AKTUELL
Aus dem Straßengraben zum Tanz
( Volkstanzseminar 2005 in Netschetin )
Måla Richard
Der
Beginn der Ferien in Böhmen war bei den „Die Målas“, was die egerländer
Volkstanzgruppe der Ortsgruppe „Netschetin-
Preitenstein“ im „Bund der Deutschen- Landschaft Egerland“ ist, im Zeichen
eines Tanzseminars. Gleich am ersten Wochenende im Juli kamen die Mitglieder
zusammen, um Tänze zu lernen. Für das Konzert „Musik kennt keine Grenzen“,
was heuer am 6. August in Falkenau stattfinden soll, übten das ganze Wochenende
ganz hart drei Tänze: „Da Driefouß“, „Egerländer Walzer“ und „Wenn
i za mein Moidla gäih“.
Wir
waren gerade eine Stunde beim üben, als mein Handy klingelte: „Tata, ich
hatte einen Unfall“ hörte ich im Köpfhörer. Die Resl wich einem Igel aus
und landete hinter Anischau im Straßengraben. Ich sprang mit meiner Frau ins
Auto und eilte zur Unfallstelle. Das kleine Auto lag schräg im Straßengraben,
der Resl ist aber Gott sei Dank nichts passiert. Sie fuhr etwa vierzig Meter im
Straßengraben, etwa einen Meter an mehreren „Vuaglbeerbaamen“ knapp vorbei.
Mit unserem „Gummiseil“ konnten wir das Fahrzeug nicht herausbringen. Ein
vorbeifahrender Chauffeur gab uns einen langen Gurt und packte selber an: nach
wenigen Sekunden war das Auto wieder auf der Straße. Es folgte ein langsamer
Weg mit Begleitung zur Reparaturstädte nach Wirschin. Herr Dífko versicherte
uns, es sei dem Rad nichts passiert, wir können mit dem Auto nach Pilsen zurückfahren.
Gegen zwölf waren wir dann endlich alle beisammen. Nach ein paar Übungen ging es zum Mittagessen und eine Stunden später waren wir wieder „auf dem Parkett“. Bis achtzehn Uhr plagten wir uns so richtig. Gerade meine Gelenke wollten um halb sechs nicht mehr gehorchen. Das Drehen, bei dem Schwindelgefühle bei mir manchmal auftreten, konnte ich wirklich „genießen“: Der „Egerländer Walzer“ ist noch viel „interessanter“, als „Da Vadraahta“. Es war ein harter Job, bei dem das Sprichwort „Füa(r unna Hoimat ålls“ wirklich seine Opferbereitschaft zeugen konnte.
Gegenüber den unendlichen Drehungen war der Abend in der Pension „U Kapru“ viel gemütlicher. Unser Tänzer Michal brachte „Hühnerkeulen“ mit und die Kinder hatten den ganzen Abend was zu tun. Holz auftreiben und das Feuer behüten. Es schmeckte sehr gut und so konnten wir am Sonntag wieder voll Kraft zum Saal im Gasthaus „Am Rathaus“ marschieren. Bis halb eins ging es weiter, bis wir endlich sagen konnten: jetzt können wir zufrieden sein.
An dieser Stelle soll ein großes Dankeschön gesagt werden: dem Kulturministerium der Tschechischen Republik und der dt. Botschaft in Prag für die finanzielle Zuwendung, ohne der wir so etwas zum retten des deutschen, egerländer Kulturgutes nicht durchführen könnten.
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