Am 18. Mai 2025 fand im Hotel Garni Vildštejn unsere Muttertagsfeier und Jahresversammlung statt. Der Vorsitzende begrüßte alle Mitglieder, in erster Linie alle Mütter, Großmütter und Urgroßmütter. Danach sprach er kurz über das vergangene Jahr, seit der Wahl des neuen Vorstands. Es folgte das Grußwort unser Bürgermeisterin Frau Rita Skalová, die auch Sekt zur Begrüßung spendierte. Zum Kaffee gab es Kuchen und Dessert, hergestellt von unseren Mitgliedern. Danach wurden Gedichte und Geschichten zum Thema Muttertag vorgetragen. Besonders hervorheben möchte ich die Leistung von Frau Goldschalt, die mit 91 Jahren ein Gedicht auswendig vortrug, welches sie in der Schule gelernt hatte. Dann war Zeit für angenehme Gespräche an den Tischen, bevor es zum Abendessen Schnitzel und Kartoffelsalat gab. Zum Abschied bekamen alle Damen eine Rose.
Franz Zima, OG Wildstein
Für den Samstag den 10.5.2025 wurden wir von der Stadt Marienbad eingeladen um an der Öffnung der Kursaison und der Einweihung der Quellen Teilzunehmen. Eine Abordnung vom Bund der Deutschen-Landschaft Egerland mit den Vereinsfahnen fuhr dann zu dieser Feier hin. Nach dem Gottesdienst mit dem Abt P. Filip Zdeněk Lobkowicz aus dem Kloster Tepl in der Kirche Mariä Himmelfahrt gingen wir dann auf die Kolonnade um an den Umzug der Trachtengruppen Teilzunehmen.
Am Samstagnachmittag war Marienbad ungewöhnlich voll. Die Oberstadt, wo die feierliche Eröffnung der Sommerkursaison stattfand, platzte aus allen Nähten. Tausende Menschen aus der Umgebung kamen in die Stadt.
Die Masarykova-Straße war von der Statuengruppe der Monarchen bis zur Kolonnade voller Stände. In den Parks saßen die Menschen auf Rasenflächen, Bänken und Liegestühlen. Auch zwei historische Oberleitungsbusse wurden in Betrieb genommen und waren ständig besetzt. Es gab einen entspannten Umzug um die Kolonnade und die Besucher konnten den rekonstruierten Singenden Brunnen oder die wiederentdeckte Statue der Jugend bewundern, die vor 20 Jahren verschwunden war. Und dazu weitere Stände.
Im Alter von 93 Jahren hat uns unser Verdienstes und Langjähriges Mitglied des Vorstandes vom Bund der Deutschen-Landschaft Egerland Bertl Růžičková am 11. Mai 2025 für immer verlassen. Sie hat sich sehr für das Verständnis zwischen den Deutschen und Tschechen eingesetzt. Sie war eine Aktive und leidenschaftliche Zitterspielerin mit einer Engelsstimme wen sie dazu gesungen hat. Es war eine Freude ihr beim Spielen und Singen der Egerländer Volkslieder zuzuhören.
Am 16.5.2025 fand der letzte abschied in der Kirche St. Martin in Neudek statt. Zum letzten Abschied nahm auch der Verein JoN - Jde o Nejdek, z.s. in Vertretung von Ing. Petr Janků und der Bund der Deutschen -Landschaft Egerland mit der Vereinsfahne in Vertretung vom Vorsitzenden Alois Franz Rott teil.
Nach dem Gottesdienst und den Abschied in der Kirche und der Beerdigung trafen sich die Angehörigen mit den Trauergästen im Restaurant Anna zum Leichenschmaus (Kar). Die Familie war sehr traurig darüber, dass beim letzten Abschied die langjährigen Mitarbeiter nicht anwesend waren.
Ruhe in Frieden liebe Bertl. Wir werden dich niemals vergessen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden drei Millionen Deutsche aus der Tschechoslowakei vertrieben. Sie mussten nicht nur ihre Häuser und Betriebe hier zurücklassen, sondern auch ihre Vorfahren. In der Tschechischen Republik gibt es heute buchstäblich Hunderttausende verlassene deutsche Gräber, um die sich seit 80 Jahren niemand gekümmert hat. Sie enthalten die Überreste von Menschen, die in den Grenzgebieten Städte und Dörfer errichteten und den lokalen Handel und die Kultur entwickelten.
„Die Vertreibung war Teil einer Kollektivstrafe für den Großen Anteil der Sudetendeutschen an der Nazi-Diktatur. Die Kollektivschuld umfasste die Deportation und die Beschlagnahmung des Großteils des Eigentums. Was das System jedoch vergaß, waren die Gräber. Sie blieben Eigentum der Familien“, beschreibt der Historiker und Senator Martin Krsek (parteilos für die Bewegung SEN 21), der sich seit langem mit dem Thema beschäftigt.
In den 1950er und 1960er Jahren zerstörten Tschechoslowaken häufig in großem Umfang deutsche Friedhöfe. Dieses Schicksal ereilte den Friedhof in Zubrnice/Saubernitz in der Nähe von Ústí nad Labem/Aussig.
Vor 1945 war das Dorf fast ausschließlich Deutsch; Heute gibt es auf dem örtlichen Friedhof kein einziges Grab der ursprünglichen Bewohner mehr. Im Jahr 1968 verkaufte das örtliche Verwaltungsamt ihre Grabsteine als Baumaterial und der Rest landete am Schuttabladeplatz bei einer verlassenen Mühle außerhalb des Dorfes.
Krsek und seine Kollegen gruben die Steine im Jahr 2021 aus und stellten sie im Zentrum von Ústí nad Labem/Aussig aus, um auf den beklagenswerten Zustand der Gräber der Menschen aufmerksam zu machen, die beim Aufbau der Region geholfen haben.
In den 1990er Jahren kamen Grabräuber
Selbst der Sturz der kommunistischen Regierung in der Tschechoslowakei brachte keine unmittelbare Verbesserung. Im Gegenteil, so der Historiker Krsko, bedeuteten die 1990er Jahre einen sprunghaften Anstieg der Zerstörung deutscher Gräber und Grabstätten.
„Es war eine wilde Zeit, verbunden mit groß angelegten Diebstählen von Nichteisenmetallen. Eisenbahnkabel wurden gestohlen, auf Friedhöfen wurden Laternen abgebrochen. Das waren brutale Überfälle. Auf den Gräbern, insbesondere denen wohlhabender Familien, war viel Messing. Dann kamen Grabräuber, ein Phänomen der Grenzregion. Es war eine widerliche Angelegenheit, als die Gräber zehn Jahre lang, vielleicht sogar länger, geschändet wurden“, sagt Krsek.
Im Zuge der Normalisierung der Beziehungen unterzeichneten Tschechien und Deutschland 1992 einen Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit, der uns zu einem respektvollen Umgang mit deutschen Gräbern verpflichtet.
Der Regierungsrat für nationale Minderheiten legte 2016 in einem Handbuch nach, das Gemeinden und Städten das richtige Vorgehen im Umgang mit verlassenen deutschen Gräbern erklärt.
Wir wollten die Kommunen auffordern, Grabstätten nicht zu zerstören – das passiert sehr oft. Normalerweise stellen sie in gutem Glauben Leute und Geräte ein, ebnen die Flächen ein, pflanzen Gras und denken, sie hätten etwas Gutes getan. Dabei ist ihnen nicht bewusst, dass sie damit einen Teil der Dorfgeschichte zerstört haben. Es ist ein Steinbuch der Region, der Gemeinde. „Heute haben wir im öffentlichen Raum kein weiteres Zeichen dafür, dass deutsche Bewohner hier über Jahrhunderte gelebt und alles erbaut haben“, beschreibt Martin Dzingel, Mitautor der Broschüre und Präsident der Versammlung deutscher Vereine in Tschechien.
Die Praxis ist immer noch von Dorf zu Dorf unterschiedlich. Manche kümmern sich sogar um jene deutschen Gräber, für die schon lange keine Miete mehr gezahlt wurde, während andere sie verfallen lassen oder auflösen. An immer mehr Orten kümmern sich jedoch die Nachkommen derjenigen, die nach dem Krieg ins Sudetenland eingewandert sind, um das „deutsche Erbe“.
„Ich habe keine deutschen Wurzeln, meine ganze Familie ist ins Grenzgebiet gekommen, um es zu besiedeln, wir sind also ‚von überall her‘, aber ich fühle mich hier wie zu Hause. Und das sind die Deutschen, die weggehen mussten. Aber ich betrachte sie als meine Vorfahren, denn das verbindet den Ort“, erklärt Eva Mašková.¨
In Labská Stráně/Elbleiten in der Region Děčín/Tetschen gründete sie einen Verein, der sich um die letzten drei deutschen Gräber kümmert, die auf dem örtlichen Friedhof verblieben sind.
Eine neue Subvention des tschechischen Ministeriums für regionale Entwicklung soll Vereinen und Gemeinden dabei helfen, zumindest einige Sudetengräber zu retten. Es soll in den kommenden Wochen von der Regierung genehmigt werden.
Quelle Český rozhlas Praha