BERICHTE

Sieben Stunden für die Mütter gesungen

(Muttertag in Netschetin 2008)
Richard Sulko
           

In einem anderen Artikel konnte ich über Maiandachten berichten die die Ortsgruppe Netschetin – Preitenstein bei Netschetin organisierte. Ich berichtete in diesem Artikel, wie meine Stimmbänder nach den drei Litaneien schön erwärmt für den Muttertag waren, der am denselben Tag angesagt wurde. Dass es aber durch die vielen gesungenen heiligen Texte zu einem „Muttertagrekord“ kommt, konnte keiner ahnen. Mir scheint so, als ob bei der Kapelle im Wald über Netschetin eine Nachtigall vorbei geflogen ist und weil es ihr scheinbar gut gefallen hat, wie wir uns mit dem Gesang plagten, hat sie uns für diesen Nachmittag, Abend  und die Nacht ihre Stimme geborgt. Was ist passiert? Um sechzehn Uhr des siebzehnten Mai 2008 begann unsere Muttertagfeier. Alles hat so ruhig mit sieben Leuten und mit dem beruhigenden Klang der Zither angefangen. Zitherspieler Jan Zahrádka aus Konstantinsbad  wechselte immer mit meinem Sohn Berti ab und ich dürfte für die Mütter einige Gedichte und Erzählungen vortragen. Nach einer Stunde Programm ging die Tür auf und der Onkel meiner Frau aus Nordböhmen kam mit seiner Frau in die Stube. Es dauerte nicht lange und es kamen weitere und weitere unerwartete Gäste. Zwanzig Menschen konnte ich zwei Stunden nach dem Beginn zählen. Scheinbar war es das „stamperln“, was ich für die Mütter und nicht nur für sie bestellte, aber auf einmal ging das „Wirtshaussingen“ so richtig los: Der Verstärker wurde hochgefahren und ein internationales singen fing an: von eghalåndrischen, erzgebirgischen, über tschechische bis zu den russischen Liedern: „Döi Fetzan san g´flöign u dear Kråch hout ålla Spinnawia(b wegblåust“. Wie in den alten Zeiten gehörte das Wirtshaus uns und als wir um die Mitternacht das Haus verlassen haben, war unsere „egerländer Seele“ zufrieden: „Sua kinna nua(r d´Eghalånda feian!“

Die "Moala Boum" in Aktion
Freude der Begegnung v.l.: Franz Siroky, Paul Pötzl

zurück