Die Geschichte des Wallfahrtsortes beginnt in der Barockzeit und ist mit der damals kulminierenden Marienverehrung verbunden. Das damalige Dorf Stock gehörte zu der Pfarrei Žlutice (Luditz). Dem dortigen Pfarrer, P. Johann Rick, O. Praem, einem Prämonstratenser aus dem Stift Teplá (Tepl), gefiel nicht, dass die Einwohner von Stock vor allem im Winter nicht regelmäßig in die Kirche kommen konnten. Deshalb ruf er zehn Stocker Bauern auf, jeweils zehn Gulden für den Bau einer Kapelle und für eine Glocke zu geben, damit sie gemeinsam beten können. Dem Aufruf folgte nur einer der Bauern, Adam Lienert, Vater von sieben Kindern. Lienert verkaufte eines von seinen vier Pferden für 25 Gulden.
In Toužim (Theusing) bestellte er einen Maurer (auf dem Wege nach Toužim fand er drei Kreuzer, ein Teil von ihnen vertrank er mit dem Maurer, einen Teil schenkte er der Theusinger Kirche), in Žlutice (Luditz) bestellte er einen Zimmermann. Das herrschaftliche Amt in Údrč (Udritsch) schenkte ihm für den Bau der Kapelle zwei Baumstämme und 200 Ziegeln. Auf Anraten von P. Rick ließ Lienert die Kapelle Maria Hilf einweihen und ließ für sie bei dem Maler Johann Wolfgang Richter aus Toužim (Theusing) eine Kopie des bekannten Gnadenbildes Maria Hilf aus dem bayerischen Passau malen. Das Bild wurde in acht Tagen verfertigt und kostete neun Gulden. Es stellt das Motiv des Passauer Altars mit dem Gnadenbild dar. Am 29. September 1717 wurde die Kapelle von P. Rick, O. Praem., eingeweiht. Sie war gemauert, gewölbt, mit zwei Fenstern, das Dach wurde mit Schindeln bedeckt und hatte ein Türmchen mit einer Glocke (gegossen in Prag für 30 Gulden). Im Jahre 1727 ließ Lienert bei dem Theusinger Maler für die Kapelle noch ein Bild der heiligen Katharina verfertigen und im Jahre 1733 wurde zu der Kapelle noch ein hölzerner Vorraum zugebaut. Gebete und Bitten zur Jungfrau Maria in der Kapelle von Stock waren wirksam, die Betenden baten vor allem um Genesung. Gerade die zahlreichen Wunderheilungen regten den Zustrom von hunderten und später tausenden von Pilgern an. Auf Lienerts Bitte wandte sich im Jahre 1732 die Obrigkeit – Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden – an den Prager Erzbischof Daniel Joseph Mayer von Mayern und bat das erzbischöfliche Konsistorium um Erlaubnis in der Kapelle Heilige Messen zu feiern und um Aufnahme von kirchlicher Ermittlung von hiesigen Wundern. Der Ruhm des Wallfahrtsortes und des hiesigen Bildes breitete sich schnell in der Umgebung, aber auch im Ausland aus. In tschechischsprachigen Gebieten bezeichnete man das Bild als „Jungfrau Maria Hilf in Stock“ (Panna Marie Pomocnice ve Skoku), wobei „skok“ auf Tschechisch „Sprung“ bedeutet. Durch Entstellung und Verkürzung des Satzes entstand der bis heute verwendete Aufruf „Panenko Skákavá“, was auf Tschechisch so viel wie „Springende Jungfrau“ bedeutet. Im Jahre 1733 wurden im Beisein von J. Haberkorn durch eine Ermittlungskommission des erzbischöflichen Konsistoriums Ermittlungen wegen angeblicher Wunder geführt. Dem Beisitzenden M. Wietrowsky und dem Sekretär J. Gallasch bezahlte das Herrenamt in Údrč (Udritsch) eine Belohnung in der Höhe von 120 bzw. 60 Gulden aus. Die Kommission verzeichnete vor allem Wunderheilungen von Pilgern aus der Umgebung (insgesamt wurden 18 Bürger, Handwerker und Untertanen aus den umliegenden Städten und Dörfern verhört). Zum Beispiel der Bürgermeister und Bäcker Albrecht aus Toužim (Theusing) betete mit seiner Ehefrau zwischen acht und neun Uhr Abend, während es hagelte, zur Jungfrau Maria in Maria Stock und bat sie, dass sie ihr Feld beschützt. Die Hagel waren groß wie Eier, die Ehefrau versprach zwei Kerzen von jeweils 15 Kreuzern zu opfern. Als das Gewitter zu Ende ging, nahmen sie eine Laterne und gingen aufs Feld. Ihr Feld war wie durch ein Wunder unbeschadet, die umliegenden Felder wurden durch Hagel zerstört. Von den verhörten Pilgern beteten die meisten für Heilung, andere für Verzeihung von Zahlungen für Holz, andere wiederum für Genesung eines lahmen Pferdes oder für Schutz vor Hagel. Aufgrund der Ermittlungen der Kommission erklärte das erzbischöfliche Konsistorium Maria Stocker „Passauer“ Bild Maria Hilf für ein Gnadenbild. Mit einem Dekret vom 3. April 1734 erlaubte das erzbischöfliche Konsistorium, die Heiligen Messen zu feiern. Die erste fand am 16. April statt. Im Jahre 1736 erlaubte das Konsistorium, Wallfahrten nach Maria Stock zu organisieren.
Der Ausgangspunkt der ersten Wallfahrt vom 16. Juni 1736 war Buškovice (Puschwitz) bei Podbořany (Podersam). Im selben Jahr betrug die Zahl der Pilger 29.350. Der Zustrom der Pilger und der Opfergelder – in den Jahren 1728 bis 1739 spendeten die Pilger insgesamt 12.522 Gulden – brachte die Obrigkeit - Markgrafen Ludwig Georg von Baden-Baden – dazu, die Kapelle durch eine größere Kirche zu ersetzen. Mit dem Projekt wurde am 22. April 1736 der Baumeister Johann Schmied, ein Bürger der Stadt Útvina (Uitwa) beauftragt. Sein Entwurf der Kirche mit einem Budget von 9.548 Gulden und 22 Kreuzer wurde durch den Oberinspekteur des Hofamtes in Ostrov (Schlackenwerth) Kligl dem Markgrafen vorgelegt. Auf Anraten des Abtes von Stift Teplá (Tepl) wurden statt einem gleich zwei Türme gebaut. Schmied gehört zu den bedeutenden Barockarchitekten der Region – außer Maria Stock entwarf er auch die St.-Anna-Kirche in Sedlec (Zettlitz) bei Karlsbad (1738 – 1745) und auch die Barockisierung der Mariä-Geburt-Kirche und den Neubau des Pfarrhauses in Toužim (Theusing) (1738 – 1742).
Am 23. Oktober 1736 legte der Tepler Abt P. Raimund Schimonowsky, O. Praem., den Grundstein der Kirche und bereits am 29. März 1738 wurde der Hauptaltar zu Ehren der Mariä Heimsuchung (Feiertag am 2. Juli) im Beisein des Tepler Abtes P. Hieronymus Franciscus Ambros, O. Praem., und weiterer zwanzig Prälaten und anderer Geistlichen feierlich eingeweiht. Der Markgraf als Schutzpatron der Kirche wurde durch den Oberinspekteur und Hofrat Kligl aus Ostrov (Schlackenwerth) vertreten. Es versammelten sich bis zu 8.000 Pilger, denen 21 Fass Bier zur Verfügung gestellt wurden. Bald brach rund um die Kirche ein Streit um die Patronatsrechte aus. Der Markgraf begann den Pilgern sein Bier einzuschenken, ohne die Erlaubnis des Landes zu haben. Er kontrollierte auch die Opfergelder. Den Anspruch auf das Patronat erhoben auch die Patronen der Pfarrei von Žlutice (Luditz), die Herren Kokořovec von Kokořov. Die Badener Markgrafen nutzten ihre guten Beziehungen zum Tepler Abt aus, der vom Papst Benedikt XIV. im Jahre 1740 eine Exemptionsbulle erwarb, durch welche die Kirche in Maria Stock aus dem Machtbereich der Prager Erzdiözese und somit aus der Pfarrei Žlutice (Luditz) ausgenommen wurde und direkt dem Stift Teplá (Tepl) unterordnet wurde. In demselben Jahr, am 9. Juli, wurde im Beisein des Propstes P. Kr. Schmiedl, O. Praem., das Gnadenbild aus der Kapelle feierlich in die Kirche übertragen; zu dieser Zeit wurde es wahrscheinlich mit einer goldenen Krone versehen. Der Streit der Adeligen setzte jedoch fort. Schließlich hat ihn die Kaiserin Maria Theresia entschieden, die in ihrem Dekret vom 20. April 1746 bestätigte, dass die Kirche durch das Tepler Stift verwaltet wird. Gleichzeitig erteilte sie den Herren Kokořovec von Kokořov das Recht, bei der Eröffnung der Büchse für Opfergelder anwesend zu sein und den Badener Markgrafen verbot sie, ihr Bier in Maria Stock einzuschenken. Sie ordnete ihnen auch an, den entstandenen Schaden zu bezahlen. Die Tepler Kanonie errichtete bei der Kirche ihr Superiorat, das dann am 2. Juli 1748 als Superior P. Rick, O. Praem., feierlich übernommen wurde. Das Patronat der Herren Kokořovec von Kokořov wurde durch Errichtung der Lokalie im Jahre 1749 beendet. Gleichzeitig entstand der Friedhof.
Zu einer selbstständigen Pfarrei wurde die Lokalie im Jahre 1857 erhoben. Zu der Pfarrei gehörten auch die Dörfer Mlyňany (Lindles) und Martice (Maroditz). Im Jahre 1756 gründete der Superior P. Linxweiler, O. Praem., das Buch der in Maria Stock erhörten Bitten. Nach der Abschaffung der Wallfahrten durch Kaiser Joseph II. im Jahre 1784 hörten die Wallfahrten nach Maria Stock fast völlig auf. Die Kirche begann zu verfallen, das Patronatsrecht hat an das Gut in Údrč (Udritsch) gefallen, das die Finanzierung der Instandhaltung stark einschränkte. Bereits im Jahre 1838 wurden die ersten ernsthafteren Schäden an dem Kirchendach gemeldet, schließlich musste die Kirche für Messen völlig geschlossen werden. Die Veränderung kam erst durch Übertragung des Patronats an das Stift Teplá am 27. Dezember 1902. Sein Abt P. Gilbert Johann Baptist Helmer, O. Praem., ließ die Kirche im Jahre 1903 rekonstruieren und gleichzeitig ließ er ein neues Superiorat errichten und erneuerte auch Maria Stocker Wallfahrtstradition.
Redaktion Eghaland Bladl