BERICHTE

Gesegnete Freundschaften und drei Hochzeiten
(16. Konzert Musik kennt keine Grenzen in Pirkenhammer 11. August 2007)
Richard Sulko

Der Regen fällt und fällt...............
Vier Tage regnet es; der Himmel ist voller Wolken und die Wettervorhersage meldet regen....
Das war die Situation vor dem Samstag, den 11. August 2007, als der „Bund der Deutschen- Landschaft Egerland“ seine größte kulturelle Maßnahme im Jahr angesagt hat. Für dieses Konzert wählte ich einen ganz besonderen Platz. Dank der freundlichen Unterstützung des Ehepaares Alena und Miroslav Pazdora aus der „Alten Mühle“ (früher „Schützenmühle“) in Pirkenhammer bei Karlsbad konnte dieses Konzert bei einem der schönsten Fachwerkhäusern im Egerland ausgetragen werden.

Wieder ein besonderes Programm.....
Für das schon 16. Konzert in dieser Reihe wollte ich den Gästen und Zuschauern wieder etwas Neues anbieten. Was wäre wohl das geeignetste?   Als ich die Vorbereitungen machte, stellte ich fest, dass am gleichen Tag in der Mühle eine Hochzeit stattfindet.  Als mir dann die Leiterin der Folkloregruppe der Ruthenen aus Chomotau Katerina Martínková erzählte „Wir könnten für sie eine alte, echte ´Ruthenische Hochzeit´ vorführen“, hatte ich gleich ein Leitthema für diesen Nachmittag. Ich wusste damals aber nicht, dass es bei den zwei Hochzeit bleiben wird!

Nun ist der Samstag gekommen.....
Der Samstagmorgen begrüßte uns wie erwartet – mit einem Regen. Alle Sachen gepackt stiegen wir in den Bus hinein und im Regen nahmen wir Richtung Pirkenhammer. Auf einmal rief mich der Leiter der zweiten Gruppe, der Blaskapelle „Horalka“ aus Graslitz, Josef Novotný an:  „Du Richard, es gießt hier in Graslitz in Strömen, wird das Konzert nicht abgesagt?“ Ich bestätigte ihm, dass beim Konzert mit Sicherheit ein schönes Wetter wird, denn ich war am Tag vorher in Maria Stock und betete in der Kirche für eine gelungen Veranstaltung, aber der Josef hat es einfach nicht glauben wollen. Die dritte Gruppe war unsere Tanzgruppe „Die Målas“, die mit vier Tanzpaaren ihr Können zeigen sollte. Bei diesem Konzert hatten zwei Mitglieder dieser Gruppe eine Uraufführung: Die kleine Hedvika aus Dolní Belá und Frantisek aus Aussig an der Elbe hatten ihren ersten Auftritt. Damit war das Programm fix: leitende Blaskapelle, die in tschechisch und deutsch ihre Lieder sang und auch ansagte, eine sehr gute Ruthenische Gruppe mit einer Besonderheit, die man heutzutage nicht mehr sieht und die jungen Egerländer vom „Bund der Deutschen – Landschaft Egerland“.

Die freundliche Atmosphäre schon beim Mittagessen....
Schon beim gemeinsamen Mittagessen, wo sich alle Auftretenden von dem slowakischen Wirt Laco Jendruch verwöhnen ließen merkten wir alle, das der heutige Nachmittag ein Nachmittag voller Freundschaft sein wird: Die Mitglieder von „Skejusan“ fingen an freudig zu singen und die schönen Tönen stimmten uns auf das Programm ein.

Zwei Wunder beim Programm....
Pünktlich 14. Uhr fing das Programm ohne Regen! mit den ersten Tönen von „Horalka“ an. Nach meiner Begrüßung und Danksagungen (dieses Projekt unterstützte das Kulturministerium der CR und die Firma ENSINGER) konnte in sehr freundlicher Atmosphäre das ganze zweistündige Programm ablaufen. Als die Ruthenen mit ihrer Hochzeit begonnen haben, kam das gerade vermählte Paar hinzu. Es war ein hoch interessantes Bild: der Ruthenische Bräutigam in seiner Tracht tanzt mit der Jungen Frau in hellem Kleid und umgekehrt: der junge Herr in dunklem Anzug tanzt mit der Ruthenischen Braut wiederum in ihrer Tracht!    

Und die zwei Wunder? Als das Programm pünktlich um 16. Uhr zu Ende ging, stellte man fest, dass ein Mitglied der Ruthenen seinen 78. Geburtstag feiert und in diesem Jahr 56 Jahre Ehe feiern kann! Eine dritte Ehe also an diesem schönen Tag. Und das zweite Wunder? Es war 16.05 und alle tanzten beim letzten Musikstück „Euch Freunden“, als die ersten Tropfen beim ganzen Programm kamen. Erst nach dem Schlusston fing der Regen so richtig an!

Eine gelungene Veranstaltung und „eine Bereicherung“, wie der „Bundesvüastäiha“ des „Bundes der Eghalanda Gmoin“ Dr. Ralf  Heimrath sagte. Nur eins ist nicht ganz gelungen: wegen der schlechten Wetterlage sind nicht so viel Besucher gekommen, als üblich.

 

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