BERICHTE

Im Dreck versoffen

(Verständigungswallfahrt in Maria Stock am 1. 5. 2008)

Richard Sulko           

Am 1. Mai 2008 lud das Prämonstratenser Kloster Tepl zur Wallfahrt nach Maria Stock ein. In Zusammenarbeit mit dem Verein „Unter dem Dach“ und seinem Vorsitzenden Jiri Schierl und der Ortsgruppe Netschetin- Preitenstein vom „Bund der Deutschen – Landschaft Egerland“ konnte also mit der Wallfahrt in dem Heiligen Ort unserer Vorfahren Maria Stock fortgefahren werden. Der Administrator des Klosters P. Augustin konnte an diesem sonnigen Tag wieder unseren treuen Hauptzelebrant begrüßen: Mons. Frantisek Radkovský, den Pilsner Bischof. Apropos sonniger Tag: die Wettervorhersage war schlecht: Regen war vorhergesagt und in der Nacht hat es auch ganz schön geregnet. Dazu haben noch Lastwagen mit langem Holz die Feldwege befahren und deswegen hatten wir schon vorsichtshalber die St. Leonhard Kirche in Udritsch „reserviert“. Ich habe mich als erster um halb neun auf den „Weg“ „gewagt“: langsam rutschte ich in den ausgefahrenen Spuren hin und her, der „Bauch“ meines Wagens wurde mehrmals durch die vielen Lachen schön mit dreckigem Wasser gewaschen, aber ich kam doch ziemlich gut ans Ziel. Kurz nach mir kamen auch die Tepler und es konnte mit der Vorbereitung begonnen werden. Weil die Kirche schon eine Woche vor der Wallfahrt von den Klosterbrüdern vorbereitet wurde, konnte die Wallfahrt in der Kirche gemacht werden! Eine große positive Überraschung für alle, die mit Regenschirmen ausgestattet kamen. Einige haben   deswegen nach mehreren Jahren die Kirche wieder von innen sehen können und konnten die Worte aus der Predigt vom Bischof Radkovský  bestätigen: „Unsere Seelen sind manchmal so lehr, wie diese Kirche“. Für mich war bei dieser „Verständigungswallfahrt“ nicht nur das Wetter eine sehr positiver Überraschung: Aus Würzburg kam nach mehreren Jahren eine Abordnung von der „Ackermann – Gemeinde“, angeführt durch den „Bundesvorsitzenden“ Adolf Ulmann. Auch die Zusammenarbeit mit P. Augustin war mit sehr freundlicher Atmosphäre gekennzeichnet und als wir nach der Hl. Messe im „Pfarrgarten“ auf Bierbänken saßen und den guten Gulasch genossen, die der Verein „Unter dem Dach“ vorbereitete, die Wallfahrtskirche anschauend, erwärmte meinen Körper uns meine Seele nicht nur der heiße Gulasch.

Diese Augenblicke unserer ehrenamtlichen Arbeit geben einem die Kraft weiter zu machen. Wenn auch die Kollekte stimmt (261,80 Euro und 3.384,- Kronen), haben diese Maßnahmen auch den Sinn. Der zweite Turm soll mit neuem Blech versehen werden und ein neues Gitter soll eine bessere Nutzung der Wallfahrtskirche ermöglichen.

Eine Erklärung bin ich noch schuldig: wie bin ich auf den Titel von diesem Artikel gekommen? Die Wallfahrerin Angelika Anton musste bis aus Österreich kommen, um ihren Wagen  in den Feldern von unserem Egerland versaufen zu lassen!

 

Aus den Fürbitten von dieser Wallfahrt:

Hilfe und segne bitte alle die, die diesen Wallfahrtsort retten versuchen
Gib bitte Kraft, Mut und sende den heiligen Geist allen unseren Abgeordneten im tsch. Parlament, damit sie
  nach Jahrzehnten voll Hass uns Vernichtung von Eigentum den gerechten Weg des Ausgleiches zwischen dem Staat und den Kirchen finden.
Herr, unser Gott, Du hast uns diese wunderschöne Erde gegeben. Hilf uns bitte, damit wir uns um sie richtig kümmern und sie nicht für unsere Nachkommen vernichten.

Lieber Gott, immer noch bleiben unter Menschen und Nationen Gefühle von Bedrohung, Hass und Rachsucht. Hilf uns allen den Weg zueinander finden, denn vor Dir sind wir alle gleich.
Herr, hilfe bitte allen unseren Nächsten, die wegen Krankheit heute nicht kommen konnten.

sitzend v.l.: Jiri Schierl, P. Lucas Arzeton, Sekr. vom Bischof, P. Augustin

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