Wie die Mönche
17. Jugendbegegnung in Tepl 2010
Richard Sulko
Bei der Jahresversammlung vom „Bund der
Deutschen-Landschaft Egerland“ im November 2009 wurde auf Anregung von meiner
Frau beschlossen, die sehr beliebte Jugendbegegnung in Tepl bei Marienbad wieder
zu „beleben“. Im Jahre 2009 fand keine Begegnung statt, weil wir bei der
Geldantragstellung nicht erfolgreich waren. Dieses Jahr geling das Vorhaben und
es konnte losgehen. Die Zusage der Mittel kam jedoch ziemlich spät und damit
konnten die Einladungen nicht früh genug rausgeschickt werden. Es lag also an
den „treuesten“, die die letzten Jahre immer zur
Als wir am Freitag wach geworden sind, merkten wir
es sofort: es wird ein hartes Wochenende sein. Die Wettervorhersage war
gegenüber dem rauen Klima im Tepler Hochland zu optimistisch. „Hoffentlich
bekommen wir ein besseres Frühstück, als vor zwei Jahren im Hospiz“ ging jedem
durch den Kopf. Da kam Bruder Frantisek zu uns: „wo seid ihr denn, euer
Frühstück ist vorbereitet!“ Aus der Klosterküche kamen nicht nur schöne Dufte
heraus, es war auch reichlich gedeckt: „wenn die `Klosterverpflegung´ das ganze
Wochenende so aussehen wird, dann kann man trotz des Wetters eine tolle Leistung
abliefern“ meinten alle. Die beim Frühstück gesammelten Kräfte haben wir
wirklich gebraucht: nach zwei Jahren „Verwilderung“ war das so eine
„Schufterei“, das man die Arbeit um vier Uhr Nachmittag aufgeben mussten: müde
und tropfnass „schleppten“ wir uns ins Kloster. Nach einer warmen Dusche (warmes
Wasser gab es genug) wollten wir die „Klosterschenke“ im Hospiz ausprobieren,
die durch sehr unfreundliches Personal bekannt war. Wir erlebten aber ein
weiteres „Wunder“: eine sehr freundliche Bedienung verschönerte den Abend. Am
Samstag kam dann noch Verstärkung: drei Mitglieder kamen aus Netschetin zur
Hilfe. Mit nur elf Menschen ist es uns gelungen den ganzen alten Klosterfriedhof
zu mähen und bei einem Großteil auch das Gras wegzutragen!
Den letzten Abend verbrachten wir wieder in der
„Klosterschenke“. Der Alex wollte unbedingt
„Barschnitz“ haben und trotz der Tatsache, dass es nicht in der
Speiskarte war, landete in zehn Minuten ein ganzer Teller vom „fritierten“ Brot
auf unserem Tisch!
Die letzte Nacht im Kloster: man gewöhnt sich an die Ruhe, die zum
Nachdenken ruft. Man geht durch die langen, dunklen und leeren Gänge und denkt
über die viele vergangene Jahre nach. Der Geruch vom Weihrauch steigt in die
Nase und verbunden mit einer aus den Herzen ausgegangenen Gastfreundschaft wird
es zu einem Gemisch, welches die Seele eines müden Arbeiters mit Freude erfüllt.
Beim Gottesdienst in der Klosterkirche konnte ich das Evangelium vorlesen: eine
große Ehre für mich und ein weiteres Zeichen der Anerkennung: Kurz vor dem
Mittagessen kam kurz vor seiner Abfahrt in die Slowakei P. Augustin und mit
Flaschen von guten, mährischen Weinen bedankte ich sich schon zum zweiten mal
persönlich bei uns. Kurz vor dem Mittagesse ging die Tür auf und der Tepler
Bürgermeister persönlich kam hinein: er bedankte ich recht herzlich für unsere
Arbeit und in einem sehr freundlichen Gespräch sprachen wir über mehrere Themen
der Zusammenarbeit.
Nach dem Mittagessen ging es dann für alle wieder nach Hause, in die warme
Badewanne und das Fazit? Schade und eigentlich auch unbegreiflich, dass so
wenige nach Tepl den Weg gefunden haben: So eine warme und freundliche
Atmosphäre erlebten wir noch nicht. Ich verspreche, dass ich im kommenden Jahr
rechtzeitiger einladen werde und ob dann mehr Menschen zu dieser Begegnung
kommen liegt nur an ihnen.



