BERICHTE
Warten auf die frohe Botschaft
(Wallfahrt nach Maria Stock 6.
Juli 2008)
M.R.
Warten, warten......
Zeit und Ort des Geschehens: erster Sonntag in Juli, Wallfahrtsort Maria Stock
bei Luditz, Westböhmen. Um zehn Uhr
stehen Pilger aus drei Ländern: Österreich, Deutschland und Tschechien beim Rest
des eisernen Kreuzes, etwa zweihundert Meter von der Wallfahrtskirche entfernt.
Alle haben ihre Augen in weite Ferne Richtung Buchau gerichtet: „kummt öitza da
Bus, owa niat?“ fragen hier versammelten Egerländer. Aus Stopfenheim hat sich
ein Pilgerbus verspätet und weil der Reiseleiter Horst Türr mitteilte, sie
kommen mit Sicherheit, entschied der
Hauptzelebrant dieser Wallfahrtsmesse, P. Norbert Schlegel, OPraem. zu warten.
Inzwischen stieß auch der Diakon Ladislav Lego
zu den Pilgern und ein „gemeinsames warten“ konnte beginnen. Um etwa halb
elf hörten wir einen fröhlichen Ruf: „I(ch ho(b fei(n a groußa Staubwolke g´seah!“
Und tatsächlich: das war er, der Bus!
Wenn man den heiligen
Boden küsst....
Schnell in Prozession formiert, ging es Berg ab Richtung Kirche. Es war
gerade an dem Hang, wo s zum
Friedhof geht, als es passierte: ich
habe mich scheinbar zu viel dem Gesang gewidmet und gesündigt habe ich am
Vorabend scheinbar auch zu viel und schon war es passiert: ich lag am dreckigen
Boden. „Du brauchst nicht gleich den Boden küssen“
kommentierte P. Norbert meinen „Flug“ und ich werde es mir bis zum
Lebensende merken: bei schwierigen Straßenverhältnissen soll man beten und nicht
im Liedertext „herumfuchteln“. Gesund sind wir dann alle in der Kirche
angekommen. Die Wallfahrtskirche war in die kleinsten Details geputzt. Am
Samstag vor dieser Messe kamen elf Helfer zusammen, um die Kirche vorzubereiten.
Auch an dem Tag gilt es warten, warten,
warten.... Warum? Das Gotteshaus hat einen gesicherten Eingang, der nur mit
spezieller Ausrüstung zu öffnen ist. Weil der „technischer Verwalter“ dieser
Kirche, Jiri Schierl aus Theusing nicht anwesend war, hat er dieses „Instrument“
dem Frantisek Vodicka aus dem Kloster in Tepl mitgegeben. Scheinbar funktioniert
es wirklich gut, weil wir nicht imstande waren, die Tür zu öffnen, auch wenn wir
telefonisch beraten worden waren. Nun musste Herr Schierl selber kommen und
unser warten fing an...
Begegnungen...
Das, worauf sich die meisten freuten, war die Predigt von unseren P. Norbert.
Wir feierten das Fest „Mariä Heimsuchung“ und das Wort „Begegnung“ war auch das
Hauptthema der Ansprache: „Maria besuchte
Elisabet und Begegnungen sind auch der Inhalt unserer Wallfahrten: Begegnungen
mit Gott, mit Gottesmutter Maria, mit Pilgern, Freunden, mit anderen Völkern.
Den Gruß, mit dem Elisabeth die Maria begrüßte, nach dem in ihrem Leib das Kind
hüpfte, beten wir bis zu unseren Tagen:
„Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht
deines Leibes“. Begegnungen ändern auch unser Leben, wenn wir unsere Eltern,
Partner, Bekannte oder Priester treffen. In diesen Begegnungen begegnen wir Gott
und er freut sich darüber. In der
heutigen Welt, in der nur Macht und Gelder herrschen, helfen Begegnungen sich
aufeinander zu verlassen. Suchen wir
doch auch in dieser Kirche in den Begegnung den Herrgott in unser
Nächsten, die wir auch hier, in dieser
Kirche begegnen!“ Die ganze Wallfahrt
fand unter weißblauem Himmel statt und der Weihrauch hat dieses herrliche
Erlebniss noch verstärkt. Als wir dann mit dem P. Norbert an einem Biertisch im
„Pfarrgarten“ Bratwurst verzehrten, kam der Tepler Frantisek zu uns und teilte
uns das Ergebnis der Kollekte mit: 4.318,50 Kronen und 526,10 EUR! „Vagelt´s
Gott, löiwa Pilger, öitza kumma aa dian zweitan Turm fertigh måchn!“
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