1. Mai 2009: In Deutschland beherrschen die Medien die „Schweinegrippe“
und die größten Krawalle in Berlin seit 2005. In unserem Eckchen Erde, im
östlichen Egerland ist das Hauptthema für den 1. Mai die alljährliche Wallfahrt
nach Maria Stock. Jede Wallfahrt ist ein wenig anders und es muss nicht immer an
der Person des Hauptzelebranten liegen. Diese Wallfahrt war 275 Jahre! nach dem
ersten Gottesdienst in Maria Stock. Der fand am 16. April 1734 in der
Gnadenkapelle statt. Die erste Prozession fand am 16. Juni 1736 statt, angeführt
von Johann Altmann aus Puschwitz. Noch in diesem Jahr erreichte die Pilgerzahl
29.350. Von diesen Zahlen kann man nach der Vertreibung der deutschen
Bevölkerung im Jahre 1945 und nach 40 Jahren Kommunismus nur träumen; wichtig
ist, dass die Wallfahrt noch stattfindet. Auch die heurige Wallfahrt zeigte,
warum sie immer noch so erfolgreich ist, und warum „sie vom Boden abgehoben
hat“, wie der Pilsner Bischof Mons. Frantisek Radkovsky in seiner Predigt
erwähnte. Diese Wallfahrt hat auf mich wie einer der wertvollsten Schweizer
„Chronografen“ gewirkt. Die Zusammenarbeit zwischen dem Bischof, den
Prämonstratensern aus Tepl, dem Jiri Schierl vom Verein „Unter dem Dach“ und den
Deutschen aus der Netschetiner Pfarrei hat sich im sehr reibungslosen Ablauf des
Gottesdienstes abgezeichnet. Man
spürte deutlich das „Teamwork“, was das wichtigste bei jeder Firma, oder bei
jedem menschlichen tun ist. Ein sehr harmonischer Gottesdienst, der 5 Jahre nach
dem Beitritt Tschechiens stattfand. Gut besuchte Wallfahrt wurde nach dem
Gottesdienst im freundlichen Zusammensein beendet. Mit einem Gulasch, mit dem
Blick auf den renovierten zweiten Kirchenturm und mit freundlichen Gesprächen
ging einer der schönsten Wallfahrten zu ende. Schade für jeden, der nicht kam;
aber auch für den haben wir alle: Deutsche und Tschechen gebetet.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |