Gedenkstein für Ernst Mosch
Vor 100 Jahren, am 7.11.1925, wurde unser großer Egerländer Landsmann, der Musiker, Dirigent und Komponist, Gründer des erfolgreichsten Blasorchesters der Welt, der Original Egerländer Musikanten, Ernst Mosch, in Zwodau bei Falkenau geboren. Am 8.11.2025 fuhren wir, eine Gruppe von Mitgliedern der Ortsgruppe Wildstein / Skalná, zur Jubiläumsfeier nach Zwodau / Svatava.
Das Festprogramm begann am Vormittag mit einem zweisprachigen Gottesdienst in der gut gefüllten Kirche, zelebriert von Monsignore Peter Fořt, der vielen Egerländern gut bekannt ist, und begleitet von der Blaskapelle Die Schlossberger aus Eslarn in Bayern. Nach der Messe erfolgte die feierliche Enthüllung des Gedenksteins mit Gedenktafel und die Segnung durch Mons. Fořt. Der Gedenkstein befindet sich direkt vor der Kirche. Die Begrüßung der vielen Gäste übernahm Bruno Fischer. Es folgten einige Grußworte, u.A. vom Bürgermeister der Gemeinde Svatava Radek Burda. Die Musikalische Begleitung übernahm die Kapelle Březováček aus Prösau / Březová. Der Nachmittag gehörte der Musik. In der voll besetzten Halle spielten zunächst Die Schlossberger und später der Březováček. Die Mosch-Fans und Blasmusikfreunde im Publikum waren begeistert. Für Essen und Trinken war bestens gesorgt und es ergaben sich viele schöne Begegnungen und Gespräche der Gäste untereinander. Um 17:00 Uhr war die Veranstaltung zu Ende und wir fuhren zufrieden nach Hause. Unser Dank gilt Herrn Josef Haranza, der alles geplant, fleißig Spenden gesammelt und mit seinem Team die Veranstaltung hervorragend organisiert hat. Ebenso muss den vielen Spendern gedankt werden, ohne deren großzügige Spenden es weder die Gedenktafel noch die Jubiläumsfeier in Zwodau gegeben hätte.
František Zima, OG Wildstein
Am Samstag den 8.November hat der Zwodauer Jozef Haranza zur Feier des 100. Geburtstages von Ernst Mosch in dessen Geburtsort Zwodau bei Falkenau eingeladen. Der Graslitzer Pfarrer Monsignore Petr Fořt hielt in der vollbesetzten Zwodauer Kirche den Gedenkgottesdienst zu Ehren von Ernst Mosch in deutscher und tschechischer Sprache. Im Anschluß daran erfolgte die Weihe und Enthüllung des Ernst Mosch Denkmales an einem Platz vor der Zwodauer Kirche.
Der Gedenkgottesdienst und auch die Weihe der Tafel wurde musikalisch von der Blaskapelle Březováƈek aus Prösau begleitet. Die Finanzierung dieser Gedenktafel konnte nur durch eine großzügige Spende der Hausner Stiftung, vertreten durch deren Vorsitzenden Dr. Harald von Herget und durch Spenden der Stadt Schwandorf sowie des Heimatverbandes der Falkenauer und weiterer privater Spender erfolgen. Alle Spender waren namentlich an einem Transparent in der Turnhalle aufgeführt. Die Stadt Schwandorf war vertreten durch ihren Oberbürgermeister Andreas Feller mit Gattin und Herrn Schober, dem Vorsitzendendes Partnerschaftskomitees. Auch der Vorsitzende des Falkenauer Partnerschaftskomitees Antonin Lebeda und der Vorsitzende des Falkenauer Stadtmuseums Herr Rund waren gekommen. Das Festkonzert in der Zwodauer Turnhalle gestalteten die Schloßberger Blaskapelle aus Eslarn, begleitet mit Gesang durch dessen Vorsitzenden mit Ehefrau. In der Pause brachten Ingrid Deistler mit Gitarre und mit ihrem Sohn Gerald Egerländer Stückl‘n auf die Bühne. Die Blaskapelle Březováƈek spielte im Anschluß bis zum Schluß gegen 17:00 Uhr auf. Unser Dank für all die geleistete Arbeit gilt Jozef Haranza, der von seiner Frau und seinen Söhnen, Bruno Fischer, Hans, R. Hamplova,V. Neužilová, Michal bei der Organisation und Verpflegung der Gäste unterstützt wurde. Auch Werner Kraus vom „Egerländer Hof“ in Karlsbad unterstützte die Verpflegung mit Gulasch und anderen Köstlichkeiten. Nicht zuletzt gilt dem Magistrat der Stadt Svatava, die durch ihren Bürgermeister Herrn Radek Burda vertreten war, unser Dank für deren Unterstützung der Veranstaltung.
Jozef Haranza OG Falkenau
Die traditionsreiche Veranstaltung „Egerer Gespräche“ fand in diesem Jahr in Kopanina/Frauenreuth im Hotel U Špejcharu in den Tagen 8. – 10.10.2025 statt. Der langjährige Organisator der Gespräche Dr. Wolf-Dieter Hamperl ist leider erkrankt, die Organisation des Treffens lag deshalb in den Händen von Prof. Dr. Wilfried Heller und Frau Helga Burkhardt. Das Thema in diesem Jahr war „Deutsche Hügel-, Berg- und Gebirgsnamen sowie Flurnamen im ehemaligen Egerland“. Dazu hielten 9 Referenten ihre Vorträge, jeweils 3 für das nordwestliche, nordöstliche und südliche Egerland. Auch die heimatverbliebenen Egerländer waren vertreten. Für die Gegend um Wildstein hielt Franz Zima das Referat. Die Beiträge waren sehr interessant, gute Gespräche ergaben sich auch in den Pausen und beim Abendessen. Das wunderbare Ambiente des Hotels und die gute Küche trugen auch zum Gelingen der Veranstaltung bei.
Franz Zima, OG Wildstein
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Květnov/Quinau – der einzige verbliebene Wallfahrtsort im Erzgebirge Auf den Höhen des böhmischen Erzgebirges gab es in früherer Zeit zwei größere Wallfahrtsorte. Dies waren Maria Sorg/Mariánská bei Jáchymov/Jochimsthal und Quinau/Květnov. Das Kloster Maria Sorg wurde nach dem 2. Weltkrieg als Folter- und Inhaftierungsstätte für unbeugsame Lagerinsassen der Konzentrations- und Arbeitslager des Uranbergbaues genutzt und anschließend dem Erdboden gleich gemacht. Bis auf wenige Außenmauern des Klostergeländes und einem großen Trümmerhaufen, der einstmals die Klosterkirche war, erinnert heute nur eine Informationstafel an diesen einstigen Wallfahrtsort. Bereits im Jahre 2017 wurde ein Entwurf einer kleinen witterungsunempfindlichen Betonkapelle vorgestellt und der Grundstein dafür gesetzt und durch Pater Marek Bonaventura Hric segnet (GG 65, S. 4 f.). Seither herrschte Stille. Im Mai dieses Jahres wurde auf diversen Internetplattformen das Projekt einer offenen Kapelle (https://www.facebook.com/hashtag/kaplemariasorg). Für diese sollten die Freunde der Region auf einer Homepage bis 19. Juni für eine mögliche Förderung abstimmen. Ein Ergebnis ist dort jedoch nicht verzeichnet und so wird voraussichtlich Quinau/Květnov auch künftig der einzige Wallfahrtsort des Erzgebirges bleiben. Fanden noch vor 10 Jahren an den drei Wallfahrts-sonntagen am Nachmittag jeweils deutschsprachige Messen in Květnov/Quinau statt, so reduzierte sich dies auf mittlerweile nur noch eine. Da die katholischen Christen in Sachsen eine Minderheit sind und diese ihren Glauben meist nach dem Zweiten Weltkrieg aus anderen Regionen Europas mitbrachten, gibt es im sächsischen Erzgebirge keinen Wallfahrtsort. So versammelten sich am 6. Juli etwa 80 Gläubige mit ihren Priestern um die jährliche Wallfahrt zur Marienstatue in Quinau festlich zu begehen. Nur die wenigsten von ihnen haben ihre familiären Wurzeln in der Gegend des mittleren böhmischen Erzgebirges. So kann man sagen, dass dieser Wallfahrtsort für die tschechischen Katholiken aus der Gegend um Chomutov/Komotau und ihren Glaubensgeschwistern aus dem mittleren sächsischen Erzgebirge zur Heimat wurde, um einen würdigen Wallfahrtsgottesdienst zu feiern. Überraschend war, dass die Lieder aus dem Quinauer Liederbuch wieder von einem evangelischen Kantor im Ruhestand an der Orgel begleitet wurden. In den letzten Jahren musste dafür noch ein Keyboard genutzt werden. Es macht den Eindruck, dass das kirchliche Leben in dieser Region auf tschechischer Seite durchaus wieder einen Zuwachs verzeichnen kann. Die grenzübergreifenden kirchlichen Kontakte sind für die Wallfahrtskirche in Květnov/Quinau ein Segen. Es bleibt zu hoffen, dass der Marienverehrung in Květnov/Quinau eine gute Zukunft beschieden ist und auch künftige Generationen aus Böhmen und Sachsen hier einen Ort des christlichen Glaubens, des Friedens und der Versöhnung unter dem Schirm der Gottesmutter Maria haben werden. von Ulrich Möckel |
Denkmalpflege in Wildstein
Früher standen überall im Egerland, an jedem Feldweg, an Kreuzungen, Brücken usw. Wegkreuze, Heiligenfiguren, Bildstöcke, welche Marterl genannt wurden. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung und 40 Jahren kommunistischer Herrschaft sind die meisten dieser kleinen Denkmale zerstört und verschwunden. Umso wichtiger ist es, wenn es in den letzten Jahren verstärkte Bemühungen gibt, die restlichen zu erhalten und zu restaurieren. Die Initiativen dazu gehen von Gemeinden, Vereinen und Privatpersonen aus. Auch in Skalná/Wildstein hat sich eine Gruppe Heimatfreunde und Lokalpatrioten zusammengefunden, die sich unter Anderem vorgenommen haben, sich um kleine sakrale Denkmale zu kümmern. Im vergangenen Jahr wurde bereits ein restauriertes Kreuz neben der Kirche aufgestellt, in diesem Jahr kam eine der 4 Statuen des heiligen Johannes von Nepomuk an die Reihe, die es in Wildstein gibt. Eine davon wurde bereits vor einigen Jahren durch die Gemeinde Skalná renoviert. Diese Statue, um die es geht, ist aus der Barockzeit, datiert auf das Jahr 1756 und steht an der Kreuzung der Strassen Sportovní und Lesní. Sie wurde vom Sockel gehoben, die Teile abtransportiert, gereinigt, kleinere Beschädigungen fachmännisch repariert und die Figur mit Spezialfarben neu bemalt und der verlorene Heiligenschein ergänzt. Erst im Laufe der Arbeiten wurde sichtbar, um welches schöne Kunstwerk es sich handelt. Ein Fundament wurde betoniert und der Sockel und die Figur wieder an ihrem alten Platz aufgestellt. An der Maßnahme haben sich auch zwei Mitglieder der Ortsgruppe Wildstein des Bundes der Deutschen Landschaft Egerland, Franz Zima und Rita Skalová, beteiligt. Für nächstes Jahr ist ein weiteres Objekt in Planung, ein Wegkreuz.
Franz Zima OG Wildstein