Deine Gaben und vergiss bitte die
Deinen Pilger nicht!
Kontakt Verein
„Unter dem Dach“:
Pod støechou, obèanské sdružení,
Nám. Jiøího z Podìbrad 522
CZ – 364 01 Toužim
www.mujweb.cz/spoleènost/o.s.podstrechou,
e-Mail: podstrechou@email.cz
Herr Jiøí Schierl, Tepelská 393, 364 01 Toužim, Tschechien.
Weitere interessante Webseite über Maria Stock:
http://www.petrlinhart.cz/

