BERICHTE
Egerländer Ostern
2009
Richard Sulko
Der Winter
2008/2009 war ein langer, kalter Winter, reich an Schnee. Auch in meinem neuen
Wohnort Plachtin, der sechshundert Meter
über dem Meerspiegel liegt, konnte ich heuer das alte Sprichwort der Egerländer
bestätigen: „Da Winta is ins Eghalånd bål kumma u spaat Gånga!“. Am
Gründonnerstag hörte ich die Wettervorhersage für Ostern: „sonnig, bis
halbsonnig und Temperaturen bis zweiundzwanzig Grad“. Da erfreute sich meine
Seele, denn nach so einer langen Zeit ohne Sonnenschein ein verlängertes
Wochenende zu erleben und dazu noch die Auferstehung Christi zu feiern, kommt
nicht sehr oft vor. Die diesjährigen Ostern waren noch mit einem Besuch viel
schöner: aus Deutschland kam meine Oma mit dem Opa und Tante Renate mit Onkel
Ernst zu Besuch. Auch zwei Enkelkinder kamen angereist: Elena und Simon. Aus
nicht so einer Ferne kam unser „Mittänzer“ Frantisek
aus Aussig a.D. Elbe um mit uns zu
feiern. Und es war wieder etwas los: Gleich am Karsamstag, um 8:30 Uhr starten
wir mit unseren „Ratschn“ von Netschetin aus, Richtung Plachtin. Der Simon war
auch dabei. Erschöpft kamen wir um etwa halb drei am Plachtin an. Nach einer
kurzen Pause und Stärkung ging es nach Manetin, wo wir die Feier der Osternacht
miterlebten, in egerländer Tracht. Der Ostersonntagvormittag gehörte dem
„ausruhen“, denn um zwei ging es nach Netschetin, zum Gottesdienst. Mehrere
Egerländerinnen und Egerländer in Tracht und Weihrauch verschönerten das Fest
der Auferstehung. Der Abend gehörte dem grillen: eine neue Feuerstelle wurde
angelegt, Holz aus dem Wald geholt und es konnte losgehen, das „Knackerbraten“.
Zum erstenmal saß ich auf einer Bank, wo zu meiner rechten Hand ein Feuer
brannte, an meiner linken Hand mein egerländer Fachwerkhaus stand und in der
Ferne der Keilberger Aussichtsturm emporragte. Für mich war der Höhepunkt, als
wir in unserer „egerländer Stubn“ saßen und egerländer Lieder sangen, begleitet
von meinem Sohn Berti. Ich hoffe, dass wir meiner Oma Freude machen konnten,
denn wir haben ihr Viel zu verdanken. Wir alle an diesem Wochenende dankten aber
gemeinsam für die Chance das ewige Leben zu erreichen, wenn wir Gottes
Anweisungen folgen.
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