Der Bund der Deutschen - Landschaft Egerland und die Balthasar Neummann Gesellschaft unterstützt seit vielen Jahren 3 Kindergärten mit Deutsch Unterricht. 23 Kinder lernen Deutsch zu verstehen. Die Kinder eignen sich auf spielerische Weise die Grundlagen der deutschen Sprache an und beginnen, eine positive Beziehung zur deutschen Minderheit aufzubauen. Einige der Kinder haben auch deutsche Wurzeln. Das Interesse Eltern für den Deutschunterricht ihrer Kinder ist groß.
Den Unterricht führt Frau Věra Holotová. Sie bereitet die Kinder für die 6. Grundschule in Cheb/Eger mit Unterricht der Fächer in deutscher Sprache.
Zum Muttertag und Weinachsfeier kommen die Kinder zu uns um zu zeigen was sie schon gelernt. Mit Gedichten und Liedern sorgen sie für Unterhaltung. Am Ende gibt es was Süßes dafür.
Quelle Eghaland Redaktion
An der 6. Grundschule in Cheb/Eger gibt es seit vier Jahren eine zweisprachige Klasse. Hier lernen die Kinder ab der ersten Klasse die meisten Fächer auf Deutsch. Obwohl das Interesse an dem Unterricht groß ist, besteht für die Schule die Gefahr, das Projekt beenden zu müssen. Das neue Rahmenlehrprogramm, das von Bildungsminister Mikuláš Bek (STAN) eingeführt wurde, bevorzugt ab der ersten Klasse strikt Englisch.
In der Grenzregion, in der viele deutsche Unternehmen tätig sind, Kurorte existieren und eine große Zahl von Menschen beruflich nach Deutschland reisen, sind Kenntnisse der deutschen Sprache eine relativ wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt.
„Wir sind eine besondere Schule, wir unterrichten nichtsprachliche Fächer auf Deutsch. In diesem Jahr gibt es das Projekt der zweisprachigen Bildung bereits zum vierten Mal, und jetzt erfahren wir plötzlich, dass wir es möglicherweise absagen müssen. Dass all die Mühe, das Geld, die Zuschüsse und die Zeit, die wir dafür aufgewendet haben, umsonst sein werden. Das ist eine große Enttäuschung für uns alle“, erklärt die Schulleiterin Štěpánka Černá. Dennoch glaubt sie, dass die ungünstige Situation umgekehrt werden kann. Die Schule könnte das Programm fortsetzen, wenn sie vom Bildungsministerium eine Ausnahmegenehmigung erhält. Aber es stellt sich heraus, dass es nicht einfach sein wird.
„Wir sind nicht die einzigen im Land, die sich damit auseinandersetzen müssen. Gemeinsam mit Schulen, die beispielsweise Italienisch oder Französisch unterrichten und deren Unterricht auf dieser Sprache basiert, versuchen wir, das Ministerium von der Sinnhaftigkeit unserer Bemühungen zu überzeugen“, erklärt Černá.
Vertreter der genannten Schulen haben bereits ein Online-Treffen abgehalten und einen offenen Brief an das Ministerium geschickt. Die Egerer informierten auch ihre Partnerschulen in Deutschland über die bevorstehenden Änderungen, wandten sich mit der Bitte um Hilfe an Senator Miroslav Plevný und Schulleiterin Černá traf sich persönlich mit Minister Bek, der ihr zufolge versprach, sich des Problems anzunehmen.
„Wir befinden uns in einer schwierigen Situation. Wir müssen entscheiden, ob wir die Sache aufgeben oder weiterkämpfen. Wir haben viele Aktivitäten im Zusammenhang mit dem zweisprachigen Unterricht gestartet und viel Zeit und Geld investiert. Wir erhalten Unterstützung aus grenzüberschreitenden Fonds, von der Stadt Cheb/Eger sowie von anderen Organisationen und Stiftungen. Wir arbeiten mit der Westböhmischen Universität in Pilsen zusammen“, sagt die Schulleiterin.
Der Schule ist es gelungen, zwei Muttersprachiger Lehrer zu gewinnen und sie verfügt zudem über drei Partnerschulen in Deutschland. „Hinzu kommt, dass die bayerische Landesregierung derzeit sehr stark den Tschechisch Unterricht an deutschen Schulen in Grenzregionen unterstützt. In dieser Hinsicht geht die deutsche Seite also einen völlig entgegengesetzten Weg als die tschechische“, beschreibt Černá.
Sie fügt hinzu, dass einige Lehrer zudem eine Weiterbildung zum Deutschlehrer begonnen hätten, um ihre Qualifikation zu erweitern. Doch nun fragen sie sich, ob es sich überhaupt lohnt, ihr Studium fortzusetzen. Dass Deutsch in der Region eine starke Stellung einnimmt, erkennen auch einige Kindergärten an, die Eltern sprachliche Bildung anbieten. Beispielsweise ein Kindergarten in der Osvobození-Straße in Cheb/Eger, wo Kinder spielerisch lernen, Deutsch zu verstehen. Viele Eltern bringen ihre Kinder auch direkt in deutsche Kindergärten jenseits der Grenze. Sie möchten, dass sie schon früh Deutsch lernen. „Das ist bei uns der Fall. Mein Mann und ich arbeiten beide in Deutschland und sehen, wie wichtig Deutsch in unserer Region ist. Deshalb schicken wir unsere Terezka in einen deutschen Kindergarten. Die Grundschule soll sie aber erst in Cheb besuchen. Wir möchten, dass sie ihre intensive Sprachvorbereitung fortsetzt, und deshalb würden wir uns freuen, wenn sie eine zweisprachige Klasse in der 6. Grundschule besuchen würde. Mal sehen, ob es klappt, es gibt viele Interessenten“, plant Jana Svobodová.
Lehrer, die den anspruchsvollen zweisprachigen Unterricht bewältigen müssen, sind jedoch angesichts der neuen Bedingungen desillusioniert. Obwohl sie das Projekt seit langem vorbereitet und beraten hatten, erhielten sie vom Bildungsministerium nie Signale, dass etwas Neues auf sie zukommt, das alle Schulen flächendeckend betreffen und ihre Pläne durchkreuzen würde. „Bis zum letzten Moment wusste ich nicht, dass keine Ausnahmen möglich sein würden. Das ist neu für mich und ich vermisse die Kommunikation des Ministeriums mit den Schulen sehr. Alles Wichtige haben wir erst aus der Presse erfahren“, bemerkt Direktorin Černá und fügt hinzu, dass das Projekt beendet werden müsse, wenn das Ministerium dem Ausnahmeantrag nicht stattgebe, da es nicht möglich sei, in der ersten Klasse gleichzeitig mit dem Unterricht in zwei Fremdsprachen zu beginnen.
Da die Schulen den neuen Bildungsplan spätestens bis zum Jahr 2027 umsetzen müssen, wird die Schule auch bei den kommenden Einschulungen in den ersten Jahrgangsstufen weiterhin eine bilinguale Klasse anbieten.
„Wir werden den Rahmenlehrplan auf den letztmöglichen Zeitpunkt verschieben und in den nächsten zwei Jahren prüfen, ob sich etwas ändern lässt. Falls nicht, werden wir Anpassungen vornehmen. Wir werden nach anderen Modellen für den Deutschunterricht suchen und versuchen, früher als in der siebten Klasse mit dieser Sprache zu beginnen. Aber es wird nicht mehr so intensiv und alltäglich sein wie heute. Wir werden nicht aufgeben, denn hier an der Grenze ist es durchaus sinnvoll, Deutsch schon in sehr jungen Jahren zu unterrichten“, fügt Schulleiterin Štěpánka Černá hinzu.
Quelle IDnes 3.4.2025
Ein besonderes Ereignis gab es am 29. März diesen Jahres in Krapice (Kropitz), einem kleinen Ortsteil von Františkovy Lázně (Franzensbad): Vertreter von drei Familien – der Jurist Dr. Helmut Schwager aus Wien, der Rechtsanwalt Rolf Bau aus Regensburg und der Jornalist und Geschichtswissenschaftler Jörg Mantzsch aus Magdeburg – waren mit Angehörigen angereist, um der feierlichen Einsegnung eines restaurierten Denkmals beizuwohnen. Ihr gemeinsamer Vorfahre, der Gutsbesitzer Georg Adam Schwager aus Haus Nr. 11, hatte das Denkmal am 26. Oktober 1855 auf der rechten Seite des Weges nach Dvoreček (Höflasgut), nördlich von Krapice (Kropitz), als ein gusseisernes Kreuz in der Form des Kreuzes des Templerordens (auch Ulrichskreuz) auf einer viereckigen, steinernen Säule mit Haube errichten lassen. Die 170 vergangenen Jahre waren an diesem Denkmal nicht spurlos vorbei gegangen, sodass eine Restaurierung geboten war.
Der Österreicher Dr. Helmut Schwager finanzierte der Stadt darum 500,- EURO, womit Handwerker beauftragt wurden, die Schmutz und Moos entfernten, die Metallkrone konservierten und die Inschrift erneuerten. Zu lesen war jetzt wieder in goldener Schrift: „Denkmal des G. Adam Schwager d. Eheweib M. Margth. Schwager Nr. 11 gesetzt d. 26. Oktob. 1855.“ Der Stifter des Denkmals lebte von 1811 bis 1867 in Kropitz und war die neunte Generation von Schwagers, die seit 1520 hier ansässig waren und Landwirtschaft betrieben. Der letzte der Schwagers, die das Gut bewirtschafteten, war der Senats präsident des Obersten Gerichts in Wien, Dr. Georg Schwager (1850-1931), der eine bauliche Erweiterung des Gutes als Vier-Seiten-Hof durchführte und von dem noch die Monogramme GS auf den Eingangssäulen geblieben sind..
Vom Gutshaus, den Ställen und Gebäuden steht heute nur noch die Krapická stodola – eine ehemalige Scheune, die mit viel Fleiß und Aufwand von der Familie um Jiří Novotný als gemütliches Landrestaurant mit guter Küche umgebaut und eingerichtet wurde. Darüber freuten sich die Nachkommen der Schwagers sehr. Besonders ging ihnen aber die Anteilnahme der Bevölkerung an der Denkmalsseg nung zu Herzen. Fast alle Bewohner des Dorfes waren gekommen, um der Predigt des Pfarrers P. Mgr. Jan Janeček beizuwohnen, der diese auf Deutsch hielt. Auch zwei Vertreter des Bund der Deutschen waren in Egerländer Tracht zugegen, dabei Alois Franz Rott und Rdek Kučera.
Beim Empfang der Schwagers im örtlichen Gasthaus gab es dann neben Forelle und Pilsener Bier manch gutes Gespräch, wobei Erinnerungen und Informationen ausgetauscht wurden und alle heiter und offen mit einander plauderten.
Jörg Mantzsch erklärte in seinem Toast: „Es ist für uns berührend und eine große Freude, wenn wir die Freundlichkeit der Menschen hier und ihre Anteilnahme an unserem Besuch erleben können. In der Vergangenheit gab es ausgeöst durch Nationalismus und Krieg viel Leid und Hass bei Tschechen wie dann bei ansässigen Deutschen. Das soll für immer vorbei sein. Erheben wir unser Glas darauf, dass dies nie wieder passiert, sondern dass wir als europäische Völker friedlich und in gegenseitiger Achtung von Kultur und Traditionen zusammenleben und unseren Kindern und Enkeln im Sinne von Humanismus und Völkerfreundschaft eine gute Zukunft bereiten.
In diesem Sinne möchten die Schwagers gern auch im nächsten Jahr Krapice (Kropitz), besuchen.
Jörg Mantzsch (Magdeburg, Sachsen-Anhalt)
Der Frühling naht, zumindest laut den in die Tschechische Republik zurückkehrenden Störchen. Einer der ersten Ankünfte wurde der Überlieferung nach in Eger/Cheb verzeichnet. Am 19. Februar landete der Erste des Paares auf dem Schornstein und drei Tage später war die Familie komplett. Von den Leuten in Eger bekamen die Störche auch ihre Namen, nämlich Peter und Petra. Das Paar kommt seit vielen Jahren auf ihr Nest am Schornstein auf den Baumarkt.
Obwohl ihr Sommerdomizil auf einem Schornstein mitten in der Stadt vor zwei Jahren einer umfassenden Renovierung unterzogen wurde, fanden die Vögel nach dem Winter mehrere Stellen vor, die weiterer Verbesserung bedurften. Nach einem stürmischen Empfang machten sie sich daran, Anpassungen vorzunehmen.
Das Storchenpaar in Eger/Cheb kann man per Webcam beobachten. Den Link finden Sie auf der Website der Stadt Eger/Cheb. Auf der Facebook-Seite von Chebští čápi tauschen Enthusiasten Erfahrungen und Informationen aus. Ihre Verwalterin ist Monika Dohnalová, die die Egerer Störche schon viele Jahre beobachtet und bestätigte, dass die majestätischen Vögel auch in diesem Jahr ihrer Tradition treu bleiben.
Letztes Jahr kam das Weibchen am 17. Februar an und das Männchen gesellte sich am 28. Februar dazu. „Vorletztes Jahr erschien am 18. Februar der Storch in Eger/Cheb“, sagte sie und fügte hinzu, dass Ankünfte Anfang Februar auf das Jahr 2017 zurückgehen, während im Jahr 2020 sogar am 10. Februar der Storch in Cheb erschien. In den vergangenen Jahren kamen die Störche meist im März an.
Doch die Probleme der Vögel enden nicht mit ihrer Ankunft aus den warmen Regionen und dem Einnässten. Monika Dohnalová erinnert sich lebhaft an eine Situation aus dem letzten Frühjahr, als Nestbeobachter bemerkten, dass auf den Eiern sitzende Weibchen nicht von ihrem Partner besucht wurde. Als er drei Tage lang nicht auftauchte, begannen Mitglieder der Facebook-Gruppe, nach ihm zu suchen. Und sie waren erfolgreich.
Ein unverletzter, aber erschöpfter Storchemänchen wurde am Boden eines nicht funktionierenden Schornsteins einer nahegelegenen Poliklinik entdeckt. Anschließend sicherten Kletterer des Egerer Unternehmens Hocharbeiten Dušánek nach Rücksprache mit Karel Makoně von der Pilsner Tierrettungsstation die Spitze des Schornsteins mit einer Strecknetzkonstruktion, um ihn vogelsicher zu machen und zu verhindern, dass ungeschickte gefiederte Tiere hineinfallen. Laut Monika Dohnalová gibt es in der Stadt mehrere solcher Fallen. Die Leute in der Gruppe versuchen, sie alle eine nach der anderen zu eliminieren.
Der verletzter Storch Chebáček trägt eine Prothese aus dem 3D-Drucker
Ein Storchenbaby, das im Juli 2021 in Cheb aus seinem Nest fiel und sich in der Obhut der Tierrettungsstation Soos bei Franzensbad befindet, hat den Namen Chebáček/kleine Egerländer erhalten und eine Prothese aus einem 3D-Drucker erhalten. Es war das Junge von unseren Storchenpaar Peter und Petra.
„Frau Monika Dohnalová, die Verwalterin der Egerer Störche, rief mich an und sagte, dass in Eger ein junger Storch aus einem Schornstein gefallen sei.“ Auf dem Nest befindet sich eine Webcam, sodass die Situation leicht festgehalten werden konnte. Wir warteten auf den Moment, in dem wir eingreifen konnten, weil wir wussten, dass Chebáček ein Teil seines Beines fehlte. Dies geschah vermutlich aufgrund einer Strangulation durch eine Angelschnur. Es wurde vom Storchenvater persönlich mitgebracht, um das Nest zu verbessern. Wahrscheinlich handelte es sich um etwas, das jemand in der Wildnis weggeworfen hatte. Das Nest ist ziemlich unzugänglich, so dass es schwierig ist, dorthin zu klettern. Eigentlich ist es nicht einmal ratsam, dort hinaufzuklettern, denn die Geschwister des verletzten Storchs könnten Angst bekommen und aus dem Nest springen, bevor sie überhaupt flugbereit sind, und das konnten wir natürlich nicht zulassen. „Letztes Jahr hatten wir zwei solcher Akrobaten hier“, sagt Zdeněk Soukup, Verwalter des Nationalen Naturschutzgebiets Soos.
Zufällig sah er auch das Video, in dem sich der verletzte Chebáček bei relativ starkem Wind für seinen ersten Flugversuch aufwärmte. „Das ist wirklich nicht gut gegangen und der Beinstumpf hat noch mehr Schaden genommen, als er in der Nähe des Supermarkts gelandet ist, wo der Schornstein ist.“ „Die Tochter von Frau Dohnalová half mir, ihn zu verfolgen und abzulenken, und ich erwischte ihn auf dem Parkplatz“, schildert er die Situation.
Seitdem befindet sich Chebáček in den Händen des gesamten Teams der Tierrettungsstation Soos, wo sie das verletzte Junge wieder „zusammenflickten“. Er stand unter Schock, war unterernährt und ihm fehlte ein Teil seines Beins. Jetzt erfreut er sich bester Gesundheit und lernt sein zweites Bein kennen – eine unverzichtbare 3D-gedruckte Prothese. Die Idee dazu hatte der Tierarzt Michal Houtke und Matyáš Michl und bauten selbst ein Modell der Prothese. „Der Tierarzt Michal Houtke hat mich kontaktiert, weil wir uns kennen und 3D-Druck mein Hobby ist“, sagt der Erfinder der Prothese, Matyáš Michl, ein Schüler der Sekundarschule für Industrie in Ostrov. Der Ersatz für behinderten Chabáček durch ein neues Glied dauerte etwa drei Tage. „Wir haben zunächst alles fotografiert, besprochen, wie es aussehen soll und anschließend habe ich anhand der gemachten Fotos die Prothese gezeichnet.“ „Als nächstes habe ich das verletzte Bein des Storchs nachgezeichnet, alles Notwendige ausgemessen und in den Drucker geworfen“, beschreibt er.
Dem Jungstorch geht es in der Auffangstation gut. Aufgrund seiner Behinderung und der zu erwartenden späteren Anpassungen seiner Prothese, wird er allerdings sein Leben lang in Gefangenschaft verbringen müssen.
Quelle: IDnes und Deník.cz