BERICHTE
„Musikantenstadl“ in Falkenau
(Wandernde Musikanten 2008)
Måla Richard
„Du
Richard, dös woar heint wöi bam ´Musikantenstadl“ sagte der größte egerländer
Dudelsack-Spieler Peter Schmidt am Sonntag, den 21. September 2008, als er sich
in Falkenau von uns verabschiedete. Was ist denn passiert? Der „Bund der
Deutschen- Landschaft Egerland“ hat Dank der dt. Botschaft und dem tsch.
Kulturministerium zum 17. Konzert „Musik kennt keine Grenzen“ eingeladen. In
diesem Jahr wurde das Programm jedoch anspruchsvoller und im Sinne der alten
Egerländer gestaltet. Aus „einfachem“ Konzert an einem Nachmittag
wurden „Wandernde Musikanten“. Wie ist
das neue Projekt denn gelaufen? Am Freitag, gleich nach der Arbeit eilten wir
nach Wildstein, wo wir in dem Restaurant „Pohoda“ den ersten Auftritt planten.
Das ganze Lokal war voll besetzt uns so konnten wir kurz nach acht Uhr,
als wir ein wenig „auskühlten“, mit dem Programm beginnen. Den Anfang machte die
Bertl Ruzicka mit dem Volkslied „A Dörfl gånz kloin“. Danach führte ich schon ins Programm ein. Weil wir in Wildstein
waren, musste am Anfang ein Gedicht von unserer unvergessenen Rosi Feiereisl
erklingen. Durch das ganze Programm wurde in Egerländer Mundart und in Böhmisch
geführt, was mit Sicherheit eine Rarität ist. Wer wirkte alles an diesem Abend
und dem ganzen Wochenende mit? Zitherspiel brachte Bertl Ruzicka und mein Sohn
Vojtech (Adalbert-Berti), Gesang
hörte man von der Bertl und von meiner Wenigkeit (das sind die „Målaboum“).
Ein echter egerländer Dudelsack-Spieler kam aus Regensburg: Peter Schmidt, der
mit seiner Tochter Veronika und Sohn Matthias unserer Einladung folgte. Die
„Egerländer Familienmusik Schmidt“ gab der Veranstaltung den richtigen „Smrnc“,
was in Deutsch „Pfiff“ ist, aber wer aus Böhmen kommt, kennt den Begriff mit
Sicherheit. Was wäre eine Veranstaltung des „Bundes“ ohne dessen Volkstanzgruppe
„Die Målas“. Mit drei egerländer Volkstänzen erfreuten sie die
alten und jungen Zuschauer. Nach etwa ein undhalbstündigen Programm konnten die
Mitwirkenden ausatmen: es war eine gelungene Sache!
Die „Wandernden Musikanten“ sind aber nicht nur ein Projekt, wo man
Musik, Gesang und Volkstanz präsentiert. Auf der „Wanderschaft“ sollte auch
unser liebes Eghalånd
mit seinem reichen Kulturgut kennengelernt werden. Deswegen besuchten wir am
Samstagvormittag die Burg Seeberg, wo die beste Dauerausstellung über egerländer
Volkstum zu finden ist. Es war für die Besuche schon ein interessanten
Erlebniss, wenn sie an einer Vitrine mit egerländer Tracht stehen und neben
ihnen steht ein lebendiger Egerländer in seiner Tracht, der noch dazu böhmisch
mit den Kindern spricht! Nach dem „Pflichtessen“ beim „Schnitzelwirt“ in
Wildstein ging es nach Karlsbad, wo wir mit unserem Programm den
„Tanznachmittag“ der Ortsgruppe verschönerten. Die Karlsbader sind eifrige
„Tanzgenießer“; ich hoffe, dass ihnen unsere egerländer Volkstänzer gefielen.
Wenn nicht, dann wissen wir wenigstens, dass sie unsere Körper mit Sicherheit
bewunderten. Als wir nämlich die Tänze
ansagten, hörten wir von einer schlanken Dame: „to budou tancovat ty tlustý?“
(„es werden die Dicken tanzen?“) „Lustig“ war der Nachmittag in dem früheren
„Weltkurbad“ mit Sicherheit. Ein wenig nachdenklicher war es vor dem Abendessen
in der Wildsteiner Burg, als wir am dortigen Friedhof das Grab der Rosi
Feiereisl besuchten. Wir beteten alle und sangen das Lied „Asm Eghalånd
bin i(ch“ und haben somit dem „Egerländer Original“ die Ehre erwiesen.
Sonntagmorgen gehörte dem Gottesdienst in der Wildsteiner Kirche. Ein
Gottesdienst, der mit Trachten verschönert wird ist immer ein weinig schöner und
ich war froh, dass wir ein wenig mehr das egerländer und deutsche Element in
Wildstein unterstützen konnten. Der Höhepunkt, der nicht zum kulturellen
Programm gehörte, war das Mittagessen in der „Stöckermühle“ bei „Altenteich“. In
unseren Trachten an einem Kachelofen zu sitzen und die böhmischen Speisen mit
dem böhmischen Bier genießen: das war auch der Mühe wert. Aber der kulturelle
Höhenpunkt sollte erst kommen: Auftritt im „Bergarbeiterheim“ in Falkenau.
Wieder ein voll ausverkauftes Haus und die Atmosphäre! Lautes mitsingen der
Lieder uns klatschen bei den Tanzaufführungen: eine Atmosphäre, die den
Mitwirkenden auf die Sorgen mit der Organisation und die verbrachte Zeit
vergessen ließen: solche verursachte Freude ist die Kraft, die wir in unserer
ehrenamtlichen Arbeit für das deutsche Kulturgut der Egerländer brauchen.
Nochmals vielen Dank an alle Mitwirkende und Mitorganisatoren:
„Dånk schäi(n füar enka H(i)lf u wenn Gott w(ü)ll, im nächstan Gouha af
Wiedasehn!“
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