Egerlaender

In Žihle- Scheles in der Nordpilsener Region erinnert ein monumentales Denkmal wieder an den Ersten Weltkrieg, das Jahr 1918 und die Gründung der Tschechoslowakei. Nach fast achtzig Jahren ist es auf den Dorfplatz zurückgekehrt. Das Granitdenkmal mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Einwohner von Žihle/ Scheles wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen und auf dem Friedhof für ein Grabmal für die Opfer des Nationalsozialismus verwendet, blieb aber auch dort nicht. Nun steht es wieder an seinem ursprünglichen Platz und hat seine ursprüngliche Bedeutung zurückerhalten.

Teile des Denkmals lagen jahrzehntelang hinter der Steinmauer des örtlichen Friedhofs. „Hinter der Friedhofsmauer lag ein Haufen Gras und Erde. Wir wollten ihn entfernen, aber als wir ihn freilegten, entdeckten wir Teile des ursprünglichen Denkmals“, sagte der Bürgermeister von Scheles František Procházka. Das Dorf reinigte und lagerte die Teile ein und bemühte sich seit 2016 um Spenden für die Restaurierung. Schließlich half der Staatliche Agrarfond und übernahm 84 Prozent der benötigten 1,28 Millionen CZK. Der Entwurf stammt aus der Restauratoren Werkstatt der Familie Jahoda aus dem nahegelegenen Kozojedy. Neben den Jahreszahlen 1914 bis 1918 sind auf dem Denkmal die ersten sechs Namen der Gefallenen verzeichnet. „Wir haben weitere 19 Namen, die wir nach und nach auf allen vier Wänden anbringen werden. Wir haben sie in deutschen Kirchenbüchern gefunden, aber sie sind unleserlich, deshalb arbeiten wir sie jetzt, auch mithilfe künstlicher Intelligenz es genauer aus“, sagte Procházka. Insgesamt waren 25 Namen auf dem Denkmal eingraviert.

„Wir haben den Gehweg rundherum gepflastert und auch ein Platz für Bänke, Blumentöpfe und einen Fahrradständer geschaffen. Wir müssen noch Sträucher und Bäume pflanzen“, sagte der Bürgermeister. Pfarrer Günter Ecklbauer segnete das Denkmal, und Historiker sowie Zeitzeugen sprachen. Der Chor von Scheles sang, die Kapelle „Guter Soldat Schwejk“ spielte, Soldaten in Uniformen der damaligen Zeit sowie der Bund der Deutschen-Landschaft Egerland in trachten traten auf.

Die Einwohner von Scheles rissen das ursprüngliche Denkmal nach dem Zweiten Weltkrieg ab und nutzten Teile davon als Mahnmal für die 273 Opfer des Nationalsozialismus, erklärte Jiří Bláha vom Kulturausschuss des Dorfes. Das Denkmal für die Opfer des Transports, das seit 1946 auf einem Teil des Friedhofs in der Nähe der Kirche steht, wurde über den Gräbern von Häftlingen errichtet, die während des Transports aus dem Konzentrationslager Osendorf bei Halle und der Strafanstalt Brieg in Polen starben.

Alois Franz Rott

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