BERICHTE

Wie die Mönche
17. Jugendbegegnung in Tepl 2010
Richard Sulko

Bei der Jahresversammlung vom „Bund der Deutschen-Landschaft Egerland“ im November 2009 wurde auf Anregung von meiner Frau beschlossen, die sehr beliebte Jugendbegegnung in Tepl bei Marienbad wieder zu „beleben“. Im Jahre 2009 fand keine Begegnung statt, weil wir bei der Geldantragstellung nicht erfolgreich waren. Dieses Jahr geling das Vorhaben und es konnte losgehen. Die Zusage der Mittel kam jedoch ziemlich spät und damit konnten die Einladungen nicht früh genug rausgeschickt werden. Es lag also an den „treuesten“, die die letzten Jahre immer zur Christi- Himmelfahrt nach Tepl fuhren, ob sie so kurzfristig kommen können. Man wollte sich auch doch ein wenig finanziell absichern und deswegen unternahm ich zwei Versuche Kosten zu sparen. Die letzten Jahre bezahlte das Prämonstratenser Kloster die Verpflegung in dem anliegenden Restaurant. Die Übernachtungskosten gingen „aufs Konto“ vom Begegnungszentrum, bzw. BMI. Zwar war die Unterkunft sehr einfach in einem Campingplatz, aber es ging. Das warme Wasser hatten wir auch sehr oft. Heuer waren die Mittel jedoch knapp und deswegen kam das Kloster mit eigener Lösung: „Wir bringen euch direkt im Kloster unter“ teilte mir P. Augustin bei dem Vorbereitungsgespräch mit. „Weil ihr kostenlos für uns arbeiten werdet, machen wir ihnen einen Sonderpreis“ fuhr P. Augustin fort. „Und um das Essen braucht ihr euch nicht kümmern, sie werden mit uns essen“ gab er noch einen „drauf“. Völlig überrascht durch so ein großes Entgegenkommen freuten wir uns schon und ein wenig Erwartung war auch dabei, denn in einem Kloster hat noch keiner von uns geschlafen. Weil der Friedhof der Stadt gehört, ist mir eine Idee eingefallen: besuche doch den Bürgermeister und frag ihm nach einer Unterstützung! Gedacht, gemacht: Anfang Februar besuchte ich Herrn Martin Klepal und ich war sehr erfreut über das Entgegenkommen: „ich fühle mich mit ihrer Aktion angesprochen und für die Übernachtungen finden wir schon die Mittel!“ Nun kam der Donnerstag, 13. Mai 2010 und unsere Wege führten nach zwei Jahren wieder nach Tepl! Das Einführungsgespräch fand in einem neuen Restaurant gegenüber vom Bahnhof statt. Wie groß war die Freude über die Begegnung mit Karl-Heinz Seufferle mit seinem Enkel Alex, die aus Wasseralfingen kamen! Vom „Bund der Deutschen-Landschaft Egerland“ war die Ortsgruppe Netschetin-Peitenstein vertreten.

Als wir am Freitag wach geworden sind, merkten wir es sofort: es wird ein hartes Wochenende sein. Die Wettervorhersage war gegenüber dem rauen Klima im Tepler Hochland zu optimistisch. „Hoffentlich bekommen wir ein besseres Frühstück, als vor zwei Jahren im Hospiz“ ging jedem durch den Kopf. Da kam Bruder Frantisek zu uns: „wo seid ihr denn, euer Frühstück ist vorbereitet!“ Aus der Klosterküche kamen nicht nur schöne Dufte heraus, es war auch reichlich gedeckt: „wenn die `Klosterverpflegung´ das ganze Wochenende so aussehen wird, dann kann man trotz des Wetters eine tolle Leistung abliefern“ meinten alle. Die beim Frühstück gesammelten Kräfte haben wir wirklich gebraucht: nach zwei Jahren „Verwilderung“ war das so eine „Schufterei“, das man die Arbeit um vier Uhr Nachmittag aufgeben mussten: müde und tropfnass „schleppten“ wir uns ins Kloster. Nach einer warmen Dusche (warmes Wasser gab es genug) wollten wir die „Klosterschenke“ im Hospiz ausprobieren, die durch sehr unfreundliches Personal bekannt war. Wir erlebten aber ein weiteres „Wunder“: eine sehr freundliche Bedienung verschönerte den Abend. Am Samstag kam dann noch Verstärkung: drei Mitglieder kamen aus Netschetin zur Hilfe. Mit nur elf Menschen ist es uns gelungen den ganzen alten Klosterfriedhof zu mähen und bei einem Großteil auch das Gras wegzutragen!

Den letzten Abend verbrachten wir wieder in der „Klosterschenke“. Der Alex wollte unbedingt  „Barschnitz“ haben und trotz der Tatsache, dass es nicht in der Speiskarte war, landete in zehn Minuten ein ganzer Teller vom „fritierten“ Brot auf unserem Tisch!

Die letzte Nacht im Kloster: man gewöhnt sich an die Ruhe, die zum Nachdenken ruft. Man geht durch die langen, dunklen und leeren Gänge und denkt über die viele vergangene Jahre nach. Der Geruch vom Weihrauch steigt in die Nase und verbunden mit einer aus den Herzen ausgegangenen Gastfreundschaft wird es zu einem Gemisch, welches die Seele eines müden Arbeiters mit Freude erfüllt. Beim Gottesdienst in der Klosterkirche konnte ich das Evangelium vorlesen: eine große Ehre für mich und ein weiteres Zeichen der Anerkennung: Kurz vor dem Mittagessen kam kurz vor seiner Abfahrt in die Slowakei P. Augustin und mit Flaschen von guten, mährischen Weinen bedankte ich sich schon zum zweiten mal persönlich bei uns. Kurz vor dem Mittagesse ging die Tür auf und der Tepler Bürgermeister persönlich kam hinein: er bedankte ich recht herzlich für unsere Arbeit und in einem sehr freundlichen Gespräch sprachen wir über mehrere Themen der Zusammenarbeit.

Nach dem Mittagessen ging es dann für alle wieder nach Hause, in die warme Badewanne und das Fazit? Schade und eigentlich auch unbegreiflich, dass so wenige nach Tepl den Weg gefunden haben: So eine warme und freundliche Atmosphäre erlebten wir noch nicht. Ich verspreche, dass ich im kommenden Jahr rechtzeitiger einladen werde und ob dann mehr Menschen zu dieser Begegnung kommen liegt nur an ihnen.

 
die Gruft mußte von den Bäumen gereinigt werden

Impressionen: siehe den Vogel zwischen den Türmen!

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