von Ulrich Möckel
Das Keilberg-Hotel verfällt schon seit Jahrzehnten und wurde zum symbolischen Schandzeichen für den höchsten Gipfel des Erzgebirges. Bürgermeister Jan Horník aus Boží Dar/Gottesgab verkündete im Herbst letzten Jahres die freudige Nachricht, dass ein Investor sich des maroden Gebäudekomplexes annehmen und dem Berg damit das Aussehen geben würde, was er verdient.
Doch nach einem Jahr kam die Ernüchterung. Die Investoren ziehen sich zurück. Fast 17 Millionen Euro wollte das Unternehmen Windsor Spa Hotel, eine Tochtergesellschaft des Kohleunternehmens Sokolovská uhelná, in das denkmalgeschützte Objekt investieren. Mittlerweile ist man zu dem Ergebnis gelangt, dass sich dieses geplante Projekt in heutiger Zeit wirtschaftlich nicht rechnet und nimmt daher davon Abstand.
Dies ist ein schwerer Schlag für die Stadt Boží Dar/Gottesgab und ihren Bürgermeister Jan Horník. Nun beginnt die Investorensuche erneut und die Rahmenbedingungen sowie die Bausubstanz werden leider nicht besser. Und so gammelt die Immobilie an einem der attraktivsten Orte des Erzgebirges vor sich hin bis vielleicht einmal ein Investor gefunden wird, für den die Rahmenbedingungen passen.
Georg „Schorsch“ Pötzl aus Eger verstorben
Am Samstag, den 7. September fand im Deutsch-Tschechischen Begegnungszentrum Eger (BGZ) eine Vorstands-Sitzung mit den Vorsitzenden der Ortsgruppen statt.
Gleich zu Beginn der Sitzung wurden die Amtswalter informiert, dass der Stellvertretende Vorsitzende des „Bundes der Deutschen-Landschaft Egerland“ und Delegierte zur „Landesversammlung der deutschen Vereine“ in Prag Georg Pötzl im Alter von 88 Jahren verstorben ist. „Schorsch“ wie er liebevoll genannt wurde war auch stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister der Ortsgruppe Eger. Es war für alle eine erschütternde Nachricht. Alle kannten ihn stets als freundlichen und gut gelaunten Landsmann mit einem umfangreichen Wissen über das alte Egerland und seinen Bräuchen. Man lauschte ihm aufmerksam, wenn er in bestem Egerländer Dialekt erzählte.
Der Vorsitzende der Ortsgruppe Falkenau, Günther Wohlrab, wurde vom Vorsitzenden Alois Franz Rott gebeten die Trauerrede am 11. September in der Friedhofshalle in Eger zu halten. Für ihn war es nicht einfach diese letzten Worte zu finden, denn er war ein enger Freund von Schorsch.
An der Trauerfeier nahm sein Bruder Erich und seine Nichte Hannah mit zahlreichen Verwandten teil. Seine Egerländer Freunde nahmen selbstverständlich in Tracht und mit zwei Fahnen teil. Günther Wohlrab verabschiedete sich von Landsmann Georg Pötzl mit den Worten:
Löiwa Schorsch, da Herrgott lau(ß die sölligh rouha.
Die Teilnehmer der Beisetzungsfeier trafen sich zu Ehren von Georg „Schorsch“ Pötzl noch zu Kaffee und Kuchen zu einem letzten stillen Gedenken an guten und treuen Freund.
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Die mittelalterliche Festung in Pomezná/Markhausen erhält ein neues Hochdach auf dem Turm Genau 800 Jahre seit der ersten Erwähnung feiert das ehemalige Dorf Pomezná/Markhausen bei Eger das nächst Jahr. Das einst blühende Dorf fiel kurz nach dem Krieg dem Eisernen Vorhang zum Opfer und wurde später offiziell aufgelöst. Die Überreste der Festung erinnern den Besucher an die bewegte Geschichte des Ortes. Dennoch wurde sie nicht vergessen. Petr Jaška aus Cheb, der zusammen mit seiner Familie und seinen Freunden versucht, ihre letzten Überreste wiederzubeleben, plant, das Jubiläum mit einem neuen Dach auf dem kürzlich fertiggestellten Turm des ehemaligen Herrenhauses zu feiern. „Wir haben dieses Jahr einige Fortschritte gemacht. Wir haben jetzt ein komplettes Dach auf der Scheune, die wir auf den ursprünglichen Fundamenten wieder aufgebaut haben, wir haben die Gewölbekeller restauriert, den Ecce homo, dessen Torso wir bei der Ausgrabung gefunden haben, wir haben den Bereich gereinigt, wo früher der Teich war. Jetzt werden wir versuchen, das ursprüngliche Hochdach auf dem Turm der Festung wiederherzustellen“, erklärt Petr Jaška. Das neue Dach, dessen Form die Experten aus mehreren historischen Fotografien abgeleitet haben, wird den hohen Dächern der Bürgerhäuser auf dem Egerer Platz ähneln. Das Projekt ist bereits abgeschlossen, nun wartet Petra Jaška auf eine Finanzierung. Subventionen sind die Hoffnung. „Ich werde mich an die Region Karlsbad, die Stadt, die Gemeinde und die regionalen Unternehmer wenden. Ich werde versuchen, Kontakt zu Ministerien und einigen Stiftungen aufzunehmen. Schließlich versuchen wir hier, ein Stück Geschichte wieder aufzuleben lassen. Zudem ist die provisorische Überdachung in einem baufälligen Zustand. Das ehemalige Dorf Pomezná, auf Deutsch Markhausen, liegt nordwestlich der Stadt Cheb/Eger am linken Ufer des Flusses Ohře/Eger, praktisch an der Grenze zwischen Böhmen und Bayern. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte bereits im Jahr 1225, als in Urkunden die Namen der Brüder Konrad und Berchtold aus Markhausen auftauchen. Im Jahr 1424 gab es fünf große und sechs kleinere Güter, vier Kleinhöfe und eine Mühle. Um 1800 hatte Pomezná/Markhausen bereits mehr als 120 Einwohner und 22 Gehöfte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bewohner gewaltsam vertrieben und einige Jahre später wurden die verlassenen Häuser im Grenzgebiet von Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht. Hier ist eine streng bewachte Grenzzone entstanden. Im Jahr 1976 wurde das Dorf Pomezná/Markhausen offiziell aufgelöst. Quelle IDnes |
Die Feier fand am 11. Mai 2024 im Park beim Haus der freiwilligen Feuerwehr statt. An der Feier nahm auch ein Teil vom Vorstand vom BdD Alois Franz Rott und Georg Pötzl teil. Zur Unterhaltung spielte eine Kapelle von Blassmusik bis Rock. Ein Kinderchor „Die Lustige Note“ und eine Tanzgruppe der Schule aus Haslau sangen und Tanzten für die Besucher. Gutes Essen und „Haslauer Bier“, extra gebraut für dieses Fest, sorgte für den Gaumen. Selbstverständlich war auch ein Bierzelt falls das Wetter nicht mitspielen wollte. Die Kinder hatten viele verschiedene Spiele zu Verfügung. Die Bürgermeisterin Frau Lenka Dvořáková hätte nicht erwartet das so viel Leute zu der Feier kommen würden.
Der erste urkundliche Nachweis eines Herrensitzes in Haslau, heute als Schlossruine Hazlov erhalten, stammt aus dem Jahr 1224 als Friedrich von Haselah aus der altadeligen Familie der Haslauer von Haslau (Hozlauer von Hozlau) zugunsten des Klosters Waldsassen im Nordgau auf Lehensrechte in Haselah, Grün und Rommersreuth (Skalka) verzichtete. Ein dazugehöriges Dorf Hazlau wurde seit Ende des 13. Jahrhunderts erwähnt. Die nachfolgenden Lehensträger der Burg und des Ortes Haselah, Hasela, Hasla und Haßla, 1875 Haslau waren Ministeriale der Kaiserburg der Staufer in Eger. Das Lehensgut Haslau war wirtschaftlich nicht allzu ertragreich. Im Jahr 1553 wurde eine Brauerei mit Abnahmeverpflichtung des Bieres durch die Untertanen der Grundherrschaft errichtet.
Lehensträger der Burg und des Gutes Haslau waren nach den von Haslau, Ministeriale aus dem Haus der Landgrafen von Leuchtenberg, Niklas und Hans Jur (Guer) und Heinz von Landwüst bis 1492, gefolgt bis 1570 von Hans Malersik, Wilhelm Pergler und den von Reitzenstein und 1575 bis 1629 von dem Adelsgeschlecht von Kotzau. Im Jahr 1635 gelangte der Obrist und kaiserlich-österreichische Kriegskommissar Dietrich von Steinheim in den Besitz der Burg Haslau, des Lehnguts Haslau und der benachbarten Burg Seeberg sowie des Guts Seeberg (Ostroh). Anschließend kaufte Oberst Karl von Schönaich für 6000 Rheinischer Gulden Gut Haslau und Gut Seeberg, ließ die Friedhofskirche Sankt Georg in Haslau errichten und die Burg Haslau zu einem Schloss umbauen. 1682 bis 1795 folgten die Ritter von Mosern, die die Geißberg- und Ledergasskapelle stifteten.
Von 1795 bis 1853 hatten Schloss und Gut Haslau mit der wachsenden Ertragskraft durch die industrielle Entwicklung des Ortes Haslau in raschem Wechsel bürgerliche Eigentümer. Im Jahr 1853 kaufte Johann Wilhelm Edler von Helmfels das Gut Haslau, übergab den Besitz seinem Sohn Friedrich Wilhelm von Helmfels, Kirchenpatron von Haslau, von dem es 1919 dessen Sohn Wilhelm erbte, der 1945 kurz vor der Enteignung und Vertreibung der Familie durch die Beneš Dekrete verstarb und noch in der Haslauer Friedhofsgruft beerdigt wurde. Seine Witwe Maria und die Söhne Friedrich und Georg wurden 1945 während der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei enteignet und zum Verlassen des Ortes gezwungen. Schloss Haslau wurde als Besitz der Tschechoslowakei allgemein zugänglich, als Steinbruch benutzt und begann zu verfallen. Die Schlossruine Haslau/Hazlov wurde nach 1990 saniert; und teilweise wieder aufgebaut.
Redaktion Eghaland Bladl