BERICHTE
Silbernes Glück
( Feuilleton)
Richard Sulko
Das Leben ist manchmal hart, so hart… Meine Zeilen sprechen über die
andere Seite des Lebens: über das Glück und Liebe, die in uns in der heutigen
Zeit tief versteckt warten, um geweckt zu werden.
Wer kann sie zum Leben erwachen? Jeder Mensch, der nicht nur an sich,
sondern auch an andere Menschen denkt; ihnen das Beste wünscht und für sie
auch etwas tut. Man sieht täglich im Fernsehen Katastrophen, die die Menschheit
bedrohen. Man verfolgt täglich kriminelle Vorfälle, man löst die
verschiedensten Sorgen in der Arbeit und in der Familie… Jetzt muss ich aber
die „Handbremse ziehen“. Gehört nicht gerade die Familie zu einem Element,
der Ruhe und Geborgenheit in die verrückte Welt von Heute bringen soll? Zu
einer Familie, die als Insel der Liebe und der Sicherheit für mich da ist, gehört
auch meine Familie: meine Frau und unser jüngster Sohn. In diesen Tagen denke
ich an ein ganz besonderes Datum: am 31. Oktober 2006 waren es fünfundzwanzig
Jahre, als ich meiner Irene das ewige „JA“ versprach. Der Leser würfe bitte
den besonderen Blick af das Wort „ewige“. Als junger Mann, der im tiefen
Kommunismus der Realität ausweichen wollte, nahm ich damals dieses Wort nur als
einen Teil des Eides, mit dem ich in meiner Netschetiner Kirche die Treue meiner
Frau versprach. Heute ist schon mein ältester Sohn verheiratet; mein Vater ist
schwer krank und die ersten gesundheitlichen Probleme tauchen auch bei mir auf.
Man merkt, dass man ab und zu etwas vergisst, oder dass man sich auf einmal
nicht mehr an etwas erinnern kann. Die Sorge um Erfolg in immer schwierig
gewordenen Welt wird immer stärker. Was hilft in dieser Not? An der ersten
Stelle der christliche Glaube, den wir von unseren Vorfahren erbten. Gleich an
der zweiten Stelle liegt unsere gesegnete Ehe. Mit diesem „Silberschmuck“ krönte
unser Herrgott unsere Bemühungen, ein anständiges Leben zu führen. Sorgen
kommen auf uns alle zu. Das gehört zu dem Fegefeuer, das wir, die glücklicheren
noch auf dieser Welt erleben können. Unser Herr Jesus Christus gab uns aber das
hl. Sakrament der Beichte, in der wir, wenn wir ehrlich sind, täglich unsere Sünden
loswerden können. Die Generationen vergehen, aber der Glaube und die Liebe
bleiben: bezeugen wir unserem Herrgott, uns selber und unseren Nächsten, dass
wir der Ehre in den Jahrzehnten treu blieben!
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