Bei einem kürzlichen Besuch der normalerweise nicht öffentlich zugänglichen Kirche der Heiligen Peter und Paul im Dorf Dolní Jamná (Unter-Jamny) fiel mir diese wunderschön erhaltene Gedenktafel ins Auge. Sie ist den Gefallenen, Verstorbenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs (1914–1918) aus Siehdichfür (Unter-Jamny) und den umliegenden Dörfern gewidmet. Die Tafel wurde am 26. Juli 1936 feierlich enthüllt und kostete 4.500 CZK. Die Kosten wurden von der Gemeinde Dolní Jamná (Unter-Jamny) und durch Spenden der Einwohner getragen. Der Urheber der Tafel ist Franz Böhm aus Velká Hleďsebe (Siehdichfür) bei Marienbad. Bei jeden Foto sind die Namen und die Zugehörigkeit zu einer militärischen Einheit und das Todesdatum – an der Front, im Lazarett, in Gefangenschaft oder nach der Heimkehr – vermerkt. Hier sind Bürger aus den Dörfern Dolní Jamné (Unter-Jamny), Chudeč (Kutsch), Ovčí Hora (Otschihora), Račín (Radschin), Žernovník (Schirnik), Nová Víska (Neudörfl), Čestětín (Tschisotin), Bezvěrov (Bernklau), Ostřetín (Wustung) und Světec (Schwitz) aufgeführt. Am unteren Rand der Gedenktafel steht dieser Text: „Ihr müsst den Toten zu Hilfe kommen, nicht mit Tränen, sondern mit Gebeten, Opfern und Almosen.“
Kirche der Heiligen Peter und Paul in Unter-Jamny
Das Dorf wird erstmals 1208 urkundlich erwähnt. Offenbar kurz darauf ließ Wssebor Hrabischitz hier seinen Sitz errichten, an dem auch die Kirche entstand. Das im Wesentlichen romanische Gebäude beherbergt im Turmgeschoss eine Herrentribüne, die einst über eine Brücke vom ehemaligen Herrenhaus aus erreichbar war. Die Pfarrkirche der Apostel Hl. Peter und Paul ist ein schlichtes, schmuckloses Gebäude, das mitten im Dorf auf einem Hügel steht. Sie wurde bereits 1384 im Prager Kirchenbuch verzeichnet. Die ursprüngliche Kirche war vollständig aus Holz erbaut und stand auf einem Hügel mit Blick auf Burg und Dorf Krasch, wo die ersten Bewohner ebenfalls ihre Häuser hatten. Die Kirche besaß weder Turm noch Glocken. Der Friedhof war von einem Holzzaun um die Kirche umgeben. 1470 wurde dieses Holzgebäude vom Blitz getroffen und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Auch die umliegenden Gebäude wurden durch das Feuer beschädigt. Seitdem werden die Märtyrer von Hl. Peter und Paul tief verehrt. Der ursprüngliche Standort der Kirche ist noch heute durch ein großes Holzkreuz auf einem Steinsockel gekennzeichnet, an dem jährlich Gebete gesprochen werden. Um 1500 errichteten die Einwohner an der Stelle der heutigen Kirche eine neue Steinkirche mit Glockenturm, die später um den Turm erhöht wurde. Die Kirche wurde im Laufe der Zeit um einen Altarraum, eine Vorhalle und eine Sakristei erweitert, und ein separater Ausgang zum Chor wurde an der Vorderseite angebaut. Wie bereits erwähnt, stand die Pfarrkirche vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges unter lutherischer Herrschaft. Dolní Jamná (Unter-Jamny) war sogar Sitz eines hohen Ratsmitglieds namens Mathes, eines abtrünnigen katholischen Priesters. 1624 erhielt die Gemeinde mit dem Pfarrer aus Uterý (Neumarkt) Zacharias Bandhauer einen neuen katholischen Geistlichen. Nach einigen Jahren unterstand sie der katholischen Pfarrei in Krsy (Girsch) und erlangte erst 1694 ihre Unabhängigkeit zurück. Die älteste Glocke im Turm stammt aus dem Jahr 1480 und wurde zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus in Altkirchenslawisch gegossen. Die zweite Glocke ist größer und trägt eine lateinische Inschrift aus dem Jahr 1551. Diese Glocke hing noch 1981 im Glockenturm.
Alois Franz Rott